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Dividendenaktien, passives Einkommen & Co.: Warum finanzielle Freiheit ein undankbares Ziel ist

Foto: Getty Images

Viele, die in der Welt von Aktien und Börse aktiv sind, scheinen gegenwärtig ein starkes Ziel zu verfolgen: Sie wollen finanziell unabhängig werden, wobei der Weg dorthin unterschiedlich sein kann.

Einige versuchen dieses Ziel mit passivem Einkommen in Form von Dividendenaktien zu erreichen, andere setzen hingegen auf Wachstumsaktien, um ein möglichst großes Vermögen zu generieren, von dem sie zehren können. Die Vorstellung, sein Erwerbsleben an den Nagel zu hängen und die Stechkarte gegen die Hängematte einzutauschen, dürfte jedoch häufig die intrinsische Motivation darstellen.

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Nichtsdestoweniger könnten sowohl das passive Einkommen als auch die finanzielle Freiheit ein undankbares Ziel sein. Schauen wir im Folgenden einmal, weshalb.

1. Man benötigt ein hohes Investmentziel

Ein erster Grund, weshalb die finanzielle Freiheit und ein hohes passives Einkommen ein undankbares Ziel sein könnten, hängt mit der eigenen Zielvorstellung ab, die man hiermit verbindet. Auch die eigene finanzielle Unabhängigkeit hängt natürlich von den eigenen Vorstellungen ab. Unabhängig davon, wie man sie definiert, wird man jedoch ein paar Hunderttausend Euro für seine Freiheit benötigen. Mindestens.

Das kann den Weg hin zu diesem Ziel durchaus erschweren, insbesondere, wenn wir bedenken, wie lange wir brauchen werden, um dieses Ziel zu erreichen. Auch wenn wir uns über einen längeren Zeitraum den Zins- und Zinseszinseffekt zunutze machen, dürften die meisten von uns wohl eher Jahrzehnte benötigen, um finanziell frei zu werden, was durchaus an der Motivation nagen kann. Oder in vielen Fällen wohl auch zur inneren Aufgabe führen wird.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, könnte es jedoch Mechanismen geben, die Abhilfe verschaffen. Beispielsweise, indem man sich Zwischenziele setzt: Zunächst vielleicht die Miete, die man von seinem passiven Einkommen bezahlen könnte, oder aber die wöchentlichen Einkäufe, für die man inzwischen ausgesorgt hat. Oder aber Vermögensziele, die relativ angeben, wie finanziell frei man denn bislang ist.

Das richtige Mindset könnte auf diesem Weg jedoch entscheidend sein, damit man dieses undankbare, große Ziel auch wirklich erreichen kann.

2. Die hohe Sparquote belastet zusätzlich

Zudem dürften viele eifrige Sparer und Anleger, die finanziell frei werden wollen, sich gehörig einschränken müssen. Um das Ziel der vollen Freiheit zu erlangen, werden die meisten mit einem durchschnittlichen Einkommen vor allem eins tun müssen: verzichten.

Eine hohe Sparquote erscheint in diesen Fällen oftmals notwendig, um die ambitionierten Ziele zu erreichen. Konsum oder etwas Luxus kann natürlich manchmal drin sein, zu viel verhindert jedoch, dass man langfristig auf Kurs bleibt, innerhalb des eigenen gewünschten Zeitfensters finanziell frei zu werden.

Auch das kann natürlich über Jahre oder auch Jahrzehnte an der inneren Einstellung rütteln und einen zur Aufgabe bewegen. Auch hier sollte das Mindset entsprechend stimmen und mithilfe einer guten Budgetierung, die einen jedoch auch noch atmen und genießen lässt, sollten die grundsätzlichen Weichen richtig gestellt sein. Ansonsten wird sich das ab irgendeinem Zeitpunkt rächen und die Aufgabe ist langfristig vorprogrammiert.

3. Es kann schnell das einzige Ziel werden

Zu guter Letzt ist die finanzielle Freiheit in meinen Augen ein undankbares Ziel, weil sie schnell das einzige sein kann, wonach man als Investor und Sparer strebt. Viele Blogs scheinen oftmals das eigentliche Leben aus den Augen verloren zu haben, beschäftigen sich mit Zeitfenstern von 15 oder 30 Jahren und vergessen das Hier und Heute.

Sparen und finanziell frei sein kann wichtig sein, keine Frage, und auch ich strebe das zumindest teilweise an. Allerdings ist das nicht das einzige, das tagtäglich durch meinen Kopf geistert und wonach ich mein Handeln ausrichte.

Was passiert schließlich, wenn diejenigen ihr Ziel erreicht haben, die alles dafür geben? Gibt es für sie noch einen Lebensinhalt oder fallen sie in ein tiefes Loch? Auch wenn diese Frage sehr psychologisch sein dürfte, sollten FiRe-Anhänger hierüber definitiv einmal nachgedacht haben, bevor am Ende die große sinnfreie Leere eintritt.

Versteh mich nicht falsch …

… die finanzielle Freiheit scheint definitiv eine attraktive Sache zu sein. Sofern das Credo Alles kann, nix muss mehr eintritt, werden viele insbesondere berufliche Dinge leichter und mit weniger Druck verbunden sein.

Man sollte jedoch sicherstellen, dass der Weg dahin nicht die Hölle wird und somit zum Scheitern verdammt ist und dass man einen weiteren Lebensinhalt neben diesem Thema hat. Ansonsten wird sich hier so einiges kurz- bis mittelfristig rächen, was viele mit einer solchen Einstellung mit Sicherheit nicht möchten.

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