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Daimler-Aktie: 6-Jahres-Tief, Autorezession und CEO-Optimismus: Was soll man jetzt glauben?

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Die Aktie von Daimler (WKN: 710000) konnte innerhalb der vergangenen Handelstage wieder ein wenig Boden gut machen. Ausgehend von einem 6-Jahres-Tief noch vor Kurzem stieg das Papier zuletzt wieder rasant. Von einem Kursniveau von 42,38 Euro je Aktie ausgehend, markiert am Freitag der letzten Woche, konnte Daimler inzwischen wieder einen Kurs von 45,28 Euro erreichen. Immerhin ein Plus von fast 7 % binnen weniger Tage.

Viele Investoren sind dennoch verunsichert, was die weitere Marschrichtung dieser spannenden Aktie angeht. Gegenwärtig existieren zudem viele Meldungen, die zugleich Optimismus und Pessimismus verbreiten, was diese grundsätzliche Fragestellung ein wenig erschwert.

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Versuchen wir dennoch, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, indem wir uns im Folgenden aktuelle Meinungen zu Daimler und der Automobilindustrie ein weniger näher ansehen. Und uns infolgedessen unsere eigene Meinung bilden.

So weit reicht die Spannweite aktuell

Ein erster Akteur, der innerhalb der vergangenen Tage wieder eine Prise Optimismus verbreitet hat, war kein Geringerer als der neue Daimler-Chef Ola Källenius. Zwar sei das aktuelle Geschäftsumfeld weiterhin rau und 2019 bislang eher ein Geschäftsjahr zum Vergessen gewesen. Dennoch werde sich das Blatt in den Augen des Daimler-Verantwortlichen schon bald, vermutlich sogar im zweiten Halbjahr, wenden, da sich der globale Automobilmarkt seiner Meinung nach nicht in einem länger andauernden Abschwung befinde.

Eine Einschätzung, die man einerseits spielend leicht teilen kann. Der Autobauer hat im ersten Halbjahr schließlich nicht sonderlich glänzen können, sondern speziell im zweiten Quartal des aktuellen Börsenjahres mit einem milliardenschweren Verlust auf sich aufmerksam gemacht. Auch wenn eine Verbesserung daher viele Investoren besänftigen könnte, ist sie im Grunde genommen kein allzu großer Schritt, wie sich das zunächst anhört. Tiefer, um es ganz klar zu formulieren, kann und sollte der Stuttgarter Premiumautomobilproduzent schließlich nicht sinken.

Ein deutlich pessimistischeres Gesamtbild der Automobilindustrie zeichnet hingegen Ferdinand Dudenhöffer, ein Funktionär des CAR-Institutes. Dieser Automobilprofi hat sich jüngst ebenfalls im Rahmen eines Interviews mit dem Anlegermagazin Der Aktionär zu den weiteren Aussichten innerhalb dieser Branche geäußert. Dabei prophezeite er die größte Welt-Automarkt-Rezession der vergangenen 25 Jahre.

Zwei sehr konträre Sichtweisen, die hier aufeinanderstoßen, die jedoch meines Erachtens vielleicht gar nicht mal so viel mit den weiteren Aussichten der Aktie zu tun haben könnten, wie einige Investoren möglicherweise denken.

Das ist die entscheidendere Frage!

Die viel entscheidendere Frage könnte in all dem Heckmeck nämlich sein, wie viel Negatives in den aktuellen Aktienkurs der Daimler-Aktie, neben denen der weiteren Autobauer, bereits eingepreist ist. Um beim Stuttgarter Premiumproduzenten zu bleiben: Alleine innerhalb der vergangenen Jahre hat sich hier der Aktienkurs inzwischen mehr als halbiert. Eine durchaus spannende, beeindruckende, wenngleich auch negative Entwicklung, die man nicht alltäglich sieht.

Sowohl der Handelskonflikt als auch der Verlust könnten in dieser schlechten Kursperformance daher bereits eingepreist sein. Vielleicht sogar noch ein kleines bisschen mehr Skepsis, was eine weitere Eintrübung der aktuellen konjunkturellen Gesamtsituation anbelangt. Und vielleicht sogar eine drohende Rezession innerhalb der Automobilindustrie, worüber ebenfalls nicht erst seit Kurzem spekuliert wird.

Die Automobilbranche hat schließlich bereits seit einiger Zeit mit ihren makroökonomischen Problemen und Wehwehchen zu kämpfen. Entsprechend könnte das Bewertungsniveau dieser inzwischen günstigen DAX-Aktie das vielleicht bereits widerspiegeln.

Rezessionen kommen und gehen …

Ob die Rezession daher wahrscheinlicher wird, ob der Aufschwung in dem nächsten Halbjahr kommt, all das sollte für Investoren  aktuell möglicherweise gar nicht so entscheidend sein. Natürlich, kurzfristig könnten der Handelskonflikt und Rezessionsanzeiger die Aktien vielleicht zum Spielball derartiger Neuigkeiten werden lassen. Über kurz oder lang wird jedoch auch diese Schwächeperiode vorbeigehen.

Investoren könnten daher gut beraten sein, die Daimler-Aktie selbst mit ihren langfristigen Chancen und Risiken zu bewerten. Und nicht anhand von Neuigkeiten oder Einschätzungen, bei denen immer ein Hauch von Hypothese mitschwingt.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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