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Pfizer vs. AbbVie: Welche ist die bessere Aktie?

Die Pharma-Giganten Pfizer (WKN:852009) und AbbVie (WKN:A1J84E) haben viel gemeinsam. Beide erleben gerade den Rückgang der Marktanteile eines Blockbuster-Medikaments. Beide verfügen über vielversprechende neue Medikamente in der Pipeline. Beide haben die Aktionäre mit einer hohen Dividende belohnt. Und beide Unternehmen haben die Übernahme von Allergan angekündigt – und Pfizer hat am Ende das Angebot zurückgezogen.

Es gibt noch eine weitere Gemeinsamkeit bei Pfizer und AbbVie: Beide Aktien entwickeln sich in diesem Jahr bisher schlechter als der Gesamtmarkt. Aber beide Aktien haben wohl auch langfristig gute Perspektiven. Kurz: Welche Aktie ist jetzt die bessere Wahl?

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Was für Pfizer spricht

Pfizer steht vor einer großen Herausforderung: Das Blockbuster-Medikament Lyrica verliert den Patentschutz. Es ist unvermeidlich, dass das Unternehmen bald einen ernsthaften Umsatzeinbruch erfährt. Trotzdem gibt es auf lange Sicht ein gutes Argument für Pfizer.

Man muss dazu über das Jahr 2020 hinausblicken. Der Umsatzrückgang bei Lyrica wird Pfizer in den nächsten rund 18 Monaten stark belasten. Danach wird das Unternehmen jedoch beginnen, über Lyrica hinwegzukommen. Das Upjohn-Segment von Pfizer, das Medikamente wie Lyrica umfasst, die die Patentschutzrechte verloren haben oder bald verlieren werden, sollte ab 2021 immerhin ein leichtes Umsatzwachstum verzeichnen.

Noch wichtiger ist, dass Pfizers Biopharmazeutika-Segment über eine beeindruckende Liste von Medikamenten verfügt, die stark wachsen; außerdem hat man mehrere sehr vielversprechende Kandidaten in der Pipeline. Die beiden größten Hoffnungsträger von Pfizer, das Brustkrebsmedikament Ibrance und der Gerinnungshemmer Eliquis (die das Unternehmen gemeinsam mit Bristol-Myers Squibb vermarktet), erfreuen sich weiterhin einer starken Dynamik.

Mehrere kürzlich zugelassene Medikamente könnten für Pfizer ebenfalls Gewinner sein. Dazu gehören die Lungenkrebsmedikamente Lorbrena und Vizimpro, das Brustkrebsmedikament Talzenna und das Mittel Vyndaqel zur Behandlung seltener Krankheiten. Pfizers Pipeline umfasst derzeit 26 Spätphasenprogramme, darunter das Schmerzmittel Tanezumab und der Pneumokokken-Impfstoff PF-06482077, die als besonders vielversprechende Kandidaten gelten.

Pfizers Übernahme von Array BioPharma bringt zwei weitere großartige Medikamente ins Portfolio: Braftovi und Mektovi. Eine Kombination der beiden Medikamente ist bereits zur Behandlung von Melanomen zugelassen. Die Chancen stehen gut, dass die Medikamente in Kombination mit Eli Lillys Erbitux auch als Behandlung von Darmkrebs zugelassen werden.

Auch die Dividende von Pfizer ist nicht übel. Denn die Rendite liegt derzeit bei fast 3,4 %. In den letzten 10 Jahren hat die Dividende die Gesamtrendite von Pfizer um fast 69 % gesteigert.

Was für AbbVie spricht

AbbVies großes Problem ist der heftige Biosimilar-Wettbewerb in Europa, dem das meistverkaufte Medikament Humira ausgesetzt ist. Biosimilars werden 2023 auch auf dem US-Markt eingeführt werden. Aber AbbVie weiß ja schon seit Jahren um diese Bedrohung und hat eine starke Pipeline aufgebaut, um vorzusorgen.

Das Krebsmedikament Imbruvica ist der wichtigste Teil dieser Strategie. Die Marktforscher von EvaluatePharma prognostizieren, dass Imbruvica bis 2024 die Nummer 5 der meistverkauften Medikamente der Welt sein wird, wobei sich der Umsatz gegenüber 2018 mehr als verdoppelt. (Übrigens, Humira wird voraussichtlich von Nr. 1 auf Nr. 2 fallen – und dürfte 2024 immer noch beeindruckende 12,4 Milliarden USD reinholen.)

Skyrizi, eines von zwei Medikamenten, das AbbVie als Nachfolger von Humira entwickelt hat, erhielt im April 2019 die FDA-Zulassung. AbbVie geht davon aus, dass Skyrizi bis 2023 einen Jahresumsatz von rund 5 Milliarden USD erzielen wird. Das Unternehmen hofft, bald die Zulassung für Upadacitinib zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis zu erhalten. Es könnte mit einem prognostizierten Spitzenjahresumsatz von 6,5 Milliarden USD langfristig ein noch größerer Gewinner als Skyrizi sein.

Darüber hinaus könnten mehrere andere aktuelle Medikamente und Pipeline-Kandidaten einen positiven Beitrag zum Wachstum von AbbVie leisten. Orilissa ist bereits für die Behandlung von Endometriose zugelassen und könnte eine weitere Zulassung zur Behandlung von Gebärmutterfibroiden erhalten. Die Umsätze mit dem Blutkrebsmedikament Venclexta steigen.

AbbVie will seine Abhängigkeit von Humira durch die geplante Übernahme von Allergan deutlich reduzieren. Wenn die Transaktion abgeschlossen ist, wird Humira weniger als 40 % des Gesamtumsatzes von AbbVie ausmachen. Heute sind es immer noch rund 60 %.

Und dann gibt es auch bei AbbVie noch die Dividende. Eine Rendite von fast 6,3 % muss man einfach mögen. Das Management von AbbVie weist darauf hin, dass die Dividende selbst nach dem Kauf von Allergan oberste Priorität bleibt.

Der bessere Kauf

Sowohl AbbVie als auch Pfizer sehen nach guten langfristigen Werten aus, und zwar vor allem für Dividendenanleger. Wenn ich jedoch nur eine dieser Aktien auswählen dürfte, würde ich mich für AbbVie entscheiden.

Die AbbVie-Aktie wird nur zum 7,3-Fachen der erwarteten Gewinne gehandelt. Ich denke, dass die Bewertung angesichts des Gesamtbildes für das Unternehmen recht niedrig ist – zu niedrig. Bei der außergewöhnlichen Dividendenrendite muss die AbbVie-Aktie nicht viel steigen, um eine starke Gesamtrendite zu erzielen. Obwohl ich der Übernahme von Allergan skeptisch gegenüber stand, bin ich der Meinung, dass AbbVie derzeit immer noch ein Schnäppchen zu sein scheint, das sich langfristig auszahlen sollte.

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The Motley Fool besitzt keine der angegebenen Aktien. Keith Speights besitzt Aktien von AbbVie und Pfizer.

Dieser Artikel erschien am 21.7.2019 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

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