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Wie man in Small-Cap-Aktien investiert

Foto: Getty Images

Amazon ist heute ein E-Commerce-Riese. 1999 war es als 5-Dollar-Aktie noch eine Small-Cap-Aktie mit einer Marktkapitalisierung von 1,5 Mrd. US-Dollar. Auch Netflix ist jetzt ein bekannter Name. Aber 2004 war es nur eine 2-Dollar-Aktie mit einer Marktkapitalisierung von unter 1 Mrd. US-Dollar. Aktien wie diese früh zu finden, macht Small-Cap-Investitionen unglaublich verlockend. Doch für jedes Amazon oder Netflix gibt es unzählige andere Unternehmen, die als Small- Cap begonnen haben und gescheitert sind.

Erfolgreich in Small-Cap-Aktien zu investieren bedeutet, die damit verbundenen Risiken zu verstehen. Und gute von schlechten Anlagen zu trennen. Lies weiter, um die Vor- und Nachteile von Small-Cap-Investitionen zu erfahren. Finde auch heraus, wie man Wachstums- und Value-Aktien identifiziert, die es wert sind, gekauft zu werden, und, ob börsengehandelte Small-Cap-Fonds für dich geeignet sind.

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Was ist eine Small-Cap-Aktie?

Zunächst ist es wichtig zu verstehen, dass es die Marktteilnehmer sind, die den Wert eines Unternehmens bestimmen. Denn wenn Investoren von Large-Cap-, Mid-Cap- oder Small-Cap-Unternehmen sprechen, meinen sie die Größe eines Unternehmens basierend auf seiner Marktkapitalisierung (das ist das „Cap“ in „Small Cap“). Zur Berechnung der Marktkapitalisierung multipliziere einfach die Anzahl der ausstehenden Aktien – die Aktien, die sich derzeit im Besitz aller die Aktionäre befinden, einschließlich derjenigen, die sich im Besitz der Führungskräfte und anderer Insider befinden – mit dem aktuellen Aktienkurs, der an einer großen Börse notiert ist.

Wenn ein Unternehmen also beispielsweise insgesamt 100 Mio. Aktien im Umlauf hat und 10 US-Dollar pro Aktie der letzte Kurs war, der an einer großen Börse wie der New York Stock Exchange (NYSE) notiert war, dann würde die Marktkapitalisierung 1 Mrd. US-Dollar betragen.

Viele Finanzwebsites, einschließlich The Motley Fool, machen die Mathematik für dich. Sie bieten die Marktkapitalisierung für fast jede Aktie, an der du interessiert bist. Scrolle zum Beispiel auf der Tickerseite von The Motley Fool nach unten, um die Marktkapitalisierung für das Unternehmen zu finden.

Sobald du die Marktkapitalisierung eines Unternehmens kennst, ist die Kategorisierung dieser Aktie als Large-Cap-, Mid-Cap- oder Small-Cap-Aktie etwas weniger kompliziert. Die Anleger haben allerdings unterschiedliche Ansichten darüber, was als Schwellenwert für die Bestimmung der einzelnen Gruppen verwendet werden sollte. Dennoch ist es eine gute Faustregel, von einer Small-Cap-Aktie bei jedem Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung zwischen 300 Mio. und 2 Mrd. US-Dollar zu reden.

Eine Mid-Cap-Aktie wird in der Regel jedes Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung zwischen 2 und 10 Mrd. US-Dollar sein. Ein Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 10 Mrd. US-Dollar wird hingegen als Large-Cap-Aktie eingestuft. An den extremeren Enden dieser Skala finden sich Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von unter 300 Mio. US-Dollar, die in der Regel als Micro Caps bezeichnet werden. Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von über 200 Mrd. US-Dollar (wie Amazon) gelten als Mega-Cap-Aktien gelten.

