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OSRAM-Aktie: 3 interessante Details zum Übernahmeangebot der ams Group

Die heiße Phase läuft, seit wenigen Tagen ist auch das Übernahmeangebot für OSRAM (WKN: LED400) von ams (WKN: A118Z8) in Kraft. Wer an den beiden Aktien auf die eine oder andere Weise interessiert ist, sollte die folgenden Aspekte kennen.

Noch haben OSRAM-Aktionäre nichts verpasst

Seit Bekanntwerden des ersten Übernahmeangebots war simples Abwarten die beste Strategie für OSRAM-Aktionäre. Von den Juni-Tiefs bei 25 Euro ist der Kurs nun auf deutlich über 37 Euro gestiegen, ein Plus von fast 50 % (Stand: 06.09.2019). Seit dem 3. September können Aktien der speziell für die Transaktion gegründeten ams-Tochter Opal BidCo GmbH zum Kurs von 38,50 Euro angedient werden.

Wer bereits zuvor seine Anteile für das geringere Gebot („Luz Offer“) von 35 Euro angedient hatte, der hat nun die Chance, davon kostenfrei zurückzutreten, solange die Aktien in einem deutschen Depot gehalten werden. Wer sich hingegen nach dem 3. September für das Luz Offer entscheidet, der wird daran gebunden sein. Da heißt es, den richtigen Knopf zu drücken …

Ob wir das Angebot annehmen, können wir uns bis Mitternacht des 1. Oktober noch überlegen. Das Management von ams scheint recht zuversichtlich zu sein, dass man letztlich erfolgreich aus diesem Bieterkampf hervorgehen wird. Schließlich ist es bereits fleißig dabei, parallel zum Angebot Aktien über die Börse einzusammeln – rund 200.000 Anteile pro Tag –, sodass sich ams zum 6. September bereits den Zugriff auf rund 2 Mio. Aktien gesichert hat, entsprechend 2 % des Grundkapitals. Beim Kaufpreis von im Schnitt 37 Euro spart sich ams dadurch 1,50 Euro pro Aktie.

Auch deshalb stieg der OSRAM-Kurs wohl zuletzt. Bei knapp 38 Euro könnte es für viele Aktionäre attraktiv sein, vorzeitig über die Börse Kasse zu machen.

Im Erfolgsfall könnte schon im Oktober Geld fließen

Da beide Gebote am gleichen Stichtag ablaufen, wird es kein Zurückfallen auf das Luz Offer geben. Scheitert ams, dann wird OSRAM wohl zunächst wieder auf sich alleine gestellt sein und man wird sehen müssen, was die Zukunft bringt. Das ist das Risiko, das man einkalkulieren muss, wenn man das Angebot annimmt, anstatt zuvor zu verkaufen.

Wahrscheinlicher ist jedoch, dass ams Erfolg hat, denke ich. Im besten Fall werden bereits innerhalb von acht Banktagen nach Bekanntgabe der Andienquote die versprochenen 38,50 Euro je Aktie bezahlt. Spätestens Mitte Oktober sollte das Geld also eigentlich auf dem Bankkonto gebucht sein. Allerdings gilt es noch eine Sache zu beachten: Sollten die Wettbewerbsbehörden in Europa, China oder den USA dazwischenfunken, dann könnte es noch ein Jahr länger dauern, bis Geld fließt.

Im Moment sieht es allerdings nicht danach aus. Bei der Europäischen Wettbewerbsaufsicht ist bisher keinerlei Aktivität bezüglich des geplanten Deals bekannt geworden. Die eher komplementären Geschäftsfelder von ams und OSRAM unterscheiden sich ja schon sehr stark. Lediglich bei den optischen Sensoren sind geringfügige Überlappungen für mich erkennbar, und die Wettbewerberlandschaft ist vielfältig in diesem Segment. Ich mag nichts ausschließen, aber ein kurzfristiger Abschluss scheint realistisch.

Seine Aktien zu halten oder anzudienen bleiben daher vernünftige Optionen für Aktionäre, um noch etwas mehr aus seinem Investment herauszuholen.

Die ams-Aktionäre werden optimistischer

Zunächst waren die Aktionäre von ams nicht gerade begeistert von den Ambitionen des Managements. Kleinere Akquisitionen hatte es in der Vergangenheit ganz gut gemeistert, aber OSRAM ist ein anderes Kaliber. Die 4,3 Mrd. Euro, die ams für den Deal aufbringen muss, hören sich gewaltig an. Mittlerweile scheint der Optimismus allerdings zurückzukommen, der Kurs hat sich wieder über die Marke von 40 Euro vorgearbeitet.

Schaut man sich die Finanzierungsstruktur genauer an, dann relativieren sich die Sorgen deutlich. 0,4 Mrd. Euro davon beziehen sich auf die Nettoschulden von OSRAM, die lediglich von einer Bank zur anderen wandern. 1,5 Mrd. Euro kommen durch die geplante Eigenkapitalerhöhung herein. Die verbleibenden 2,4 Mrd. Euro werden durch die Ausgabe von Anleihen finanziert, die vom derzeit traumhaften Zinsumfeld profitieren werden.

Auch dieser Betrag wird sich voraussichtlich zügig weiter reduzieren, da ams beabsichtigt, die Digitalsparte von OSRAM zu veräußern. Diese schreibt Umsätze im Bereich von 0,9 Mrd. Euro und das OSRAM-Management sieht langfristige Wachstumsperspektiven von jährlich ca. 10 %. Von daher würde ich mal mit einem möglichen Erlös von mehr als 1 Mrd. Euro rechnen.

In diesem Fall bliebe lediglich noch ein Betrag von bis zu 1,4 Mrd. Euro von den anfangs 4,3 Mrd. Euro an Finanzschulden übrig. Das wirkt gut beherrschbar, denn ams wird durch die Zusammenlegung der Standorte mit OSRAM seine laufenden Kosten senken und damit seine Profitabilität steigern können. Bei dann über 4 Mrd. Euro Umsatz müssten sich nach Abschluss der Integration in etwa zwei Jahren Gewinne ergeben, die die Schulden problemlos tragen können.

Es gibt Grund zum Optimismus

Im Moment wirkt alles noch etwas heikel: Kommt der Deal durch? Wird die Finanzierung klappen? Kann ams die größere OSRAM sauber integrieren? Nichts davon ist sicher, aber aus ams-Sicht gefällt mir das schon ziemlich gut, denn OSRAM hat Qualitäten, die den Sensorspezialisten auf eine neue Ebene heben könnten.

OSRAM-Aktionäre wiederum haben noch einige Tage Zeit, um zu überlegen. Im Bereich von 38 Euro zu verkaufen und dann bei einem etwaigen Rücksetzer in ams umzuschichten, könnte eine attraktive Option darstellen, um weiterhin bei dieser spannenden Geschichte dabeizubleiben.

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Ralf Anders partizipiert über ein von ihm betreutes Indexzertifikat an der Aktienentwicklung von OSRAM. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.