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Nordex vs. Siemens Gamesa: Welcher Windradbauer ist besser?

Nordex (WKN: A0D655)  und Siemens Gamesa Renewable Energy (WKN: A0B5Z8) sind zwei der Schwergewichte der Branche, was den Vergleich zwischen den beiden Giganten umso spannender macht. Dass die Branche momentan mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat, dürfte kein Geheimnis sein. Die Preise sind in den letzten Jahren stark gesunken und die Profitabilität der Konzerne gleich mit.

Doch trotzdem haben sich beide Konzerne unterschiedlich entwickelt.

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Gewinnentwicklung

Schauen wir zuerst einmal auf den Gewinn. Hier liegt die Siemens-Tochter deutlich vor Nordex, denn Nordex hat bereits seit mehr als einem Jahr keine schwarzen Zahlen mehr geschrieben. In der ersten Jahreshälfte ging es sogar noch weiter bergab. Der Verlust vor Steuern ist von 40,3 auf 55,4 Mio. Euro gestiegen.

Siemens Gamesa hat ein anderes Geschäftsjahr als Nordex definiert. Es beginnt am 01.10. statt am 01.01. eines Jahres, dementsprechend hat das Unternehmen bereits drei Quartale in seinem Geschäftsjahr hinter sich. Über die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres konnte der Vorsteuergewinn um 34,5 % auf 186 Mio. Euro gesteigert werden, was vor allem an gesunkenen Restrukturierungsaufwendungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum liegt.

Gewinner: Siemens Gamesa.

Verschuldung

Werfen wir nun einen Blick auf die Bilanzen der beiden Unternehmen. Siemens Gamesa hatte zum Stichpunkt 31. Juli eine Nettoverschuldung von 191 Mio. Euro in der Bilanz stehen, was zwar ein Anstieg um 37 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahreswert ist, aber aufgrund der laufenden Gewinne wohl keinerlei Problem darstellen sollte. Immerhin könnte man die gesamte Verschuldung mit einem Jahresgewinn tilgen.

Nordex hat zum 30.06. eine Nettoverschuldung in ähnlicher Höhe, nämlich 204 Mio. Euro, ausgewiesen, auch hier sehen wir einen Anstieg um etwa 30 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahreswert von 174 Mio. Euro, doch im Fall von Nordex sehe ich die Verschuldung aufgrund der Verluste kritischer, da nicht ausgeschlossen ist, dass in den nächsten Quartalen weitere Millionen dazukommen werden. Ebenfalls unklar ist, in welcher Relation die Schulden zu einem möglichen Gewinn stehen würden, da aus meiner Sicht nicht abzuschätzen ist, wie hoch ein Gewinn ausfallen könnte, wenn die Gewinnschwelle wieder überschritten werden würde.

Gewinner: Siemens Gamesa.

Aufträge

Kommen wir zum wichtigsten Indikator für die zukünftige Entwicklung, dem Orderbuch. Siemens Gamesa sitzt nach letztem Stand auf einem Orderbuch im Wert von 25,1 Mrd. Euro und konnte allein im letzten Geschäftsquartal neue Aufträge in Höhe von 4,7 Mrd. Euro an Land ziehen. Gegenüber dem Vorjahr ist der Orderbestand um 8,2 % gestiegen und hat nun einen Umfang vom Doppelten des Jahresumsatzes. Selbst wenn das Unternehmen nun keine Aufträge mehr entgegennehmen würde, wäre es also noch zwei Jahre lang gut beschäftigt.

Nordex verfügte Ende Juni über ein Orderbuch im Wert von 7,6 Mrd. Euro, was gegenüber dem Vorjahreswert von 5,2 Mrd. Euro einem massivem Anstieg um fast 50 % entspricht. Auch Nordex könnte für etwa zwei Jahre auf neue Bestellungen verzichten und den Umsatz auf dem aktuellen Niveau von knapp 3 Mrd. Euro halten.

Aufgrund des erheblich dynamischeren Orderbuches ist Nordex für mich in dieser Hinsicht der Gewinner.

Foolishes Fazit

Wenn ich mich zwischen den beiden Unternehmen entscheiden müsste, würde meine Wahl auf Siemens Gamesa fallen. Die Bilanz ist aus meiner Sicht hier deutlich stabiler als bei Nordex und die Gewinnaussichten deutlich klarer. Nordex hat immer noch damit zu kämpfen, in die Gewinnzone zurückzukehren, wohingegen die Konkurrenz bereits profitabel arbeitet. Zwar konnten in den letzten Quartalen signifikante Orders an Land gezogen werden, doch ob und wie sich diese finanziell auszahlen werden, bleibt abzuwarten.

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