Kategorie  Marktkapitalisierung
Micro-Cap-Unternehmen 50 Mio. bis 300 Mio. US-Dollar
Small-Cap-Unternehmen 300 Mio. bis 2 Mrd. US-Dollar
Mid-Cap-Unternehmen 2 Mrd. bis 10 Mrd. US-Dollar
Large-Cap-Unternehmen 10 bis 200 Mrd. US-Dollar
Mega-Cap-Unternehmen  > 200 Mrd. US-Dollar

Die Marktkapitalisierung eines Unternehmens sagt etwas über das Unternehmen aus. Micro- und Small-Cap-Aktien sind in der Regel jüngere, weniger stabile Unternehmen mit einer unsichereren Zukunft. Mid-Cap-Aktien sind reife Unternehmen mit längerer Erfolgsgeschichte und mehr Klarheit über ihr Potenzial. Demgegenüber sind Large-Cap- und Mega-Cap-Unternehmen voll ausgereifte Unternehmen, die in der Regel über einen bedeutenden Marktanteil in etablierten Branchen verfügen. Sie bieten den Investoren damit die größte Stabilität und das größte Vertrauen in ihr Überleben.

Warum solltest du Small-Cap-Aktien in Betracht ziehen?

Abgesehen vom offensichtlichen Potenzial, das nächste Netflix in der Frühphase zu identifizieren, investieren Investoren oft in Small-Cap-Aktien, weil sie in der Vergangenheit für die Investoren höhere jährliche Renditen erzielt haben als Mid-Cap- und Large-Cap-Aktien.

Der Russell-2000-Index, der etwa 2.000 der kleinsten Aktien umfasst, die Investoren kaufen oder verkaufen können, gilt weithin als Referenzindex für die Messung der Performance von Small-Cap-Aktien. Um ihre Performance zu messen, schauen wir uns die Exchange Traded Funds (ETFs) an, die jeden dieser Indizes verfolgen: Der iShares Russell 2000 ETF (WKN:592353) verfolgt die Aktien des Russell 2000 und der SPDR S&P 500 ETF (WKN:A0AET0) verfolgt die Aktien des S&P 500. Vergleicht man die Performance dieser beiden ETFs, so stellt man fest, dass die Small-Cap-Aktien des Russell 2000 als Gruppe die Mid-Cap- und Large-Cap-Aktien des S&P 500 seit 2000 um durchschnittlich fast 2 % pro Jahr übertroffen haben.

Diese Outperformance hat sich für die Anleger wirklich ausgezahlt. Seit dem 31. Dezember 2000 haben die Anleger des iShares Russell 2000 ETF ihren Investitionswert um 312 % gesteigert. Ddie Anleger des SPDR S&P 500 ETF indessen haben ihren Einsatz um nur 226 % gesteigert.

Jahr SPDR S&P 500 ETF  iShares Russell 2000 ETF 
2018 (4,45 %) (11,02 %)
2017 21,69 % 14,66 %
2016 11,80 % 21,36 %
2015 1,34 % (4,33 %)
2014 13,53 % 4,94 %
2013 32,21 % 38,85 %
2012 15,84 % 16,39 %
2011 2,06 % (4,19 %)
2010 14,93 % 26,76 %
2009 26,42 % 27,13 %
2008 (36,97 %) (33,64 %)
2007 5,39 % (1,47 %)
2006 15,69 % 18,17 %
2005 4,79 % 4,46 %
2004 10,75 % 18,15 %
2003 28,39 % 46,94 %
2002 (22,12 %) (20,51 %)
2001 (11,86 %) 1,97 %
Durchschnittliche Rendite 7,19 % 9,15 %

DATENQUELLE: YAHOO! FINANCE.

Warum investiert nicht jeder in Small-Cap-Aktien?

Die höhere durchschnittliche Rendite des Russell 2000 könnte darauf hindeuten, dass die Investition in Small-Cap-Aktien ein sicherer Weg zu höheren Anlageerträgen ist. Du fragst dich also vielleicht, warum nicht jeder sein Geld in Nebenwerte statt in die Aktien größerer Unternehmen investiert.

Hier erfährst du den Grund: Wenn man sich die vorherige Tabelle genauer ansieht, stellt man fest, dass die Renditen des Russell 2000 nicht nur mit einem höheren Verlustrisiko, sondern auch mit einer höheren Volatilität einhergehen. Der genaue Mittelwert der jährlichen Renditen liegt bei 11,8 % für den S&P 500 ETF und bei nur 9,8 % für den Russell 2000 ETF. Darüber hinaus ist die 20,3 % Standardabweichung des Russell 2000 – ein Maß dafür, wie volatil die Renditen im Laufe der Zeit sein können – deutlich höher als die 17,7 % des S&P 500. Das deutet daraufhin, dass eine Investition in Small-Cap-Aktien Schwankungen nach oben und unten erzeugen kann, die deutlich größer sind als die Schwankungen von Aktien mit größerer Marktkapitalisierung.

