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Zinswahnsinn ohne Ende: Jetzt hat der Bund überzogen!

Bild: Ralf Anders

Negative Zinsen sind sowieso bereits ein Unding, egal ob für eine Woche oder für ein Jahr. Aber negative Zinsen für gleich drei Jahrzehnte? Das ist wahnsinnig — und doch ist genau das am Mittwoch passiert. Vieles spricht jedoch dafür, dass es so nicht weitergehen kann.

Der Wahnsinn nimmt seinen Lauf

Während CSU-Chef Markus Söder an einem Gesetzesvorschlag arbeitet, um Negativzinsen für Sparer zu verbieten, tut sich am Anleihemarkt Erstaunliches. Die für die Emission von Bundesanleihen zuständige Deutsche Finanzagentur versteigert schon seit Längerem Schatzbriefe, Bundesobligationen und Bundesanleihen mit negativen Renditen. Seit dem Jahresanfang wiesen die meisten der ein bis zwei Auktionen pro Woche Werte zwischen 0 und minus 0,5 % auf.

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Bei Bundeswertpapieren, die an die Inflationsrate gebunden sind, wurde sogar mehrfach ein Wert von rund minus 1,2 % erzielt. Ein Bollwerk stellten bisher jedoch die Langläufer dar, also Papiere, deren Rückzahlung erst in mehr als 20 Jahre erfolgt. Beim Aufstocken einer bestehenden Anleihe mit Laufzeit bis 2044 gab es noch im April immerhin ein Ergebnis von 0,68 %. Seither geht es weiter abwärts. Nach 0,3 % im Juni und Juli folgten nun am 21. August minus 0,11 %.

Das heißt, dass die Käufer dieser Anleihen für nun angelegte 103,60 Euro zum 15.08.2050 lediglich 100 Euro zurückbekommen, egal ob die Preise zwischenzeitlich stabil bleiben oder eine Hyperinflation einsetzt. Mit Logik ist dem nicht mehr beizukommen.

Was man dazu wissen muss

Die Finanzagentur, die an das Bundesministerium der Finanzen berichtet, nutzt die Gunst der Stunde, um beim Schuldenabbau kräftig mitzuhelfen. Normalerweise würde man davon ausgehen, dass in dieser Situation fast ausschließlich neue Anleihen ohne Zinsen ausgegeben werden, also sogenannte Zero-Bonds. Der Unterschied zwischen Anleihepreis und nominellem Wert wäre dann gering, sodass sich kaum Auswirkungen auf die Bilanz von Finanzminister Olaf Scholz ergäben.

Tatsächlich nutzt die Finanzagentur jedoch im großen Stil die Möglichkeit, ältere Papiere mit höheren Zinszahlungen aufzustocken. Eine Bundesanleihe, die im heutigen Umfeld 2,5 % Zinsen bezahlt, ist natürlich zunächst hoch attraktiv. Die Kehrseite davon ist der hohe Preis dafür: Für nominell 100 Euro mussten zum Beispiel im Juni 159 Euro bezahlt werden, bei einer Laufzeit bis 2046.

Bei einer Schuldenaufnahme von 1 Mrd. Euro fließen somit 1,59 Mrd. Euro in das Staatssäckel — und schon haben sich wieder 590 Mio. Euro Schulden in Luft aufgelöst. Das kann man so machen, es bedeutet aber, dass die nächste Generation die Zinsen bedienen muss, obwohl sie eigentlich im Minuszinsumfeld aufgewachsen ist. Es handelt sich also um eine klassische Lastenverschiebung und das Mindeste, was junge Bürger im Gegenzug erwarten können, ist ein ausgeglichener Haushalt.

Bei der letzten Auktion hat die Finanzagentur aber offenbar ein Experiment gewagt und erstmals seit Längerem eine 30-jährige Neuemission begeben, und zwar mit einem Zinskupon von exakt 0 %. Bis zu 2 Mrd. Euro sollten auf diese Weise erlöst werden. Geboten wurden jedoch nicht einmal 1 Mrd. Euro. Nur 126 Mio. Euro davon wurden mit einem Limit versehen. Diesen Zustand hat die Finanzagentur dankend angenommen und den großen Teil der unlimitierten Gebote mit negativer Rendite zugeteilt.

Wie es jetzt weitergeht

Dem Bund fließen die Geldmengen in diesem Jahr wie wahnsinnig zu und die Finanzagentur testet den Markt aus. Das Aufstocken von Altanleihen hilft, den Schuldenstand zu drücken, und die Ausgabe von lang laufenden Zero-Bonds sorgt für drastisch sinkenden Zinsdienst. Der Verlauf der letzten Auktion eines bis 2050 laufenden Papiers zeigt jedoch, dass wir nun wahrscheinlich an den Grenzen des Möglichen angekommen sind.

Negativzinsen auf so lange Frist sind eine Zumutung. Während die Emissionen der ersten Jahreshälfte regelmäßig überzeichnet waren, blieben nun die Gebote aus, weshalb Beobachter von einer gescheiterten Auktion sprechen. Ich hätte ehrlich gesagt niemals gedacht, dass so etwas möglich ist. Aber in diesen verrückten Zeiten darf man nichts ausschließen — weder 30 Jahre Negativzinsen noch eine galoppierende Rückkehr der Inflation. Wie wir gelernt haben, zieht sich das Wasser vor einem Tsunami weit zurück!

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