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Sind die Goldaktien noch billig?

Foto: Getty Images

Der Goldpreis erreicht weiterhin neue Mehrjahreshöchststände, und die Anleger fragen sich, ob die Rallye das Edelmetall zu einem neuen Rekord führen wird.

Hintergrund

Gold stieg von 300 US-Dollar pro Unze im Jahr 2002 auf seinen Höchststand vor rund acht Jahren auf 1.900 US-Dollar. Es ging dann in einen Abschwung über und fiel Ende 2015 unter 1.100 US-Dollar. Seitdem wurde Gold bis zum Beginn des großen Anstiegs im Juni 2019 in einer Bandbreite von 1.150 bis 1.350 US-Dollar gehandelt.

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In den letzten Monaten ist das gelbe Metall von 1.300 US-Dollar auf über 1.550 US-Dollar gestiegen. Die Experten gehen davon aus, dass das nur der Beginn einer weiteren mehrjährigen Rally sein könnte.

Vorteile

So verrückt es auch klingt, 2.000 US-Dollar könnten ein moderates Ziel sein.

Warum?

Gold findet tendenziell eine Bevorzugung, wenn die Zinsen sinken und wenn globale Händler nach einem sicheren Ort suchen, um Gelder zum Schutz des Kapitals zu unterbringen.

Die US-Notenbank senkte kürzlich zum ersten Mal seit zehn Jahren ihren Leitzins um 25 Basispunkte. Das war noch vor einem Jahr praktisch undenkbar, doch der Aufschwung im Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und China droht die US-Wirtschaft in eine Rezession zu stürzen. Infolgedessen ist die Notenbank gezwungen, die Zinsen zu senken, um zu versuchen, die Auswirkungen auszugleichen.

Sinkende Zinssätze führen in der Regel zu niedrigeren Renditen für garantierte Anlagen, was die Opportunitätskosten für das Halten von Gold reduziert, das keine Rendite bietet. Plötzlich wird Gold zum Kaufobjekt.

Je länger der Handelsstreit zwischen China und den USA andauert, desto wahrscheinlicher ist es, dass die gesamte Weltwirtschaft in eine schwierige Lage geraten könnte. Regierungen auf der ganzen Welt senken bereits die Zinssätze in einem defensiven Schritt zur Unterstützung der Wirtschaft.

Das treibt die Goldnachfrage auf zwei weitere Arten an. Erstens ist die Senkung der Zinssätze ein Instrument, mit dem die Länder versuchen, ihre Währungen abzuwerten. Da sich die Regierungen in einem Währungskrieg befinden, sind die globalen Investoren um den Schutz der Kaufkraft besorgt. Der Besitz von Gold, das in US-Dollar gehandelt wird, ist eine Möglichkeit, dieses Ziel zu erreichen.

Zweitens gibt es einen unangenehmen Trend am globalen Anleihenmarkt, wobei mehr als 17 Billionen US-Dollar an Staatsanleihen nun negative Renditen liefern. Es ist schwierig, das Konzept zu verstehen. Kurz gesagt, die Regierung könnte sich heute 100 US-Dollar von dir leihen mit dem Versprechen, dir 99 US-Dollar nach 10 Jahren zurückzugeben.

In dieser Situation beginnt eine Nullrendite von Gold für institutionelle Investmentfonds, die normalerweise einen erheblichen Teil der Staatsverschuldung halten würden, gut auszusehen.

Zusätzliche geopolitische Bedrohungen bieten dem Gold noch mehr Auftrieb. Der Brexit ist nur noch zwei Monate entfernt, und das Risiko einer No-Deal-Ausscheidung ohne Handel zwischen Großbritannien und der Europäischen Union treibt die Nachfrage nach einem sicheren Hafen an.

Die Spannungen im Nahen Osten halten die Anleger weiterhin am Ball, und die jüngsten Auseinandersetzungen zwischen Indien und Pakistan macht die Sache nicht besser. Nordkorea bleibt auch weiterhin ein unbekanntes Element.

Jede dieser Situationen allein würde normalerweise nicht zu einer Flut von Investitionen in Gold führen, doch die Kombination der verschiedenen Bedrohungen wird wahrscheinlich die neue Nachfrage nach Gold ankurbeln.

Wie man investieren sollte

Seit Juni haben sich die Goldaktien um 50 – 100 % erholt, doch viele scheinen immer noch billig zu sein, besonders wenn sich die Goldrallye in ihren Anfangsphasen befindet.

Die Goldminenunternehmen waren so weit von den vorherigen Niveaus gefallen, dass das Potenzial erheblich ist. Viele der Goldproduzenten haben hart daran gearbeitet, ihre Bilanzen zu bereinigen und konzentrieren sich auf die Entwicklung renditestarker Vermögenswerte. Der Großteil der Top-Unternehmen verdiente bereits Geld mit 1.200 US-Dollar pro Unze.

Da Gold jetzt deutlich über 1.500 US-Dollar liegt, besteht die Möglichkeit, Unmengen an freiem Cashflow zu generieren. Der Markt wird die Auswirkungen eines Goldpreisantiegs von 300 US-Dollar auf die Gewinne möglicherweise nicht vollständig einschätzen können.

So strebt Barrick Gold beispielsweise eine jährliche Goldproduktion von mehr als fünf Millionen Unzen an. Ein nachhaltiger Anstieg der Goldpreise um 300 US-Dollar pro Unze bringt zusätzliche 1,5 Mrd. US-Dollar. Für den Fall, dass sich der Goldpreis auf 1.800 US-Dollar zubewegt und dort bleibt, ergibt das plötzlich zusätzliche 3 Mrd. US-Dollar.

Gold kann volatil sein, und jede positive Entwicklung in den Handelsstreitigkeiten würde wahrscheinlich einen gesunden Kursturz auslösen. Doch der mittelfristige Trend sollte für das Edelmetall positiv sein, und Goldaktien erscheinen nach wie vor unterbewertet.

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Dieser Artikel wurde von Andrew Walker auf Englisch verfasst und am 31.08.2019 auf Fool.ca veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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