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Eatons E-Mobility-Einheit verkündet einen weiteren Deal

Der weltweit agierende Industriegigant Eaton (WKN: A1J88N) gründete 2018 ein neues Unternehmen, um den Wandel zur Elektrifizierung in der Fahrzeugbranche zu nutzen. Betrachtet man die bisherigen Finanzergebnisse, so sieht die Tochtergesellschaft eMobility nicht nach dem ganz großen Erfolg aus. Aber schauen wir mal genau hin. Denn die Dinge scheinen ziemlich gut zu laufen. Hier ist alles, was man darüber wissen muss, warum Eaton mit den Fortschritten bei eMobility trotz eines massiven Gewinnrückgangs zufrieden ist.

Eine große Chance

Seit seiner Gründung hat Eaton die Transportbranche bedient. Die Produktlinie des Unternehmens hat sich im Laufe der Zeit verändert, aber das Fahrzeugsegment trägt nach wie vor stark zum Gesamtergebnis bei. Im zweiten Quartal trug dieses Geschäft rund 15 % zum Umsatz bei und erzielte eine operative Marge von 16,9 %. Im Vergleich zum Vorjahr sank diese Marge um 1,6 Prozentpunkte, während der Umsatz der Division um 11 % zurückging.

Der Rückgang hatte zwei Gründe. Erstens gab es eine Verlangsamung in der Branche, wobei Eaton einen Rückgang der weltweiten Verkäufe von leichten Nutzfahrzeugen um 7 % im zweiten Quartal aufzeigte. Aber noch wichtiger war, dass Eaton einen Teil seines Fahrzeuggeschäfts abgelöst hat, um ein Joint Venture mit dem Motorenriesen Cummins zu gründen. Das Joint Venture, das nicht im Ergebnis des Fahrzeugbereichs enthalten ist, verzeichnete im Quartal einen Umsatzanstieg von 11 %. Alles in allem ist die Fahrzeugdivision also ein wichtiges Geschäft für Eaton und wenn man das Joint Venture mit einbezieht, läuft es in einem schwierigen Markt gut.

Aber noch etwas ist zu beachten: eMobility. Eaton sieht deutlich, dass die Zukunft den Elektrofahrzeugen gehören wird. Um die Position in dieser aufstrebenden Nische zu stärken, hat man Teile des Elektrogeschäfts mit Teilen des Fahrzeugbereichs zusammengeführt und 2018 die eMobility gegründet. Das Unternehmen glaubt, dass es sich um eine 4-Mrd.-Dollar-Umsatzchance handeln könnte. Das Problem ist, dass man von diesen 4 Mrd. US-Dollar im Moment weit entfernt ist.

Schwach oder stark?

Im zweiten Quartal erzielte eMobility einen Umsatz von 84 Mio. US-Dollar, was nur 1,5 % des Gesamtumsatzes von Eaton im zweiten Quartal entspricht. Diese Zahl lag unterdessen nur noch 1 % über dem Vorjahreswert – nicht besonders beeindruckend. Die operative Marge im Segment betrug 8,3 %, was einem Rückgang von mehr als 50 % und weniger als der Hälfte der gesamten operativen Marge des Unternehmens von 17,9 % entspricht. Die Segmentgewinne sanken im Vergleich zum Vorjahr um 50 % von 14 auf 7 Mio. US-Dollar. Und das Unternehmen hat seine organischen Wachstumsprognosen für eMobility für 2019 um rund die Hälfte reduziert. Auf den ersten Blick sehen diese Zahlen ziemlich düster aus.

Eatons eMobility-Ergebnisse im Vergleich zum Gesamtunternehmensergebnis, Q2 2019
Kennzahl eMobility Eaton Rest
Absatz +1 % +1 %
Operative Marge 8,3 % 17,9 %
Operativer Profit – 50 % + 6 %

Quelle: Eaton

Aber die Geschichte ist hier noch nicht zu Ende. Erstens besteht das heutige Geschäft von eMobility hauptsächlich aus Verbrennungsmotoren, einem schwachen Bereich (wie die Ergebnisse der Fahrzeugdivision von Eaton zeigen). Zweitens wird erwartet, dass diese Einnahmen an Bedeutung verlieren, da das Unternehmen seine Produkte in Elektrofahrzeugmodelle mit einer mehrjährigen Lebensdauer einbringen wird. Einmal in diesen Prozess einbezogen, wird eMobility eine stabile Einnahmequelle haben, wenn die Fahrzeuge in Produktion gehen.

Im Guten wie im Schlechten bedeutet dies, dass die Vorlaufkosten für Forschung und Entwicklung groß sein können, bevor der Umsatz reinkommt. Das sind die Kosten für den Abschluss dieser mehrjährigen Verträge. Sobald die Einnahmen jedoch erst einmal fließen, werden sie jahrelang mit geringen Mehrkosten fortbestehen. Die operative Marge von eMobility war im zweiten Quartal stark von den F&E-Ausgaben betroffen.

Das schwache Umsatzwachstum in der Division muss man auch im großen Ganzen betrachten. Das Segment eMobility hat bereits zwei bedeutende Aufträge im Gesamtwert von 390 Mio. US-Dollar erhalten. Diese Zahl beinhaltet einen Vertrag über 160 Mio. US-Dollar in der ersten Jahreshälfte 2019. Einfach ausgedrückt: Obwohl man noch nicht flächendeckend am Start ist, gewinnt eMobility in der Elektrofahrzeugindustrie an Bedeutung. Es wird nur einige Zeit dauern, bis sich dies in den Finanzergebnissen der Division bemerkbar macht.

Es ist ein Marathon, kein Sprint

Im Moment sehen die Ergebnisse von eMobility ziemlich bescheiden aus, aber Eaton denkt nicht in Jahren, sondern in Jahrzehnten. Tatsächlich gibt es Eaton seit mehr als 100 Jahren und in dieser Zeit hat das Unternehmen gezeigt, dass es in der Lage ist, sich an Veränderungen anzupassen. Das Management sieht die Veränderungen im Bereich Fahrzeuge, geht wieder mit der Zeit und schafft eine Division, die den aufstrebenden Elektrofahrzeugmarkt bedient.

Dies ist ein langfristiger Trend, der für Eaton sehr profitabel sein dürfte. Es wird nur einige Zeit dauern, bis das Unternehmen den Maßstab und die Reichweite erreicht hat. Im Moment sollte man nicht zu genau auf die Ergebnisse der Einheit achten: Es kostet viel Geld, ein Unternehmen von Grund auf aufzubauen. Man sollte allerdings die Auftragseingänge im Auge behalten. Die zeigen eher die langfristige Chance. Diese frühen Erfolge zeigen sich zwar noch nicht in den Ergebnissen der Einheit, spiegeln aber die tatsächlich gemachten Fortschritte wider.

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The Motley Fool empfiehlt Aktien von Cummins. Reuben Gregg Brewer besitzt Aktien von Eaton. Dieser Artikel erschien am 7.9.2019 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.