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Der Handelskrieg: Die wichtigsten Entwicklungen des Monats August 

Der August war ein turbulenter Monat an der Börse und der anhaltende Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und China war der Hauptgrund dafür. Neue Zölle wurden angekündigt, sowohl die neuen als auch die zuvor bestehenden Zölle wurden anschließend erhöht, China suchte mit eigenen Zöllen Vergeltung und Präsident Trump ging sogar so weit, amerikanische Unternehmen, die mit China Geschäfte machen, zu ermutigen, nach Alternativen zu suchen.

Es gab hier viel zu beachten, also hier ein kurzer Überblick über die neuesten Entwicklungen, darüber, warum es endlich zu einem Handelsvertrag kommen könnte und wer die größten Gewinner sein dürften, wenn das der Fall ist.

Was ist in letzter Zeit im Handelskrieg passiert?

Die wichtigsten Entwicklungen, die in jüngster Zeit im Handelskrieg stattgefunden haben, stammen alle aus der jüngsten Zollrunde von Präsident Trump.

In einem überraschenden Schritt kündigte der Präsident am 1. August einen zehnprozentigen Zoll auf die 300 Mrd. US-Dollar an chinesischen Importen an, die bisher vom Handelskrieg unberührt geblieben waren. Dieser sollte zunächst am 1. September, einen Monat nach der Ankündigung, in Kraft treten.

Nun, in diesem Monat ist viel passiert.

Erstens hat China mit eigenen Zöllen reagiert. Sie sind geringer als die US-Zölle – 5 bis 10 % auf etwa 75 Mrd. US-Dollar an US-Exporten. Als Reaktion auf diese Vergeltungsmaßnahmen entschied Präsident Trump jedoch, dass die kürzlich angekündigten Zölle 15 und nicht 10 % betragen würden. Und die derzeit geltenden Zölle von 25 % auf 250 Mrd. US-Dollar an chinesischen Einfuhren würden am 1. Oktober auf 30 % steigen.

Um die Auswirkungen auf das US-Weihnachtsgeschäft zu minimieren, wurde dann etwa die Hälfte der neuen 15-%-Zölle auf den 15. Dezember verschoben. Das betrifft etwa 160 Mrd. US-Dollar der 300 Mrd. US-Dollar an chinesischen Importen, auf die Trump in seiner ursprünglichen Ankündigung verwiesen hat.

Die neuesten Zölle traten am 1. September in Kraft. Die Zölle von 15 % wurden nun auf etwa 112 Mrd. US-Dollar chinesischer Einfuhren erhoben. Das geschieht zusätzlich zu den bereits bestehenden Zöllen und China hat sich mit eigenen Zöllen von 5 bis 10 % auf etwa 75 Mrd. US-Dollar an US-Exporten revanchiert.

Diese Zölle sind besonders wichtig, da sie mehr Konsumgüter betreffen als in früheren Runden. Die Regierung Trump hatte die früheren Zölle weitgehend auf Bereiche konzentriert, die möglichst geringe Auswirkungen auf Einzelhandelswaren haben würden.

Schließlich befahl Präsident Trump am 23. August auch (über Twitter) amerikanischen Unternehmen, „sofort nach einer Alternative zu China zu suchen.“

Kurz gesagt, der August war ein ereignisreicher Monat für den Handelskrieg. Dieser war auch die treibende Kraft hinter der anhaltenden Volatilität der Aktienmärkte im Laufe des Monats.

Könnte bald ein Handelsvertrag kommen?

Eine positive Entwicklung in der Geschichte des Handelskrieges ist, dass China offenbar darauf hinweist, dass es ohne weitere Feindseligkeiten einen Deal abschließen will, und sagt, dass es ein „ruhiges“ Ende der Handelsspannungen anstrebt. Diese Nachricht kam, nachdem der Präsident amerikanischen Unternehmen befohlen hatte, Alternativen zu China zu finden, aber noch bevor die letzte Runde der Zölle in Kraft trat.

Präsident Trump sagte später, dass chinesische Beamte die USA erreicht hätten, und äußerte Interesse daran, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Die größten Gewinner, wenn ein Trade Deal zustande kommt

Offensichtlich würde die gesamte US-Börse einen kollektiven Seufzer der Erleichterung ausstoßen, wenn ein Handelsvertrag zustande käme. Die genaue Marktreaktion auf ein hypothetisches Ende des Handelskrieges ist an dieser Stelle noch nicht ganz klar, aber es ist anzunehmen, dass die meisten wichtigen Marktindizes aufgrund solcher Nachrichten wahrscheinlich nach oben klettern würden.

Die größten direkten Gewinner eines Handelvertrags wären wahrscheinlich die Aktien und Sektoren, die am stärksten betroffen sind. Zum Beispiel Elektronikhersteller wie Apple (WKN:865985), das bei einem Großteil seiner Lieferkette auf China angewiesen ist.

Andere Sektoren könnten indirekte Gewinner sein, wie der Finanzsektor. Da der Handelskrieg eskaliert ist, hat er die Rezessionsängste am Markt verstärkt, was die Zinsen gesenkt hat. Niedrigere Zinssätze führen in der Regel zu niedrigeren Gewinnmargen für Banken, sodass ein Trade Deal die Marktstimmung verbessern könnte, was wiederum zu einem Anstieg der Zinssätze (und der Bankwerte) führen könnte.

Was passiert, wenn sich der Handelskrieg fortsetzt?

Wenn kein Handelsvertrag oder zumindest bedeutende Fortschritte angekündigt werden, wenn sich die Verhandlungsführer aus den USA und China treffen, erwarte ich eine negative Reaktion der Börse. Jede weitere Ankündigung von Zöllen oder anderen Maßnahmen von beiden Seiten wäre noch schlimmer. Ich würde erwarten, dass solche Unternehmen und Branchen, die am meisten mit China Geschäfte machen, am stärksten betroffen sind, aber ein andauernder Handelskrieg könnte ein großer negativer Wachstumstreiber für den Markt insgesamt sein, besonders wenn er zu einer Rezession führt.

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Dieser Artikel wurde von Matthew Frankel auf Englisch verfasst und am 03.09.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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