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3 Gründe, warum sich die Bayer-Aktie langsam stabilisiert

Foto: Bayer AG

Bayer (WKN: BAY001) musste seit der Monsanto-Übernahme viel Kritik und Rückschläge einstecken. Kaum war die Transaktion abgeschlossen, wurden in den USA bis heute 18.400 Klagen eingereicht, und dies obwohl Glyphosat zuvor schon 40 Jahre im Einsatz war. Auch wenn Chemie immer eine schädliche Wirkung auf Organismen ausübt, stellt sich doch die Frage, warum die Klagen in dieser Masse nicht schon früher eingereicht wurden?

Bayer kann die Situation heute nicht mehr ändern und wird am Ende wahrscheinlich um eine Entschädigungszahlung in Milliardenhöhe nicht herumkommen. Dies ist die schlechte Nachricht, aber es gibt auch eine positive Botschaft: Diese Belastung ist in den aktuellen Kursen bereits eingepreist. Doch warum beginnt die Aktie nun langsam zu steigen?

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1. Kostenreduktion und Schuldenabbau kommen voran

Übernahmen führen häufig dazu, dass die Aktie des übernehmenden Unternehmens zunächst fällt. Kurzfristig wird ein großer Kauf als Belastung angesehen. Zudem drücken Sonderaufwendungen für die Umsetzung der Sparmaßnahmen zunächst den Gewinn. Und da der Markt nur auf die kurzfristige Gewinnentwicklung reagiert, ist auch die Bayer-Aktie zunächst gefallen. Langfristig ergeben sich aber auch massive Kosteneinsparungspotenziale, die der Markt derzeit nicht berücksichtigt.

So wird Bayer allein bis 2022 die jährlichen Kosten um 2,6 Mrd. Euro senken. Auch eine Glyphosat-Entschädigungszahlung im Milliardenbereich wäre so relativ schnell wieder ausgeglichen.

Zudem konnte der Konzern zuletzt seine Tiergesundheitssparte für 7,6 Mrd. US-Dollar erfolgreich verkaufen. Dies ist einer von vielen Schritten, um die Schulden zu reduzieren. Bayer erhält dafür 5,3 Mrd. US-Dollar in bar und 2,3 Mrd. US-Dollar in Form von Elanco Animal Health (WKN: A2N6BH)-Aktien. Das Life-Science-Unternehmen hat aber angekündigt, auch diese zu veräußern. Mit einem Abschluss der Transaktion wird bis Mitte 2020 gerechnet.

Zuvor konnte Bayer mit Coppertone und Dr. Scholl schon zwei Consumer-Health-Marken und 60 % an Currenta veräußern und so die Bilanz stärken.

2. Entlastung und Aussicht auf Lösung der Glyphosatproblematik

Wie der Streit um die Glyphosatklagen in den USA enden könnte, zeigen die letzten Gerüchte, Bayer schlage einen Vergleich und die Zahlung von 8 Mrd. US-Dollar vor. Damit wären alle 18.400 Kläger entschädigt.

Bayer hofft insgeheim aber immer noch, beweisen zu können, dass Glyphosat, bei sachgemäßer Anwendung, sicher ist. Dadurch würden sich die Zahlungen deutlich reduzieren. So stuft selbst die amerikanische Umweltbehörde EPA das Unkrautvernichtungsmittel als nicht krebserregend ein und verbietet entsprechende Warnungen. Hinzu kommen viele Studien und etwa 160 Zulassungsbehörden, die dies bestätigen.

Wie auch immer der Streit am Ende ausgeht, dem Markt helfen diese Eckdaten, weil so die Höhe eventueller Zahlungen besser eingeschätzt werden kann und schon heute ist klar, dass Bayer diese selbst im schlimmsten Fall stemmen könnte.

3. Operativ erfolgreiches Geschäft und geringe Bewertung

Denken wir uns alle diese Sonderbelastungen einmal weg, besitzt Bayer weiterhin ein Geschäft mit sehr guter Marktstellung, das wahrscheinlich auch zukünftig weiter wachsen wird. Im Bereich Crop Science ist der Konzern zu den weltweit führenden Unternehmen aufgestiegen und viele Medikamente aus dem Pharmasegment werden auch zukünftig weiterhin benötigt.

Vor dem Hintergrund einer immer weiter wachsenden Weltbevölkerung sollte auch der Bedarf nach diesen Produkten weiter steigen. Darüber hinaus wird Bayer durch seine breite regionale Aufstellung mit 116.000 Mitarbeitern (21.12.2018) gestützt.

Hinzu kommt, dass die Aktie schon viele schlechte Nachrichten eingepreist hat und deshalb immer noch verhältnismäßig tief bewertet ist. Lag die Aktie 2014 noch bei einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 4,7, beträgt es heute gerade einmal 1,4 (22.08.2019).

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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