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Die Top-Technologien des Jahres 2019: Wie können sich Investoren positionieren?

Foto: Getty Images

Einmal jährlich veröffentlicht das Marktforschungsunternehmen Gartner das, was man wohl als die Bibel der Technologiebranche sehen kann: den Hype Cycle for Emerging Technologies.

Neue Technologien folgen oft einem bestimmten Muster, bis sie den Massenmarkt erreichen: Nach dem ersten Bekanntwerden der Innovation werden die Erwartungen an die neue Technologie in viel zu große Höhen geschraubt – dabei ist die tatsächliche Marktreife noch weit entfernt. Das führt dazu, dass die überzogenen Erwartungen früher oder später in sich zusammenfallen und sich starker Pessimismus breitmacht.

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Doch die Entwicklung schreitet unter dem Radar voran und mit der Zeit entsteht in der Öffentlichkeit ein Verständnis dafür, was die neue Technologie leisten kann und was nicht. Dann etabliert sie sich schließlich auf dem Markt – hier wird dann das dicke Geld verdient.

Die Marktforschungsexperten von Gartner platzieren nun einmal im Jahr die wichtigsten Zukunftstechnologien an ihrer entsprechenden Stelle im Hype Cycle und geben zudem eine Einschätzung ab, wie lange es noch bis zur Marktreife dauern könnte. Schauen wir mal, wie es 2019 aussieht und was Investoren hier mitnehmen können.

Hochinteressant: Auf dem Gipfel des Hypes

Dieses Jahr hat die künstliche Intelligenz dem Hype Cycle ihren Stempel aufgedrückt. Gerade auf dem Weg zum Gipfel der überzogenen Erwartungen finden sich extrem viele Technologien, die überhaupt erst durch KI ermöglicht werden. Oft werden sie jedoch noch bis zu zehn Jahre zur Marktreife brauchen oder werden es erst gar nicht so weit schaffen.

Die Technologien, die sich dieses Jahr auf dem Höhepunkt des Hypes befinden, sind:

  • KI-Plattformen as a Service (PaaS): Hiermit ist die Einbettung von KI-Anwendungen in Cloud-Plattformen gemeint. Die führenden Unternehmen sind hier die üblichen Verdächtigen im Bereich Technologie: Alphabet (WKN: A14Y6H), Amazon (WKN: 906866), Microsoft (WKN: 870747), IBM (WKN: 851399) oder Salesforce (WKN: A0B87V) integrieren KI-Services in ihre Plattformen. Zu den konkreten Anwendungen zählen Sprachassistenten, Bilderkennung, Datenanalyse und vieles mehr.
  • Biochips: Diese könnten zum Beispiel zur Gensequenzierung oder bei der Diagnose von Krankheiten zum Einsatz kommen. Unternehmen, die hier mitmischen, sind zum Beispiel Fluidigm (WKN: A0RADJ), Illumina (WKN: 927079) und Luminex (WKN: 936597). Bei beiden genannten Technologien rechnet Gartner mit fünf bis zehn Jahren bis zur flächendeckenden Adaption.
  • 5G: Vom Mobilfunkstandard der Zukunft hast auch du sicher schon einmal etwas gehört: Er bietet blitzschnelle Übertragungsraten und kaum merkliche Verzögerungszeiten. Das Feld ist hier sehr breit und reicht von Herstellern von Antennentechnik wie Nokia (WKN: 870737) und Ericsson (WKN: 850001) über Telekomunternehmen bis hin zu Chipherstellern. Schon in zwei bis fünf Jahren könnte die Technologie im Massenmarkt ankommen.

Während all diese Technologien definitiv spannend und zukunftsträchtig klingen, sollten wir nicht vergessen, dass Gartner hier gerade einen ziemlich großen Hype sieht. Je nachdem, wie stark die genannten Unternehmen von den jeweiligen Technologien abhängig sind, könnte sich das auch auf die Aktienkurse ausgewirkt haben, was mittelfristig übertriebene Bewertungen bedeuten könnte.

Im Tal der Enttäuschung zu investieren, könnte die wesentlich klügere Entscheidung sein, da die Technologie möglicherweise schon weiter ist, als die allgemeine öffentliche Wahrnehmung vermuten lässt.

Im Tal der Enttäuschung: Autonomes Fahren

Im Tal der Enttäuschung hat Gartner Fahrzeuge mit Autonomielevel 4 platziert. Damit ist ein System gemeint, das in den meisten Fällen autonom fahren kann und in schwierigen Situationen eigenständig und ohne menschlichen Eingriff reagiert. Ein Mensch hat jedoch weiterhin die Möglichkeit, das Fahrzeug zu übernehmen, wenn er das gerne möchte.

Langfristig könnten autonome Fahrzeuge fahrerlose Ridesharing-Modelle ermöglichen, bei denen du in ein Auto einsteigst, eine Zeit lang schläfst, liest oder einen Film schaust, und schließlich am Zielort ankommst, ohne auch nur einmal auf die Straße geblickt zu haben. Level-4-Autonomie reicht für ein flächendeckendes, vollautonomes Netzwerk aber nicht aus – daher vielleicht der aktuelle Pessimismus. Außerdem bestehen teilweise regulatorische Hürden und moralische Bedenken.

Interessierte Investoren können sich entweder bei den Unternehmen umsehen, die die autonomen Fahrzeuge entwickeln, wozu Alphabet, Tesla (WKN: A1CX3T) und Uber (WKN: A2PHHG) zählen. Oder man schaut sich auf der Seite der Plattformanbieter und Hardwarelieferanten um, wo etwa Nvidia (WKN: 918422), Baidu (WKN: A0F5DE) und Magna (WKN: 868610) zu nennen sind.

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Christoph besitzt Aktien von Alphabet, Amazon, Baidu, Nvidia und Tesla. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Vorstand von The Motley Fool. Suzanne Frey arbeitet als Führungskraft bei Alphabet und sitzt im Vorstand von The Motley Fool. Teresa Kersten arbeitet für LinkedIn und sitzt im Vorstand von The Motley Fool. LinkedIn gehört zu Microsoft. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A- und C-Aktien), Amazon, Baidu, Illumina, Microsoft, NVIDIA, Salesforce.com und Tesla. The Motley Fool besitzt Aktien von Nokia. The Motley Fool hat eine Shortposition auf Aktien von IBM und besitzt die folgenden Optionen: Short Januar 2020 $200 Puts auf IBM, Short September 2019 $145 Calls auf IBM, Long Januar 2020 $200 Calls auf IBM, Long Januar 2021 $85 Calls auf Microsoft und Long Januar 2021 $100 Calls auf Salesforce.com. The Motley Fool empfiehlt Gartner und Uber Technologies.

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