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Wie die Steinhoff-Aktie um ihr Überleben kämpft

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Steinhoff (WKN: A14XB9) galt kurz vor dem Bekanntwerden von Bilanzfälschungen im Dezember 2017 in Europa hinter IKEA als die Nummer zwei im Möbelhandel. Die Aktie befand sich im MDAX und das Geschäft schien solide. Und jedermann kennt und schätzt heute IKEA. Die Inhaber wurden zu Milliardären. Auch die Familie Steinhoff und Markus Jooste wurden sehr vermögend.

Ärgerlich ist in solchen Fällen immer wieder, dass die Gläubiger und Aktionäre ihren Einsatz verlieren, während die ehemaligen Funktionäre ihr Kapital behalten. Müssten sie mit ihrem Privatvermögen haften, würde so manche Firma risikoärmer geführt werden. Erfahre, wie Steinhoff aktuell um sein Überleben kämpft und ob es noch Hoffnung gibt.

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Die Schuldenlast droht das Unternehmen zu ersticken

Steinhoffs größtes Problem sind derzeit die geringe Liquidität und die sehr hohen Schulden. Derzeit liegen sie bei über 9 Mrd. Euro, wodurch jährlich eine hohe Zinslast von 800 bis 900 Mio. Euro auf der Firma lastet. Nach korrigierten Geschäftsberichten betrug der Verlust im Geschäftsjahr 2018 über 1.247 Mio. Euro. Die Reduktion der Schulden könnte also deutlich helfen.

Ein Weg, um die Liquidität zu erhöhen, ist der Verkauf von Geschäften. Die große Frage, die sich hierbei jedoch stellt, ist, ob der Wert der Unternehmensteile die Schulden ausgleichen könnte. Sind die Schulden überdimensioniert, könnte nur ein Schuldenschnitt helfen, wogegen sich derzeit jedoch die Gläubiger wehren. Für sie stellt sich jedoch die Frage, ob sie bereit sind, zumindest auf einen Teil ihrer Anlage zu verzichten, oder alles verlieren wollen, was bei einer Überschuldung der Fall wäre.

Mit dem Verkauf von Poco an XXXLutz, Kika/Leiner an René Benko und einigen Immobilien wurden schon Teile verkauft, aber dies reicht noch lange nicht, um wieder eine solide Bilanz herzustellen. Aktuell steht das Autozuliefersegment zum Verkauf. Die amerikanische Mattress Firm ging durch ein Insolvenzverfahren und in anderen Firmenteilen versucht man derzeit durch Teilschließungen die Profitabilität wieder herzustellen. Für Pepkor Europe wird ein Börsengang geprüft, der die Liquidität etwas steigern würde.

Der aktuelle CEO Louis du Preez geht davon aus, dass auf Jahre keine schwarzen Zahlen geschrieben werden können. Erfolgt kein Schuldenschnitt, wird also auch die Aktie für lange Zeit kaum wieder an Wert gewinnen können.

Auch die Sammelklagen werden zu weiteren Belastungen führen

Aktionäre versuchen einen Teil ihres Investments über eine Sammelklage zurückzuerhalten. Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Situation würden Gerichte aber wahrscheinlich keine harten Urteile aussprechen, weshalb die Aktionäre nur einen kleinen Teil zurückerhalten würden.

Dies zeigt ein aktuelles Urteil aus Südafrika. Dort hat die Finanzaufsicht aufgrund der Bilanzfälschungen Steinhoff formell zu einer Strafe von 92,6 Mio. Euro verurteilt. Das Gericht berücksichtigte aber auch die aktuelle Lage des Konzerns, sodass er tatsächlich nur 3,3 Mio. Euro zahlen muss.

Die kleine Hoffnung

Steinhoff hat seine korrigierten Bilanzen für 2017 und 2018 vorgelegt und berichtete zuletzt auch über seine ersten drei Quartal im Geschäftsjahr 2019. Danach stieg der Umsatz sogar um 4 % auf 11,26 Mrd. US-Dollar, wobei Pepkor Europe um 13 % und Pepkor Afrika um 3 % zulegten.

Denkt man sich die Schulden und die Betrügereien einmal weg, handelt es sich im Grunde um ein sinnvolles Geschäft, denn die Kunden kaufen, was der steigende Umsatz belegt, und in seiner langen Historie waren nur die Schlussjahre von Betrug und Gier geprägt, weshalb Markus Jooste wahrscheinlich auch die Hauptschuld trägt.

Ziel des Managements ist nun die Verkleinerung auf ein gesundes Maß mit einigen gut positionierten Marken, wobei Steinhoff als Holding für diese dienen soll. Bei der Restrukturierung wird am Ende aber vieles darauf ankommen, inwieweit die Gläubiger zu Abstrichen bereit sind.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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