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Biogen vs. Celgene – welche Aktie ist der bessere Kauf?

Foto: Getty Images

Zu Beginn des Jahres haben Biogen (WKN: 789617) und Celgene (WKN: 881244) über ähnliche Marktkapitalisierungen verfügt. Das ist im Moment jedoch nicht der Fall. Im März gab Biogen bekannt, dass es die späten klinischen Studien für sein einst vielversprechendes Alzheimer-Medikament Aducanumab einstellt. Daraufhin brachen die Aktien des Biotechs ein. Die Marktkapitalisierung von Celgene liegt nun deutlich über der von Biogen.

Aber da Celgene noch Monate davon entfernt ist, von Bristol-Myers Squibb (WKN: 850501) übernommen zu werden, und Biogen in Sachen Bewertung richtig einstecken muss, fragen wir uns mal: Welche Aktie ist jetzt die bessere Wahl? Schauen wir doch mal, wie die Unternehmen in drei wichtigen Bereichen abschneiden.

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Derzeitige Produkte

Biogen ist mit seinen Behandlungen für Multiple Sklerose (MS) zum Star in der Biotech-Welt aufgestiegen. Man hatte Blockbustermedikamente wie Tecfidera, Tysabri, Avonex und Plegridy im Köcher. Die Umsätze mit den Interferonprodukten Avonex und Plegridy gehen jedoch zurück. Auch bei Tecfidera und Tysabri hat sich das Wachstum drastisch verlangsamt, da neue Wettbewerber auf den Markt gekommen sind.

Das Wachstum des Unternehmens wurde vor allem durch das Medikament Spinraza gegen spinale Muskelatrophie getrieben, das Biogen von Ionis Pharmaceuticals lizenziert hat. Aber Spinraza steht auch vor einem neuen Konkurrenten, der Genbehandlung Zolgensma von Novartis, die das Wachstum gefährden dürfte.

Die drei zugelassenen Biosimilars von Biogen gewinnen weiter an Attraktivität. Die kombinierten Verkäufe dieser Medikamente reichen jedoch nicht aus, um sich groß auf die Bilanzen auszuwirken.

Celgenes Revlimid generiert über 60 % des Gesamtumsatzes des Unternehmens. Das Blutkrebsmedikament erfreut sich weiterhin einer soliden Umsatzentwicklung, aber ab 2023 werden Generika auf den Markt kommen.

Das Angebot des Biotechs umfasst drei weitere große Medikamente, bei denen die Umsätze weiter steigen. Das Multiple-Myelom-Medikament Pomalyst ist auf dem besten Weg, in diesem Jahr fast 2,5 Mrd. US-Dollar reinzuholen. Abraxan, das zur Behandlung von Brustkrebs, nicht kleinzelligem Lungenkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs zugelassen ist, sollte mindestens 1,2 Mrd. US-Dollar reinholen. Das Immunologiemedikament Otezla ist Celgenes am schnellsten wachsender Star und sollte in diesem Jahr einen Umsatz von fast 2 Mrd. US-Dollar generieren.

Es gibt jedoch ein Problem mit Otezla. Bristol-Myers Squibb plant den Verkauf des Medikaments, um den Weg für die behördliche Zulassung der anstehenden Übernahme von Celgene freizumachen.

Celgene erhielt kürzlich auch die FDA-Zulassung für Inrebic (Fedratinib) zur Behandlung von Myelofibrose. Das Unternehmen rechnet mit einem Jahresumsatz von rund 1 Mrd. US-Dollar.

Die Pipeline

Es steht außer Frage, dass der Verlust von Aducanumab ein großes Loch in der Pipeline von Biogen hinterlassen hat. Zwei der sechs Spätphasenprogramme des Biotechs behandeln auch die Alzheimer-Krankheit. Man kann wohl sagen, dass die Erfolgsaussichten hier auch nicht allzu großartig aussehen.

Biogen hofft, im vierten Quartal 2019 die FDA-Zulassung für Diroximelfumarat (BIIB098) zur Behandlung von MS zu erhalten. Das Medikament ist ähnlich wie Tecfidera, könnte aber eine bessere Magen-Darm-Verträglichkeit bieten.

