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Geht der AMD-Aktie bald der Treibstoff aus?

Foto: Getty Images

Die Aktien von Advanced Micro Devices (WKN: 863186) brachen Anfang August ein, nachdem der Chiphersteller im zweiten Quartal sein Ergebnis veröffentlicht hatte. Der Umsatz sank im Vorjahresvergleich um 13 % auf 1,53 Mrd. US-Dollar, was die Schätzungen zwar um 10 Mio. US-Dollar übertraf, aber das dritte Quartal in Folge mit rückläufigen Umsätzen markierte. Der bereinigte Reingewinn sank um 41 % jährlich auf 92 Mio. US-Dollar oder 0,08 US-Dollar pro Aktie und entsprach damit den Erwartungen.

Diese Schlagzeilen sind etwas alarmierend, aber deuten sie darauf hin, dass der AMD-Aktie nach mehr als einer Vervierfachung in den letzten drei Jahren der Treibstoff ausgeht?

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Jährliches vs. sequenzielles Wachstum

Das Wachstum von AMD im Jahresvergleich erscheint schwach, aber das Wachstum gegenüber dem Vorquartal sieht besser aus. Auf sequenzieller Basis stieg der Umsatz von AMD um 20 % und der bereinigte Konzernüberschuss um 48 %. Um diese Unterschiede zu verstehen, sollten wir einen genaueren Blick auf die beiden Segmente (Computing & Graphics sowie Enterprise, Embedded & SemiCustom – kurz EESC) werfen:

Q2/2019 Umsatz Wachstum zum Vorquartal Wachstum zum Vorjahresquartal
Computing & Graphics 940 Mio. USD 13 % -13 %
EESC 591 Mio. USD 34 % -12 %

Quelle: Quartalsbericht AMD

AMDs Umsätze mit PC-Prozessoren (CPUs) und Grafikchips (GPUs) sanken im Vorjahresvergleich aufgrund geringerer Umsätze mit Gaming- und professionellen Visualisierungs-GPUs, die teilweise durch höhere Umsätze mit Rechenzentrums-GPUs und x86-CPUs ausgeglichen wurden. Das Management führte das sequenzielle Wachstum der Einheit auf höhere GPU-Gesamtumsätze zurück.

Diese Aussagen deuten darauf hin, dass AMD gegenüber den beiden größten Konkurrenten NVIDIA (WKN: 918422) und Intel (WKN: 855681) an Boden gewinnt. NVIDIAs Umsatz mit Rechenzentrums-GPUs sank im vergangenen Quartal um 17 % pro Jahr, während Intel Kunden mit einem anhaltenden Mangel an x86-CPUs frustriert hat. Diese Fehltritte beflügeln das Wachstum von AMD. Das sequenzielle Wachstum von AMD beim GPU-Umsatz zeigt auch, dass die neuesten Radeon-Karten gut mit den neuesten RTX-Karten von NVIDIA mithalten können.

Das EESC-Segment führte seinen Umsatzrückgang im Jahresvergleich auf geringere Umsätze mit seinen Semi-Custom-Chips (einschließlich seiner Beschleuniger-Chips [APU] für Videospielkonsolen) zurück, die teilweise durch höhere Umsätze mit seinen Epyc-CPUs für Rechenzentren ausgeglichen wurden. Das sequenzielle Wachstum der Einheit wurde auf höhere Umsätze sowohl mit Semi-Custom-Chips als auch mit Epyc-Prozessoren zurückgeführt. Die steigende Nachfrage nach den Epyc-Chips von AMD ist eine schlechte Nachricht für den Konkurrenten Intel, der mit seinen Xeon-Chips nahezu über ein Monopol im Rechenzentrumsmarkt verfügt.

Wie sieht es mit Preisen und Margen aus?

Eine häufige Kritik an AMD ist, dass das Unternehmen seine Margen opfert, um sich gegen NVIDIA und Intel zu behaupten. Der durchschnittliche Verkaufspreis (DVP) und die Margen von AMD im Laufe des Quartals deuten jedoch darauf hin, dass die Preissetzungsmacht stabil bleibt.

Im Bereich Computer & Grafik stieg der DVP für die CPUs von AMD über die letzten zwölf Monate mit einem höheren Mix an Ryzen-Chips an, was darauf hindeutet, dass AMD sogar an Preismacht gewinnt, da Intel mit seinen Lieferproblemen zu kämpfen hat. Der DVP für CPUs ging jedoch aufgrund eines höheren Anteils an billigeren mobilen Prozessoren für portable PCs weiter zurück.

Ein höherer Anteil an teureren Rechenzentrums-GPUs ließ den GPU-DVP des Unternehmens im Vergleich zum Vorjahr steigen, aber diese Zahl sank auch sequenziell, da die Umsätze der Rechenzentrums-GPUs zurückgingen und mehr Umsatz mit billigeren Gaming-GPUs generiert wurde.

Diese Verbesserungen bei den Verkaufspreisen gegenüber dem Vorjahr führten jedoch nicht zu einem stärkeren Wachstum des operativen Ergebnisses des Segments Computing & Graphics, vor allem weil der Gesamtumsatz rückläufig war. Die robuste Nachfrage nach Epyc-CPUs führte jedoch dazu, dass das Betriebsergebnis der EESC-Einheit sowohl sequenziell als auch im Vorjahresvergleich stieg.

Q2/2019 Operativer Gewinn Wachstum zum Vorquartal Wachstum zum Vorjahresquartal
Computing & Graphics 22 Mio. USD 38 % -81 %
EESC 89 Mio. USD 31 % 29 %

Quelle: Quartalsbericht AMD

AMD verzeichnete im zweiten Quartal eine bereinigte Bruttomarge von 41 %, die gegenüber dem ersten Quartal unverändert blieb, aber einen Anstieg um vier Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr bedeutete. Das Management erwartet, dass diese Zahl im laufenden dritten Quartal auf 43 % ansteigen wird, da sich nun mehr Ryzen-, Radeon- und Epyc-Chips verkaufen lassen.

Ein guter Ausblick mit einer Premiumbewertung

AMD erwartet, dass der Umsatz im dritten Quartal um 6 bis 12 % gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal (und 14 bis 21 % sequenziell) steigen wird, was jedoch die Konsensprognose für das jährliche Wachstum von 18 % verfehlt und den Ausverkauf nach der Ergebnisvorlage ausgelöst hat. Für das Gesamtjahr wird ein Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Bereich erwartet, was den Erwartungen der Analysten von 5 % Wachstum entspricht.

AMD gab keine Gewinnprognose ab, aber Analysten erwarten, dass der bereinigte Gewinn in diesem Jahr um 39 % steigen wird. Bei einem Aktienkurs von etwa 30 US-Dollar Anfang August handelt AMD mit dem 47-Fachen dieser Schätzung, was im Vergleich zur Wachstumsrate etwas üppig erscheint. Intel und NVIDIA schlagen auch mit neuen Chips gegen AMD zurück und es könnte für den Herausforderer schwierig werden, gleichzeitig gegen die beiden Marktführer anzukämpfen. Noch geht AMD zwar nicht unbedingt der Treibstoff aus, aber die Anleger sollten sich der anstehenden Herausforderungen bewusst sein.

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Dieser Artikel wurde von Leo Sun auf Englisch verfasst und am 01.08.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Leo Sun besitzt keine der genannten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt NVIDIA. The Motley Fool besitzt Aktien und Optionen von bzw. auf Intel.

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