Es ist dieses Risiko größerer Verluste und volatilerer Renditen, das viele Anleger von Small-Cap-Aktien fernhält. Das gilt insbesondere für die Anleger, die ihr Geld früher wieder brauchen. Wie zum Beispiel ältere Anleger, deren Pensionskasse in Aktien angelegt ist.

Dennoch könnten langfristig orientierte Anleger, die bereit sind, das Verlustrisiko einzugehen und keine Investitionen tätigen müssen, feststellen, dass sich die Aufnahme zumindest einiger Small-Cap-Aktien in ihr Portfolio lohnt.

Welche spezifischen Risiken bestehen für Investoren in Small-Caps?

Wenn Small-Cap-Aktien für dich das Richtige sind, dann solltest du verstehen, dass der gesamte Russell-2000-Index einen die Renditen überschätzen und das Risiko beim Kauf und Verkauf einzelner Small-Cap-Aktien unterschätzen lässt.

Da viele Small-Cap-Aktien an jüngere Unternehmen mit wenig bis gar keinem Gewinn oder begrenztem Geld in ihren Bilanzen gebunden sind, melden mehr von ihnen Konkurs an als ihre größeren Konkurrenten. Das ist vor allem in schwierigen Zeiten ein Risiko, da Small-Cap-Unternehmen eher auf die Ausgabe von Aktien angewiesen sind, um mehr Geld für den Betrieb zu beschaffen, als Large-Cap-Unternehmen, und während wirtschaftlicher oder branchenspezifischer Abschwünge sind die Investoren weniger bereit und in der Lage, neu ausgegebene Aktien zu kaufen, um ein Unternehmen über Wasser zu halten, was die Chancen für das Unternehmen erhöht, bankrott zu gehen.

Auch kann die geringe Größe von Small-Cap-Unternehmen dazu führen, dass sie nur auf ein oder zwei große Kunden angewiesen sind, und das ist ein großes Risiko. Sie sind auch mit Wettbewerbsbedrohungen konfrontiert, wie beispielsweise neuen Marktteilnehmern, die die Preise für Produkte oder Dienstleistungen senken.  Möglicherweise sind sie nicht in der finanziellen Lage, dem Wettbewerb standzuhalten.

Small-Cap-Investoren akzeptieren auch Liquiditätsrisiken. Es gibt gewöhnlich weniger Interesse an Small-Cap-Aktien. Also kann es ein unzureichendes Angebot geben, wenn du Aktien kaufen willst, oder mangelnde Nachfrage, wenn du sie verkaufen willst. Da das durchschnittliche Handelsvolumen pro Tag bei Small-Cap-Aktien in der Regel viel niedriger ist als bei Large-Cap-Aktien, können deren Preise an jedem Handelstag um größere Margen steigen oder fallen. Diese Dynamik kann dazu führen, dass Small-Cap-Anleger beim Kauf mehr als erwartet bezahlen oder beim Verkauf weniger als erwartet erhalten.

Unternehmen hinter Small-Cap-Aktien gen´ben  in der Regel nicht so viele Aktien ausgegeben haben wie ihre Large-Cap-Pendants. Deshalb haben C-Suite-Führungskräfte (CEO, CFO, COO etc.) oft einen überdimensionalen Anteil an der Eigentümerschaft und dominante Kontrolle über die Entscheidungsfindung. Das kann zu Corporate-Governance-Risiken führen. Insbesondere wenn ein Führungswechsel erforderlich ist.

