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Stürzen Tech-Aktien beim nächsten Crash besonders stark ab?

Dieser Tage beschäftigen sich Anleger wieder verstärkt mit den zwei Fragen: „Kommt der Crash? Und was sollte ich dann tun?“ Kein Wunder: Die stotternde Wirtschaft, der Handelskonflikt, die inverse Zinskurve in den USA und viele weitere Risikofaktoren sorgen für reichlich Unsicherheit im Markt.

Was man in diesem Zusammenhang besonders oft liest, ist, dass Tech-Aktien generell schwankungsanfälliger seien und daher in schlechten Börsenphasen besonders schwach laufen würden.

Doch ist das wirklich so? Sind Tech-Aktien im Crash-Szenario ein besonderer Unruheherd in deinem Portfolio? Schauen wir uns mal an, wie es bei den letzten Börsencrashs war.

Dotcom-Crash 2000

Obwohl das Ergebnis der Betrachtung hier schon abzusehen ist, darf der Absturz der Aktienmärkte beim Platzen der Dotcom-Blase hier natürlich nicht fehlen. Damals sorgte ein Hype um neue Technologien für jede Menge Nachfrage in diesen Aktien und für eine große Zahl von Börsenneulingen, die nichts verpassen wollten. Die Aktienpreise schossen auf absolut wahnwitzige Niveaus.

Angesichts des brüchigen Zustands vieler dieser Unternehmen wundert es nicht, dass auch diese Blase irgendwann platzte – verstärkt noch durch steigende Leitzinsen in den USA, die Anschläge vom 11. September und schließlich eine Rezession in vielen Industriestaaten.

So verlor der US-Technologieindex NASDAQ-100 von seinem Rekordhoch im Frühjahr 2000 bis zum Tief im Oktober 2002 fünf Sechstel an Wert. Der breiter gestreute S&P 500 verlor demgegenüber nur gut die Hälfte. Wie erwartet wurden hier also die Technologieaktien deutlich härter erwischt.

Finanzkrise 2008

Die Finanzkrise und die darauffolgende Eurokrise waren das Ergebnis einer Immobilienblase in den USA, die durch blinde Ratingagenturen, lockere Bankenregulatorik und Niedrigzinsen begünstigt und verstärkt wurde.

Im Gegensatz zum Crash Anfang der 2000er wurden hier nicht nur junge Unternehmen hart getroffen, auch Traditionskonzerne mussten um ihre Existenz bangen. So meldete etwa der Autokonzern General Motors (WKN: A1C9CM) Insolvenz an.

Wie sieht es hier mit den Daten aus? Während der marktbreite S&P 500 um knapp 58 % einbrach, war es beim NASDAQ-100 mit 54,5 % etwas weniger. Besonders bemerkenswert ist hier vor allem, dass der Technologieindex schon im Januar 2011 wieder auf neue Höchststände kletterte. Der S&P 500 ließ sich damit über zwei Jahre länger Zeit und schaffte das erst im April 2013.

… und nun?

Was lässt sich nun aus diesen Erkenntnissen lernen? Was wir zumindest bisher mitgenommen haben, ist, dass Tech-Aktien im letzten Crash etwa gleich stark durch den Wolf gedreht wurden wie die breite Masse, sich aber wesentlich schneller wieder erholen konnten.

Ein Investment in Tech-Aktien am Vorabend des Einbruchs wäre also gegenüber einem breiten Aktieninvestment die bessere Entscheidung gewesen. Einzelne vermeintlich besonders schwankungsanfällige Tech-Titel wie Amazon (WKN: 906866) brachten sogar noch bessere Ergebnisse – oder, besser gesagt, weniger schlechte.

Diese Beobachtung steht im krassen Kontrast zum Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000. Doch es gibt einen wichtigen Unterschied: Diese Blase fokussierte sich schon in ihrer Entstehung besonders auf Tech-Aktien. Die meisten dieser Unternehmen waren unprofitabel, wiesen schlechte Finanzkennzahlen auf und verfügten nicht über funktionierende Geschäftsmodelle. So wundert es nicht, dass diese Aktiengruppe anschließend besonders unter die Räder kam.

Und wie sieht es heute aus? Der Tech-Sektor ist aktuell weder massiv überbewertet noch sind die Unternehmen hier chronisch unprofitabel. Im Gegenteil: Alphabet (WKN: A14Y6H) oder Facebook (WKN: A1JWVX) etwa verfügen über aberwitzige Geldreserven und die Unternehmen besitzen erprobte, solide Geschäftsmodelle.

Was können Investoren tun?

Ich rechne demnach nicht mit einem Crash, der an die frühen 2000er erinnert. Die nächste wirtschaftliche Schwächephase könnte eher einen Einbruch im Stil der Finanzkrise verursachen, bei dem alle Sektoren mehr oder weniger gleich erwischt werden.

Tendenziell neigen Unternehmen mit soliden Bilanzen dazu, solche Phasen besser zu überstehen oder sogar für Zukäufe zu nutzen. Daher sollten theoretisch auch ihre Aktien weniger Achterbahn fahren. Im Idealfall verzeichnet das Unternehmen in der Rezession nur gering fallende Umsätze und hat ein gutes Bargeldpolster, von dem es zehren kann.

Investoren, die sich vor einem Crash fürchten, brauchen demnach aus meiner Sicht keine Angst um ihre Tech-Titel zu haben. Stattdessen kann es helfen, sein Portfolio vor allem aus soliden Unternehmen aufzubauen, die von einem wirtschaftlichen Einbruch nicht so stark getroffen werden. Unabhängig davon, ob es sich dabei um Tech-Aktien handelt oder nicht.

Kanadas Antwort auf Amazon.com!

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Christoph besitzt Aktien von Alphabet (C-Aktien) und Amazon. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Vorstand von The Motley Fool. Suzanne Frey arbeitet als Führungskraft bei Alphabet und sitzt im Vorstand von The Motley Fool. Randi Zuckerberg, eine frühere Leiterin der Marktentwicklung und Sprecherin von Facebook sowie Schwester von CEO Mark Zuckerberg, sitzt im Vorstand von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A- und C-Aktien), Amazon und Facebook.