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CompuGroup-Aktie enttäuscht mit akquisitionsbedingter Gewinnwarnung, entschädigt dafür mit einem Aktienrückkauf

Foto: The Motley Fool

15 Mio. Euro sind für die allermeisten eine unvorstellbare Summe an Geldscheinen. CompuGroup Medical (WKN: 543730) hat diesen Betrag gerade innerhalb weniger Monate für die Vorbereitung und Prüfung eines Unternehmenskaufes ausgegeben, der nun doch nicht vollzogen wird. Zumindest reduzierte das Unternehmen kürzlich deswegen die Gewinnprognose um eben diesen Betrag. Das wenige, was wir hierzu heute wissen, deutet auf einen ziemlich großen Deal und ein Platzen in allerletzter Minute hin. Trotz dieses Dämpfers und eines anschließend angekündigtem Aktienrückkaufs ist der Akquisitionshunger des eHealth-Experten nicht gestillt.

Ein dicker Fisch zappelte bereits an der Angel

Über die Gründe, warum die Transaktion letztlich gescheitert ist, hat CompuGroup selbst noch kein Wort verloren. Aufgrund von Geheimhaltungsklauseln werden wir auch nicht mehr erfahren. Über die Gründe können wir also nur spekulieren. Angeblich wurde aber bereits die Due Diligence, also die umfangreiche Prüfung des Objekts der Begierde, abgeschlossen. Es fanden sogar bereits Verhandlungen über den Unternehmenskauf statt. So erscheint mir eine unterschiedliche Preisvorstellung der beteiligten Parteien als wahrscheinlichster Grund für den Abbruch der Verhandlungen.

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Transaktionskosten von 15 Mio. Euro sind nicht gerade wenig. Ganz besonders, wenn sie von einem Unternehmen ausgegeben werden, das wie der deutsche eHealth-Marktführer einen Jahresumsatz in einer Größenordnung zwischen 720 und 750 Mio. Euro anstrebt. Nun haben die 15 Mio. Euro aber die Besitzer gewechselt und wenn sie nicht schon wieder anderweitig ausgegeben wurden, schlummern sie noch immer auf Konten von Steuerberatern, Wirtschaftsanwälten und M&A-Transaktionsexperten.

Wenn man überschlägt, wie viele dieser Experten man mit dieser Summe für wie viele Tage beschäftigen kann, erhält man eine imposante Zahl. Bei einem Tagessatz zwischen 1.000 und 3.000 Euro nämlich eine Hausnummer in der Größenordnung von 14 bis 41 Arbeitsjahren, die für den nun geplatzten Deal geschuftet wurde – wohlgemerkt ohne Berücksichtigung von Wochenenden, Feiertagen, wohlverdienten Erholungsurlauben und krankheitsbedingten Ausfällen.

Der Fisch zappelte also bereits an der Angel. Und die Transaktionskosten lassen erahnen, dass es sich bei dem „größeren Healthcare-IT-Unternehmen“ um einen ziemlich großen Fisch handelte. Die Frage aber, ob sich das Management von vornherein den falschen Fisch ausgeguckt hat und ob es die richtige Entscheidung war, den Fisch wieder vom Haken zu lassen, lässt sich aufgrund der mauen Informationslage nicht so leicht beantworten. Eines ist gewiss, die 15 Mio. Euro hätte man an anderer Stelle sinnvoller einsetzen können. Im Nachhinein ist man aber immer schlauer. Man kann dem Management aber auch zugutehalten, kurzfristig schmerzhafte Entscheidungen treffen zu können, wenn diese harten Entscheidungen langfristige Nachteile verhindern.

Der große Akquisitionshunger ist dennoch nicht gestillt

Kurz nach Bekanntgabe des geplatzten Deals wurde verkündet, dass man eigene Aktien zurückkaufen will. Bis zu 1,75 % der ausstehenden Aktien oder ein Volumen von 48,4 Mio. Euro soll es sein. Der heutige Marktwert dieser Anteile entspricht übrigens 48,5 Mio. Euro (Stand: 18.09.2019). Ob der heutige Aktienkurs dem Management günstig erscheint, beantwortet das Management auch gleich selbst. Sowohl Hannes Reichl, Vorstand Stationärer Bereich, als auch Finanzvorstand Michael Rauch kauften CompuGroup-Aktien zu Kursen von 51,00 Euro und 50,46 Euro.

Die Frage, ob der Aktienrückkauf als Ersatz für die ausgefallene Akquisition zu sehen ist, lächelte das Management auf dem Kapitalmarkttag kopfschüttelnd weg. Das Management ist sich zudem auch noch nicht sicher, ob die zurückgekauften Aktien eingezogen werden oder als Währung für zukünftige Akquisitionen bereitstehen sollen. Zukünftig sollen also auch weiterhin Zukäufe getätigt werden. Dabei liegt der Fokus nicht auf kleineren Unternehmen, sondern ganz speziell auf Marktführern in den jeweiligen Segmenten und Regionen. Wollen wir hoffen, dass nicht noch einmal Millionen umsonst fließen werden.

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Sven besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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