Auch wichtig: kleinere Unternehmen sind oft jünger sind und verfügen daher möglicherweise noch nicht über ausreichende Prozesse und Kontrollen in Bezug auf die Finanzbuchhaltung. Die Lernkurve für junge Unternehmen kann steil sein, was zu unerwarteten Fallstricken führt. Einschließlich der Anpassung vergangener Finanzzahlen oder der regulatorischen Überprüfung. So musste beispielsweise das Marihuana-Versorgungsunternehmen KushCo Holdings seine Finanzergebnisse der Geschäftsjahre 2017 und 2018 im Jahr 2019 anpassen, nachdem eine interne Überprüfung durch den neuen Finanzvorstand Buchhaltungsfehler im Zusammenhang mit Übernahmen festgestellt hatte. Ebenso hat das kleine Gesundheitsunternehmen MiMedx sein Topmanagement ersetzt und offengelegt, dass es 2018 nach einer internen Untersuchung der Verkaufs- und Vertriebspraktiken mindestens fünf Jahresabschlüsse neu erstellen musste. (Die Aktien der Gesellschaft sind inzwischen von der Nasdaq-Börse gestrichen worden.)

Small-Cap-Anleger können solche Risiken minimieren, indem sie die Unternehmen, an denen sie interessiert sind, gründlich analysieren und ihr Portfolio auf viele verschiedene Unternehmen verteilen. Jedes Quartal reichen börsennotierte Small-Cap-Unternehmen (genauso wie alle börsennotierten Unternehmen) bei der SEC Commission einen Bericht mit dem Titel „10-Q“ ein. Diese Berichte, die im Bereich Investor Relations auf der Website eines Unternehmens oder durch Onlinerecherche oder in der EDGAR-Datenbank der SEC zu finden sind, geben wertvollen Aufschluss über die Geschäfts-, Branchen-, Management-, Wettbewerbs- und Finanzlage eines Unternehmens. Sie helfen dir, Warnzeichen zu erkennen.

Wiegen die Vorzüge von Small-Cap-Investitionen die Nachteile auf?

Small-Cap-Unternehmen sind vielen Risiken ausgesetzt, aber das bedeutet nicht, dass die Investoren diese Unternehmen meiden sollten. Small-Cap-Unternehmen genießen viele Vorteile, die sie für mindestens einen Teil deines Portfolios gut geeignet machen.

Da diese Unternehmen kleiner sind, sind sie oft unbelastet von bürokratischer Aufblähung, die die Entscheidungsfindung verzögern kann. Ihre Fähigkeit, schnell zu handeln, kann eine schnelle Umsetzung von Erkenntnissen aus Forschung und Entwicklung in Produkte oder Dienstleistungen ermöglichen. Ihre geringere Größe kann auch niedrigere Fixkosten bedeuten. Aktionäre sind möglicherweise eher bereit, in der Anfangsphase eines Unternehmens auf die Rendite zu verzichten. Dies ermöglicht eine größere Flexibilität bei Investitionen und bei der Preisgestaltung von Produkten und Dienstleistungen, um Marktanteile zu gewinnen.

Unternehmen mit kleineren Marktkapitalisierungen profitieren häufig vom Gesetz der kleinen Zahlen. Da der Umsatz relativ gering ist, kann jeder Verkauf einen proportional größeren Einfluss auf den Jahresabschluss haben als bei einem größeren Unternehmen. Das kann in vielen Jahren zu zweistelligen Wachstumsraten beim Umsatz und schließlich beim Gewinnwachstum führen, wenn diese Unternehmen reifen. So hat beispielsweise ein neuer sechsstelliger Kunden-Account einen viel größeren Einfluss auf ein kleines Softwareunternehmen als auf einen Riesen wie Microsoft.

Small-Cap-Anleger können auch davon profitieren, wenn sie sich dort umsehen, wo andere nicht sind. Kleinere Unternehmen werden weniger von Branchenbeobachtern verfolgt. Darunter sind auch die Analysten der Wall Street, die sich in der Regel auf größere Unternehmen konzentrieren. Small-Cap-Aktie können aufgrund fehlender Analystenberichterstattung an der Wall Street unterbewertet sein. Deshalb können die Anleger, die früh kaufen, von steigendem Interesse profitieren, wenn die Wall Street beginnt, das Potenzial zu erkennen.

Angesichts dieser Vorteile kann es trotz der Risiken sinnvoll sein, zumindest einige Small-Cap-Aktien zu besitzen.