Zwei der anderen Kandidaten von Biogen im Spätstadium behandeln seltene Krankheiten. BIIB067, das Biogen mit Ionis entwickelt, behandelt eine seltene Form der amyotrophen Lateralsklerose. BIIB111 wirkt gegen Choroiderämie, eine seltene genetische Netzhauterkrankung. Die Biotechnologie evaluiert BIIB093 auch in einer späten Studie zur Behandlung des großen hemisphärischen Infarkts, einer schweren Form des Schlaganfalls.

Derweil scheint die Pipeline von Celgene mit potenziellen Gewinnern gefüllt zu sein. Der Marktforscher EvaluatePharma stuft die Krebszelltherapie liso-cel als das wertvollste Pipeline-Medikament in der Entwicklung ein. Celgene will die Zulassung des Medikaments noch in diesem Jahr einreichen. Das Biotech plant, in der ersten Hälfte des nächsten Jahres die FDA-Zulassung für eine weitere Krebszelltherapie, ide-cel (bb2121), einzureichen.

Celgene erwartet die FDA-Zulassung für zwei wichtige Medikamente. Die Entscheidung wird bis zum 4. Dezember erwartet. Eine weitere FDA-Entscheidung für das Medikament zur Behandlung myelodysplastischer Syndrome (MDS) sollte bis zum 4. April nächsten Jahres bekannt gegeben werden. Celgene hofft auch, die FDA-Zulassung für Ozanimod zur Behandlung von MS bis zum nächsten 25. März zu erhalten.

Darüber hinaus evaluiert Celgene CC-486 in späten Studien zur Behandlung von MDS, akuter myeloischer Leukämie und T-Zell-Lymphom. Marizomib und Tislelizumab befinden sich im Spätstadium der Behandlung von Hirnkrebs bzw. nicht kleinzelligem Lungenkrebs. Das Unternehmen hat auch Studien im Spätstadium am Laufen, um hoffentlich weitere zugelassene Indikationen für Abraxan, Otezla, Revlimid und das Lymphompräparat Istodax zu erhalten.

Bewertung

Infolge des großen Abverkaufs Anfang des Jahres wird die Biogen-Aktie zum gerade mal 7-Fachen der erwarteten Erträge gehandelt. Das Ertragswachstum des Biotechs dürfte jedoch deutlich zurückgehen, wobei die Analysten der Wall Street ein durchschnittliches jährliches Wachstum von weniger als 5 % in den nächsten fünf Jahren prognostizieren. In den letzten fünf Jahren lag das durchschnittliche Wachstum hingegen bei mehr als 16 %.

Celgenes Aktien werden derzeit zu weniger als dem 8-Fachen der erwarteten Gewinne gehandelt. Natürlich ist die Bewertung von Celgene an die Bedingungen der anstehenden Übernahme durch Bristol-Myers Squibb gebunden.

Sollte diese Übernahme wie erwartet abgeschlossen werden, erhalten die Aktionäre von Celgene 50 US-Dollar in bar und eine BMS-Aktie für jede ihrer eigenen Aktien, was im Gesamtwert derzeit leicht über dem Aktienkurs von Celgene liegt. Als Zugabe zum Deal erhalten die Celgene-Aktionäre zudem ein Contingent Value Right (CVR) für jede Celgene-Aktie. Dieser CVR fügt weitere 9 US-Dollar pro Aktie für Celgenes Aktionäre hinzu, wenn die FDA Ozanimod und Liso-Cel bis zum 31. Dezember 2020 und bb2121 bis zum 31. März 2021 genehmigt.

Der bessere Kauf

Die Investition in Biotech-Aktien ist nicht einfach, da die Ergebnisse, die mit ihren Kandidaten in der Pipeline erzielt werden können, sehr unterschiedlich sind. In diesem Fall denke ich jedoch, dass es einen klaren Gewinner gibt – und das ist Celgene.

Celgene hat eine stärkere Produktpalette und Pipeline als Biogen. Der einzige erschwerende Faktor ist die Übernahme durch BMS. Aber ich denke, dass Aktionäre, die jetzt Celgene-Aktien kaufen und an ihren BMS-Aktien festhalten, langfristig solide Renditen erzielen werden.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Biogen, Celgene und Ionis Pharmaceuticals. Keith Speights besitzt Aktien von Celgene. Dieser Artikel erschien am 25.8.2019 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

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