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Zwei deutsche Nebenwerte mit 6 und 9 % Dividendenrendite – müssen Anleger sich hier fürchten oder lohnt sich der Einstieg?

Foto: Getty Images

Als Dividendenjäger ist man ständig auf der Suche nach hoch rentierlichen Aktien, die nach Möglichkeit auch im nächsten Jahr eine solide Dividende bieten. Der Blick fällt dabei häufig auf die Dividendenhistorie des Unternehmens, um die Stetigkeit der Ausschüttungen zu beurteilen.

Heute möchte ich zwei Nebenwerte vorstellen, die aktuell eine doch relativ hohe Dividendenrendite bei einer ansehnlichen Dividendenhistorie bieten. Die Rede ist von Aktien des Internet-Service-Providers Freenet (WKN: A0Z2ZZ) sowie des deutschen Shoppingcenterinvestors Deutsche Euroshop (WKN: 748020). Welche der beiden Aktien die besseren Karten hat, das wollen wir hier prüfen.

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Deutsche Euroshop

Die Deutsche-Euroshop-Aktie leidet schon seit Längerem unter dem Vormarsch der Onlinehändler sowie dem MDAX-Abstieg, was letztendlich auch den Kursverfall der letzten Monate erklären könnte. Mittlerweile notiert der Aktienkurs deutlich unter dem Net Asset Value (NAV), der zuletzt mit einem Wert von 43,17 Euro für das Geschäftsjahr 2018 angegeben wurde.

Aus Perspektive der Dividende sieht es allerdings gar nicht so schlecht aus. Ausgehend von einem Wert von 1,05 Euro im Jahr 2010 wurde die Dividende jedes Jahr erhöht – mit Ausnahme des Jahres 2012, in dem sie auf dem Niveau des Vorjahres belassen wurde.

Gezahlt wurde zuletzt, für das Geschäftsjahr 2018, eine Dividende von 1,50 Euro. Dieser Wert soll nach Aussagen des Managements auch in den folgenden Jahren – bis zum Jahr 2021 – um jeweils 5 Cent jährlich auf dann 1,60 Euro ansteigen.

Spielraum für diese Dividendenerhöhungen ist vorhanden. Der FFO je Aktie (Funds from Operations), der im Geschäftsjahr 2018 einen Wert von 2,43 Euro erreichte und für das laufende Geschäftsjahr 2019 in einer Spanne zwischen 2,40 und 2,44 Euro vom Management prognostiziert wird, liegt deutlich oberhalb der letzten Dividendenzahlung.

Einzig die Mieterstruktur gibt ängstlichen Investoren ein wenig zu denken. Die zehn größten Mieter der Deutschen Euroshop sind Einzelhändler, die ein wenig unter der Onlinekonkurrenz leiden. Die durchschnittliche Restlaufzeit der Mietverträge beläuft sich auf gerade einmal 5,1 Jahre. Ob nach diesem Zeitraum noch dieselben Mietpreise durchgesetzt werden können, bleibt abzuwarten.

Freenet

Gründe, warum die Freenet-Aktie von vielen Investoren gehasst wird, gibt es viele. Allerdings liefern die Dividendenhistorie sowie die aktuelle Dividendenrendite zwei Gründe, sich das Unternehmen mal genauer anzuschauen.

So hat Freenet – ausgehend vom Jahr 2010, in dem eine ordentliche Dividende in Höhe von 0,20 Euro gezahlt wurde – die Dividende bis zum Jahr 2017 auf einen Wert von 1,65 Euro ohne Unterbrechung gesteigert. Lediglich die Dividende aus dem letzten Geschäftsjahr 2018 blieb auf dem Niveau des Vorjahres.

Ob der letzte Dividendenwert von 1,65 Euro weiter gezahlt werden kann, bleibt eine interessante Fragestellung. In der Prognose des Halbjahresberichtes 2019 geht das Management von stabilen Umsätzen für das Gesamtjahr aus bei einem EBITDA (Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen) zwischen 420 und 440 Mio. Euro. Diese Werte liegen allerdings unter denen der Vorjahre. 

Mit einer Ausschüttungsquote von 95 % bewegt sich Freenet bereits am Rande einer Vollausschüttung. Nicht zu vergessen sind auch die langfristigen Finanzschulden in der Bilanz von Freenet, die sich zum Stichtag des Halbjahresberichtes 2019 auf 1,65 Mrd. Euro beliefen.

Fazit

Wie man sehen kann, bieten beide Unternehmen aktuell hohe Dividendenrenditen, die allerdings nicht ohne Risiko sind. 

Die Deutsche Euroshop prognostiziert zwar einen Anstieg der Dividende für die nächsten Jahre, Investoren können sich allerdings nicht sicher sein, ob das Geschäftsmodell sich der Digitalisierung des Handels anpassen kann. 

Ebenfalls spannend bleibt die Lage bei Freenet. Ob hier die Dividende des Vorjahres gezahlt wird, bleibt offen. Der Ausblick und die Finanzsituation sprechen jedenfalls noch nicht dafür.

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Frank Seehawer besitzt Aktien von Freenet. The Motley Fool empfiehlt Deutsche Euroshop.

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