Worauf solltest du beim Kauf einer Small-Cap-Aktie achten?

Bevor wir in die Strategie eintauchen, lass uns einige Kennzahlen behandeln, auf die du dich bei der Betrachtung von Small-Cap-Investitionen konzentrieren solltest.

  • Umsatzwachstum: Ein Anstieg der Erträge im Laufe der Zeit ist besonders wichtig für Small-Cap-Aktien, da jüngere Unternehmen in der Lage sein sollten, ein höheres Umsatzwachstum zu erzielen als größere, reifere Unternehmen. Wenn der Umsatz eines Unternehmens zurückgeht, stell sicher, dass sein Geschäftsmodell noch intakt ist.
  • Ertragssteigerung: Die Aktienkurse folgen tendenziell im Laufe der Zeit dem Gewinnwachstum, sodass das Wachstum des Gewinns (oder des Nettogewinns) im Jahresvergleich wichtig ist. Obwohl viele Small-Cap-Unternehmen noch keinen Gewinn erwirtschaftet haben, kann es ein gutes Zeichen für Investoren sein, wenn die Verluste mit steigendem Umsatz schrumpfen. Wenn die Verluste zunehmen, musst du vielleicht genauer hinsehen, um herauszufinden, warum, besonders wenn die Einnahmen ebenfalls sinken.
  • Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV): Diese Kennzahl ist nützlich, um festzustellen, ob Unternehmen mit Gewinnen (denk daran, dass einige Unternehmen keine Gewinne machen) relativ überbewertet oder unterbewertet sind. Ein niedrigeres Verhältnis kann darauf hindeuten, dass ein Unternehmen einen günstigen Kurs hat, während ein höheres Verhältnis darauf hindeuten kann, dass eine Aktie zu teuer ist. Es kann sinnvoll sein, das KGV im Lauf der Zeit zu vergleichen oder mit dem KGV von Wettbewerbern in der gleichen Branche in Beziehung zu setzen. Wenn du das Kurs-Gewinn-Verhältnis nicht selbst herausfinden willst, ist es eine weitere Kennzahl, die dir fast jede Finanzseite zur Verfügung stellen wird.
  • Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV): Das KUV ist die Marktkapitalisierung eines Unternehmens dividiert durch den Umsatz. Mit dieser Kennzahl kann man Unternehmen bewerten, die noch keine Gewinne haben. Niedrigere Quoten werden in der Regel als ein Zeichen für Unternehmen angesehen, die günstiger bewertet sind. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis ist jedoch von Branche zu Branche sehr unterschiedlich. Deshalb ist es besonders wichtig, Vergleiche auch nur zwischen vergleichbaren Unternehmen zu ziehen. Es wäre nicht fair, beispielsweise eine preiswerte Konsumgüteraktie mit einer hochpreisigen Technologieaktie zu vergleichen.
  • Kurs-Buchwert-Verhältnis: Es kann auch nützlich sein, festzustellen, wie teuer oder preiswert eine Small-Cap-Aktie im Vergleich zu ihrem Liquidationswert oder Buchwert ist. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis ist die Marktkapitalisierung eines Unternehmens dividiert durch seine Bilanzsumme (ohne immaterielle Vermögenswerte wie Patente, Unternehmenswerte und Verbindlichkeiten). Auch hier kann ein niedriges Kurs-Buchwert-Verhältnis auf eine billige Aktie hindeuten, die es wert ist, erworben zu werden.

Lass uns einen Blick darauf werfen, wie man zwei Arten von Small Caps bewertet: Wachstums- und Value-Small-Caps.

Wie man in Small-Cap-Wachstumswerte investiert

Motley-Fool-Mitbegründer David Gardners Rule-Breaker-Investmentansatz kann sehr nützlich sein, um dir zu helfen, bei Small-Cap-Aktien die Spreu vom Weizen zu trennen. Dies gilt besonders für Investoren, die sich eher auf Ertragswachstum und Gewinnpotenzial als auf die Bewertung konzentrieren.

