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3 Dinge, die wir als Investoren von der Thomas-Cook-Aktie lernen können

Foto: Getty Images

Der Reiseveranstalter Thomas Cook (WKN: A0MR3W) hatte heute (23.09.2019) keine positiven Nachrichten zu vermelden. Der Konzern mit über 21.000 Mitarbeitern erhält von seinen Investoren keine neuen Mittel mehr. Und auch der britische Staat hält eine Hilfe nur für eine kurzfristige Lösung. Deshalb musste Thomas Cook heute eine Zwangsliquidation beantragen. Zudem wurde die Aktie in London vom Handel ausgesetzt.

Die Wurzeln der Firma reichen bis auf den Prediger und Verleger Thomas Cook und das Jahr 1808 zurück, der bereits mit der Organisation von Reisen begann. 1900 war das Unternehmen sogar Weltmarktführer. Aber auch diese Branche erlebte über die letzten Jahre einen massiven Wandel, der zu einem starken Preisdruck führte und letztlich die Gewinnmargen zerstörte. So buchen beispielsweise viele Touristen heute ihre Reise über das Internet oder nur noch sehr kurzfristig.

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Aber was können wir Investoren daraus lernen?

1. Unternehmen durchlaufen verschiedene Entwicklungsphasen

Man könnte ein Unternehmen auch mit dem Leben eines Menschen vergleichen. Wir sind alle einmal jung, dann in einer Reifephase und schließlich werden wir alt und sterben. Ähnlich verläuft auch die Entwicklung eines Unternehmens. Sie werden gegründet, erleben dann im Idealfall eine starke Boomphase, gefolgt von einer immer noch starken Wachstumsphase und schließlich ist der Markt gesättigt und es beginnt eine langsame Degenerationsphase.

Es ist also eine Illusion, anzunehmen, nur weil ein Unternehmen in der Vergangenheit immer gut war, wird es dies in der Zukunft bleiben. Wer in Einzelaktien investiert, muss unter bestimmten Umständen auch zu einem Verkauf bereit sein, selbst wenn dabei Verluste entstehen.

2. Dies waren die Warnzeichen bei der Thomas-Cook-Aktie

Thomas Cook war schon fast über die gesamten letzten zehn Jahre in einer schwierigen Phase. Das Internet hat das Geschäft verändert und auch die Menschen haben ihre Reisegewohnheiten angepasst. Wer in Einzelwerte investiert, muss diese fundamental analysieren, um das Geschäft zu verstehen. So waren bei Thomas Cook verschiedene Probleme erkennbar. In sechs der letzten zehn Jahre wurden nur Verluste erzielt und somit war der Konzern unprofitabel. Aber es gab noch mehr Signale.

Dies führte dazu, dass ab 2012 die Dividende gestrichen wurde, weil ganz einfach keine Finanzmittel mehr dafür vorhanden waren. Warnzeichen Nummer drei waren die geringen Nettomargen (Gewinn durch Umsatz). Im besten Fall (2015) lagen sie im Zeitraum 2009 bis 2018 nur noch bei 0,29 %. Meist sind daran schon Profitabilitätsprobleme, die beispielsweise durch eine starke Konkurrenz auftreten können, ablesbar.

Eins führte zum anderen und so sank auch die Eigenkapitalquote im Laufe der Jahre stetig von 24,15 % im Jahr 2009 auf nur noch 4,43 % im letzten Jahr. Zeitgleich stieg die Verschuldung immer mehr an, bis sie letztlich nicht mehr zu bewältigen war.

Und auch der Umsatz konnte über die letzte Dekade kaum noch gesteigert werden.

3. Wie könnte man diese Aktien meiden

Es ist ganz klar, dass man nicht jede Unternehmenskrise vorhersehen kann und somit alle Kursabstürze, denn in manchen Fällen kommen sie sehr plötzlich, wie es verschiedene Betrugsfälle in der Vergangenheit aufgezeigt haben. Ab und zu werden wir deshalb alle einmal danebenliegen.

Wer aber für seine Aktien ganz klare Auswahl- und Verkaufskriterien festlegt, hätte zumindest die Thomas-Cook-Aktie aussortiert. Dabei können zum Beispiel Ben Grahams, Warren Buffetts oder auch Peter Lynchs Aktienauswahlpunkte helfen.

So schreibt schon Benjamin Graham in seinem Buch „Intelligent investieren“, dass Unternehmen möglichst Gewinne erzielen sollten und zwei Verlustjahre in Folge ein Warnzeichen sind. Warren Buffett achtet hingegen besonders auf die Marktstellung einer Firma, die bei Thomas Cook in den letzten Jahren auch zunehmend litt.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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