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Ist die Aktie von Micron Technology ein Kauf?

Foto: Getty Images

Eigentlich unglaublich, dass eine Aktie, die in diesem Jahr 60 % zugelegt hat, immer noch als „billig“ erachtet werden kann, aber das ist bei Micron Technology (WKN: 869020) der Fall. Es mag auch überraschen, dass Investoren in letzter Zeit überhaupt so optimistisch waren, da Micron im Mittelpunkt des schon 18 Monate dauernden Handelskriegs zwischen den USA und China steht – viel mehr als andere betroffene Technologiewerte.

Als der Handelskrieg begann, verwies ein viel beachteter Artikel im Wall Street Journal auf den Diebstahl geistigen Eigentums durch einen ehemaligen Mitarbeiter des Tech-Riesen. Angeblich wurden wichtige Informationen an den chinesischen Neueinsteiger Fujian Jinhua Integrated Circuit Co. weitergegeben. Das US-Justizministerium reagierte daraufhin mit einem Verbot des Verkaufs von Halbleiterausrüstungen an Fujian, wodurch der potenzielle Wettbewerber im Wesentlichen abgeschaltet wurde.

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Doch selbst mit der (vorerst) unterdrückten Bedrohung aus China hat Micron immer noch viele chinesische Kunden, darunter auch den umstrittenen Konzern Huawei. Darüber hinaus ist Micron als zyklische Aktie anfällig, wenn es zu einer breiteren wirtschaftlichen Rezession kommt. Der Handelskrieg zwischen den USA und China ist derzeit noch nicht ganz gelöst und es besteht immer noch die Möglichkeit einer Rezession. Warum also ist der Markt bei Micron jetzt so gütig, während er zu Beginn dieses Jahres regelrecht verängstigt war?

Unaufhaltsame Trends

Während Micron 2019 stark gewachsen ist, sah es noch 2018 nicht so gut aus. Tatsächlich liegt die Aktie mit rund 50 USD immer noch etwa 25 % unter ihrem Allzeithoch von etwa 65 USD, wo man zuletzt im Juni 2018 stand.

Damals profitierte das Unternehmen von einem Anstieg der Nachfrage nach Speicher, vor allem dank des Aufstiegs von Cloud-Rechenzentren, der Verbreitung intelligenterer Geräte und neuer Technologien wie 5G, dem Internet der Dinge und autonomen Fahrzeugen. Aber als der Handelskrieg sich hinzog, wurden viele von Microns Kunden vorsichtiger. Und dann auch noch das: Der PC-Gigant Intel (WKN: 855681) sah sich mit Engpässen bei seinen Prozessoren konfrontiert, sodass selbst die tolle Chance einer verbesserten Nachfrage bei PCs von Micron nicht erfüllt werden konnte.

Micron und seine Konkurrenten können ihr Angebot nicht ohne Weiteres anpassen, da sie ihre Produktionsanlagen mehr oder weniger konstant nutzen müssen. So wurde der Markt überversorgt, die Preise für sowohl DRAM- als auch NAND-Flash-Chips brachen dann Anfang 2019 zusammen.

Die Kurse sinken

Der Handelskrieg ist zwar noch nicht beendet, aber die oben genannten Technologietrends sind nach wie vor im Gange. Unternehmen nutzen nach wie vor Cloud-Rechenzentren, die Menschen kaufen mehr, brauchen mehr Speicherplatz, und führende Telekommunikationsunternehmen kämpfen um die Vorherrschaft von 5G. All dies erfordert mehr und mehr Speicherplatz. Laut mehreren Analysten der Wall Street scheint es, dass die Kunden endlich wieder mehr Speicherplatz kaufen müssen. Die Zeit dafür ist gekommen.

Gleichzeitig hat Micron zusammen mit dem Rest der Speicherindustrie die Investitionen reduziert, was das Angebotswachstum im Jahr 2020 begrenzen sollte. Nach Jahren der Konsolidierung ist Micron einer von nur drei großen DRAM-Anbietern, und dieses Oligopol sollte in der Lage sein, das Angebot besser zu kontrollieren.

Für den kommenden Ergebnisbericht, der am 26. September veröffentlicht wird, prognostiziert Micron einen Non-GAAP (bereinigten) Gewinn pro Aktie von 0,45 USD. Das ist keine gute Zahl, sondern bedeutet einen Rückgang von 87 % gegenüber dem Vorjahr. Dennoch war Micron in einem zyklischen Tiefpunkt noch nie zuvor profitabel und es ist möglich, dass das kommende Quartal der Tiefpunkt bedeuten könnte.

Kommt ein Rerating?

Traditionell wird Micron mehr auf der Basis des Preis-Buchwert-Verhältnisses bewertet, mit sehr niedrigen Ertragsmultiplikatoren. Wie man sieht, wird Micron derzeit mit einem Buchwert von gerade einmal dem 1,6-Fachen seines jüngsten Tiefstwerts von 1 gehandelt. Das ist aber immer noch ziemlich niedrig:

Preis-Buchwert von Micron via YCharts

Sollte jedoch ein weiterer „Aufwärtstrend“ bevorstehen, könnte sich das Kurs-Buchwert-Verhältnis von Micron nach oben bewegen. Und wenn Micron weiterhin ordentliche Gewinn erzielen kann, könnte sich auch der traditionelle Bewertungsbereich nach oben bewegen.

Aber Vorsicht

Obwohl ich glaube, dass Micron immer noch ein langfristiger Kauf ist, ist die Investition nichts für Menschen mit geringer Risikotoleranz. Die Gewinne des Unternehmens können sehr schnell steigen und fallen, und es handelt sich um eine sehr volatile Aktie. Sollten wir eine echte Rezession erleben, ist es möglich, dass Microns Aktien wieder abrutschen.

Langfristig werden jedoch neue Technologien wie 5G, künstliche Intelligenz und das Internet der Dinge jede Menge Speicher benötigen. Angesichts einer konsolidierten Branche und einer immer noch günstigen Bewertung sollten langfristig denkende Investoren der Micron-Aktie auch nach ihrem beeindruckenden Anstieg im Jahr 2019 das Vertrauen schenken.

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The Motley Fool besitzt Aktien von Intel. Billy Duberstein besitzt Aktien von Micron Technology.

Dieser Artikel erschien am 17.9.2019 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

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