Gardner glaubt, dass es sechs Anzeichen für dynamische, disruptive Aktien gibt, die die Aufmerksamkeit der Anleger verdienen. Seiner Ansicht nach haben Rule-Breaker-Unternehmen:

  • einen First-Mover-Vorteil oder einen tief greifenden Wettbewerbsvorteil in einer wichtigen oder aufstrebenden Branche,
  • visionäre Führungskräfte,
  • erkennbare Wettbewerbsvorteile,
  • gute Marken, die die Menschen lieben,
  • eine Erfolgsbilanz bei der Belohnung von Investoren,
  • viele Kritiker, die sich zu sehr mit der Bewertung beschäftigen.

Wenn du jede dieser Qualitäten in einer Aktie finden kannst, hast du vielleicht ein Small-Cap-Unternehmen entdeckt, das es wert ist, gekauft zu werden. Lass uns sehen, wie Netflix die Kriterien dieser Liste erfüllte, als es im Jahr 2004 noch ein Small-Cap-Unternehmen war (ungefähr zu der Zeit, als David den Kauf empfahl).

  • First-Mover-Vorteil: Der DVD-Versand von Netflix verschaffte ihm einen frühen Vorteil, da er eine disruptive Herausforderung für bestehende Filmverleiher darstellte.
  • Visionäre Führungskräfte: Netflix-Gründer Reed Hastings hatte einen Masterabschluss in Informatik aus Stanford und er hatte bereits ein Softwareunternehmen gegründet und verkauft.
  • Wettbewerbsvorteil: Netflix bot einen Komfortfaktor, der ihm einen großen Vorteil gegenüber anderen Videotheken verschaffte.
  • Solide Marke: Die Marke Netflix fand bei den Verbrauchern große Resonanz, da die Abonnentenzahlen des Vermietungsgeschäfts bis Ende Juni 2004 um 73 % auf 2,2 Millionen gestiegen waren.
  • Belohnen der Investoren: Bereits zwischen dem Sommer 2003 und Anfang 2004 hatte sich der Wert der Aktie mehr als verdoppelt, bevor sie in diesem Sommer empfohlen wurde.
  • Besorgte Kritiker: Schließlich hatte sie auch eine ordentliche Zahl an Zweiflern, von denen viele befürchteten, dass der neu geplante Streaming-Dienst das bestehende Versandhandelsgeschäft kannibalisieren könnte. Auch machte  die inzwischen nicht mehr bestehende Kette Blockbuster dem Unternehmen Konkurrenz beim Versandgeschäft.

Die Angst vor der Bewertung von Netflix war ein Grund, warum die Aktien im Jahr 2004 zusammenbrachen. Investoren wie Gardner ermöglichte dies einen schönen Einstieg in das, was sich zu einer äußerst erfolgreichen Investition entwickelt hat. Die Rendite von Netflix seit 2004 um atemberaubende 21.586 % gestiegen (nein, das ist kein Tippfehler).

Wie man in Small-Cap-Value-Aktien investiert

Heute investiert Warren Buffett über sein Unternehmen Berkshire Hathaway in Mega-Cap-Aktien wie Apple. Doch das war aber nicht immer der Fall. Er begann mit einem wertorientierten Investmentansatz, um billige, kleine Unternehmen zu identifizieren. So war Berkshire Hathaway ein kleines Textilunternehmen, als Buffett es 1965 kaufte, lange bevor es zu dem Großkonzern wurde, der es heute ist.

Buffetts Investmentansatz beinhaltet folgende Grundideen:

  • Vermeidung kapitalintensiver Unternehmen, die im Vorfeld viel Geld benötigen, wie zum Beispiel Versorgungsunternehmen;
  • Kauf von Aktien, wenn die Marktkapitalisierung einen Abschlag auf den Buchwert darstellt;
  • Fokussierung auf leicht verständliche Unternehmen, die weniger wahrscheinlich durch Start-ups gestört werden;
  • Investitionen in Unternehmen mit erstklassigen, aktionärsfreundlichen Managementteams.

So war beispielsweise der Süßwarenhersteller See’s Candy eine besonders clevere Small-Cap-Investition für Buffett. Als er es 1972 für nur 25 Mio. US-Dollar kaufte, hatte es einen Umsatz von etwa 30 Mio US-Dollar und erzielte einen Gewinn von 4,2 Mio US-Dollar. Heute verdient er mehr als 100 Mio. US-Dollar pro Jahr mit See’s Candy. Zugegeben, Aktien mit See’s-ähnlichen Finanzwerten, die zu Schnäppchenpreisen gehandelt werden, kommen nicht sehr oft vor. Aber es lohnt sich, darauf zu achten, wenn es mal der Fall ist.

