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Thyssenkrupp droht das DAX-Aus: Was Anleger jetzt wissen müssen

Der Stahl- und Industriekonzern Thyssenkrupp (WKN: 750000) ist eigentlich als DAX-Urgestein bekannt, denn das Unternehmen zählt zu den Gründungsmitgliedern des deutschen Leitindex. Von den 30 Gründungsmitgliedern des DAX aus dem Jahr 1988 sind nur noch 13 übrig, also inzwischen weniger als die Hälfte. Die Deutsche Börse (WKN: 581005) nimmt einmal jährlich die Zusammensetzung des DAX unter die Lupe und prüft, welche Unternehmen die Kriterien für die Mitgliedschaft in den Indizes der DAX-Familie (DAX, MDAX, SDAX, TecDAX) noch erfüllen – und welche nicht.

Am Mittwoch ist es wieder so weit: Die Deutsche Börse veröffentlicht das Ergebnis ihrer Überprüfung. Viele Experten gehen schon jetzt fest davon aus, dass Thyssenkrupp vom DAX in den MDAX absteigen und damit künftig nicht mehr in der Börsenoberliga mitspielen wird. Als Anleger ist es grundsätzlich ratsam, sich über die möglichen Auswirkungen solcher Indexentscheidungen auf das eigene Investment zu informieren. Werfen wir mal einen Blick darauf, warum der Stahlkonzern voraussichtlich aus dem Börsenbarometer fliegt und welche Konsequenzen das möglicherweise haben wird.

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DAX ade!

Die Deutsche Börse berücksichtigt in ihrem Indexentscheid zwei wesentliche Kriterien: Streubesitzmarktkapitalisierung und Börsenumsatz. Es wird also überprüft, wie wertvoll das Unternehmen an der Börse war und wie intensiv die Aktie in den vergangenen zwölf Monaten gehandelt wurde. Die neuen Veränderungen treten ab dem 23. September 2019 in Kraft. Das Hauptproblem von Thyssenkrupp ist der Börsenwert, denn der Aktienkurs hat sich binnen eines Jahres fast halbiert. Mit Blick auf den Börsenwert des Streubesitzes lag der Konzern unlängst nur noch auf Platz 46 – dabei wäre für eine fortgesetzte DAX-Mitgliedschaft mindestens Rang 40 nötig.

Bei dem Stahlkonzern läuft es schon seit einer ganzen Weile nicht mehr rund und der Niedergang an der Börse war für viele Anleger wahrscheinlich keine Überraschung. Als einer der größten deutschen Zulieferer für Automobilhersteller hat die Flaute in der Autoindustrie den Konzern natürlich hart getroffen. Problematisch waren in der Vergangenheit auch der Anstieg der Kosten für CO2-Emissionsrechte und der Rohstoffkosten (zum Beispiel Eisenerz) bei zugleich nachlassender Stahlnachfrage. Hinzu kam der Fehlschlag des geplanten Zusammenschlusses mit dem indischen Konkurrenten Tata Steel (WKN: 946126) im Rahmen des Konzernumbaus, der wegen Wettbewerbsbedenken von der EU verboten wurde. Die hohen Schulden des Konzerns und externe Störfaktoren wie der Handelskonflikt und der drohende Brexit tun ihr Übriges. Nach der kürzlichen Bekanntgabe der miserablen Geschäftsergebnisse für das dritte Quartal wurden die Prognosen für das Gesamtjahr erneut nach unten korrigiert.

Verkaufsdruck dürfte nicht auf sich warten lassen

Angesichts all dieser Faktoren ist es also kein Wunder, dass der Aktienkurs von Thyssenkrupp so gelitten hat. Der DAX-Rauswurf erscheint somit inzwischen unvermeidbar. Vorstandschef Guido Kerkhoff ist offenbar schon seit einer Weile darauf vorbereitet. Bei der Vorstellung der Quartalszahlen hatte er bereits betont, dass die Indexzugehörigkeit dem Management zurzeit nicht so wichtig sei wie die Lösung anderer grundlegender Probleme des Konzerns. Auch wenn sich der Vorstandschef damit betont unbefangen gibt, ist der Abstieg aus dem DAX alles andere als eine Kleinigkeit. Er kommt trotzdem einem Prestigeverlust gleich und wird auch dafür sorgen, dass dem Konzern künftig deutlich weniger Aufmerksamkeit von den Börsianern zuteilwird.

Thyssenkrupp-Aktionäre sollten sich aber vor allem auf stürmische Zeiten einrichten. Wegen der schlechten Presse dürften sich viele Anleger von den Papieren trennen. Außerdem müssen sämtliche DAX-Indexfonds (ETFs) das Papier bei einem Abstieg ebenfalls verkaufen. Das könnte bei der Aktie für zusätzlichen Verkaufsdruck sorgen, und zwar in nicht unerheblichem Ausmaß, denn Bloomberg zufolge beläuft sich das Volumen der bekannten DAX-ETFs auf insgesamt rund 14 Mrd. Euro.

Eine Zukunft im MDAX: Niedergang vorprogrammiert?

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass der Rauswurf aus dem DAX für die Aktionäre kein Weltuntergang sein muss. Natürlich kann niemand vorhersehen, wie es für die Aktie des Stahlkonzerns im MDAX weitergehen wird. Eigentlich gibt es ja nur zwei Möglichkeiten: Entweder es geht weiter abwärts – oder wieder aufwärts.

Dass es auch nach dem DAX-Abstieg weiter abwärts gehen kann, haben sowohl die Commerzbank (WKN: CBK100) als auch ProSiebenSat. 1 Media (WKN: PSM777) in der Vergangenheit bewiesen. Die Aktien beider Unternehmen haben auch nach dem Ausscheiden aus dem DAX weiter an Wert verloren. Maßgeblich hierfür war aber sicher nicht der eigentliche Rauswurf aus dem Index, sondern die Wahrnehmung der Börsianer in Bezug auf die – möglicherweise wenig zukunftsversprechenden – Geschäftsmodelle der beiden Unternehmen.

Glücklicherweise gibt es auch Gegenbeispiele zu diesen Horrorszenarien: So konnte die Hannover Rück (WKN: 840221) seit ihrem Abstieg in den MDAX dank ihres erfolgreichen und profitablen Geschäftsmodells hohe Kursgewinne verbuchen.

Wie gut Thyssenkrupp den Rauswurf aus dem DAX verkraften wird, hängt also letztlich davon ab, ob es der Führungsetage gelingen wird, den Konzern langfristig wieder profitabler zu machen und zukunftsfähiger aufzustellen. Ideen gibt es offenbar genug: Thyssenkrupp-Chef Kerkhoff will nach wie vor das gesamte Unternehmen radikal umbauen und verschlanken. Zu diesem Zweck sind unter anderem neue Fusionsgespräche und Einsparungen geplant. Die Geduld der Thyssenkrupp-Anleger wird also weiterhin auf die Probe gestellt. Da bleibt nur zu hoffen, dass sich diese Geduld irgendwann auszahlen wird.

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Franziska Eggert besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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