Wie man in einen Small-Cap-ETF investiert

Wenn das Durchstöbern von Tausenden von Aktien auf der Suche nach Rohdiamanten bedeutet, dass du mehr Zeit und Mühe aufwenden musst, als du möchtest, dann ist es vielleicht besser, einen Small-Cap-Exchange-Traded-Fund (ETF) zu kaufen. Denn ETFs geben dir ein sofortiges Engagement in vielen Small-Cap-Aktien mit einem einzigen Klick.

Es gibt viele Small-Cap-ETFs zur Auswahl. Aber vielleicht solltest du deine Aufmerksamkeit auf den Vanguard Russell 2000 ETF (WKN:A1C41W) richten. Der iShares Russell 2000 ETF hat eine längere Erfolgsgeschichte und mehr Geld investiert. Doch der Fonds von Vanguard verfolgt den gleichen Index und hat niedrigere Kosten.

Alternativ kannst du auch in den iShares Russell 2000 Growth ETF (WKN:592354) oder den iShares Russell 2000 Value ETF (WKN:592355) investieren. Weder der von mir skizzierte Rule-Breaker- noch der Buffett-Stil wird spezifisch verwendet, sondern jeder konzentriert sich auf wachstums- und wertorientierte Strategien. So betragen beispielsweise das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis und das Kurs-Buchwert-Verhältnis für Aktien des iShares Russell 2000 Value ETF per 25. Juli 2019 12,5 bzw. 1,3. Da sich der iShares Russell 2000 Growth ETF stattdessen auf potenzielles Umsatzwachstum konzentriert, liegen die durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnisse und Kurs-Buchwert-Verhältnisse für die von ihm erfassten Aktien bei 25,7 bzw. 4,18.

Ist eine Small-Cap-Investition für dich interessant?

Die Frage, die sich jeder Anleger, der an einer Small-Cap-Investition interessiert ist, stellen sollte, ist: Wie viel Risiko kann ich mir leisten? Stehst du kurz vor dem Ruhestand oder erwartet du eine bedeutende Veränderung im Leben, die dazu führen könnte, dass du deine Investitionen innerhalb der nächsten Jahre anzapfen musst? Dann könnte es besser sein, dich auf größere, liquide und weniger volatile Aktien zu konzentrieren.

Wenn du jedoch zuversichtlich bist, dass du deine Investitionen für mindestens zehn Jahre nicht anzapfen musst und du eine Risikotoleranz hast, der potenziellen Verlusten standhalten kann, dann könnten Small-Cap-Aktien für dich das Richtige sein. Wenn ja, stelle sicher, dass du deine Hausaufgaben machst, bevor du in einzelne Aktien investierst. Solltest du planen, in einen Small-Cap-ETF wie den Vanguard Russell 2000 ETF zu investieren, dann kannst du ihn als Teil eines diversifizierten Portfolios erwerben, das auch Mid-Cap-Aktien und Large-Cap-Aktien umfasst.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einer Amazon-Tochtergesellschaft, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Teresa Kersten, eine Mitarbeiterin von LinkedIn, einer Microsoft-Tochtergesellschaft, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

Dieser Artikel wurde von Todd Campbell auf Englisch verfasst und am 31.07.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt Aktien von Amazon, Apple, Berkshire Hathaway (B-Aktien), Microsoft und Netflix und empfiehlt sie. The Motley Fool hat folgende Optionen: short Januar 2021 $200 Puts auf Berkshire Hathaway (B-Aktien), long Januar 2021 $200 Calls auf auf Berkshire Hathaway (B-Aktien), long Januar 2021 $85 Calls auf Microsoft, short Januar 2020 $155 Calls auf Apple, long Januar 2020 $150 Calls auf Apple, short Januar 2020 $155 Calls auf Apple und long Januar 2020 $150 Calls auf Apple. The Motley Fool empfiehlt KushCo Holdings.

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