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Kurs-Desaster bei LEONI-, Heidelberger-Druck- und Voltabox-Aktie: Was Anleger daraus lernen können

Es gibt Aktien, die dank ihres zurückgekommenen Kurses billig wirken – und sich dann einfach nochmal halbieren. LEONI (WKN: 540888), Heidelberger Druckmaschinen (WKN: 731400) und Voltabox (WKN: A2E4LE) sind solche Kandidaten. Was läuft dort jeweils falsch und was können wir daraus lernen? Ich habe dort mal einen genaueren Blick hingeworfen.

LEONI: Vom Cable-Hero zum Cashflow-Sorgenkind

LEONI beschäftigt sich mit Kabeln, Steckverbindern und der Serienfertigung von komplexen Kabelbäumen. Diese Produkte werden für unzählige Anwendungen rund um Elektrik, Elektronik und die Kommunikationstechnik gebraucht und das Unternehmen behauptet in seinen Kerngeschäften eine starke Marktposition. Autobauer gehören zu den großen Kunden und da LEONI kaum etwas mit dem Verbrennungsmotor zu tun hat, sollten ihr die Trends hin zu mehr Connectivity, Autonomie und Elektrifizierung eigentlich alle wunderbar in die Hände spielen.

Aber auch wenn wir gerne weit in die Zukunft blicken, um die langfristigen Chancen abzuschätzen, kommt es manchmal doch mehr auf das Hier und Jetzt an. Noch greifen diese Trends nicht richtig. Stattdessen hat LEONI zwischenzeitlich große Probleme mit der Cashflow-Entwicklung bekommen. Der Kurs ist von über 60 Euro zum Jahreswechsel 2017/2018 auf nur mehr 9 Euro abgestürzt. Wer also irgendwo bei 20 oder 30 Euro ein Schnäppchen witterte, der wurde gnadenlos enttäuscht.

Den beeindruckenden 5 Mrd. Euro Umsatz stehen nun desaströse 0,3 Mrd. Euro Marktkapitalisierung (13.08.2019) gegenüber. Nach einer Serie von Pleiten, Pech und Pannen hätte der Konzern etwas Rückenwind gut gebrauchen können. Da kam das schwierige Marktumfeld seit Mitte 2018 äußerst ungelegen. Die Schulden- und Liquiditätssituation ist zunehmend angespannt und es wird spekuliert, ob nun eine Eigenkapitalerhöhung notwendig sein könnte. Bei den aktuell ausgebombten Kursen würde dies eine massive Verwässerung bedeuten und die Leerverkäufer könnten elegant über die Teilnahme ihre Positionen schließen.

Insgesamt können wir daraus lernen, dass wir bei der Suche nach den besten Kaufgelegenheiten immer wieder sehr viel Geduld beweisen müssen, insbesondere solange die grundlegenden Probleme noch existieren und die Leerverkäufer das Zepter übernommen haben. Selbst wenn uns dadurch der ein oder andere Turnaround entgeht, ist das immer noch besser, als in so ein ewig fallendes Messer zu greifen.

Heidelberger Druck: Ein geschichtsträchtiges Unternehmen auf der Suche nach dem Happy-End

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts galt Heidelberg als ein Aushängeschild des deutschen Maschinenbaus. Seit der Dotcom-Krise hat sich der Markt jedoch deutlich gewandelt und das Management konnte über die letzten zwei Jahrzehnte trotz vielfältiger Initiativen keinen Weg finden, um den Niedergang aufzuhalten. Zuletzt ist die Aktie sogar zu einem Pennystock verkommen und die Marktkapitalisierung liegt wie bei LEONI im Bereich von 0,3 Mrd. Euro.

Anleiheinvestoren haben anscheinend ernsthafte Bedenken, ob die bis 2022 laufende und mit einem fantastischen Zinscoupon von 8 % ausgestattete Anleihe zurückbezahlt werden kann. Dabei versucht das Management seit Langem die Anleger davon zu überzeugen, dass die Digitalstrategie des Maschinenbauers zu Umsatz- und Profitabilitätswachstum führen würde. Aber Heidelberg ist ein Opfer des eigenen Erfolgs: Die berühmte Langlebigkeit und die ständig steigende Effizienz der Anlagen haben eine sinkende Hardware-Nachfrage zur Folge.

Die Marktteilnehmer bezweifeln, ob smarte Pay-per-Sheet-Lösungen, das Erschließen von Chancen außerhalb der Druckbranche und das Geschäft mit Services und Verbrauchsmitteln den Rückgang wirklich auffangen können. Schließlich wurde Ähnliches bereits vor zehn Jahren versprochen und der trübe Konjunkturausblick macht auch nicht gerade Mut.

Während es bei rasend schnell wachsenden IT-Unternehmen für Investoren meist kein Problem darstellt, wenn Barmittel im großen Stil verbrannt werden, ist dies bei Maschinenbauern ein Alarmsignal. In dieser investitionsintensiven Branche wollen die Geldgeber möglichst positive Cashflows sehen. Alle Zukunftsmusik spielt daher keine Rolle, solange sich diese Situation nicht verbessert.

Voltabox: Über dickes Auftragsbuch gestolpert

Beim Börsengang 2017 hatte Voltabox nicht viel mehr zu bieten als ein gewaltiges Auftragsbuch. Die Umsätze waren noch sehr klein, aber sie sollten über die folgenden Jahre geradezu explodieren, wenn die bereits eingegangenen Bestellungen abgerufen würden. Mir war es von Anfang an nicht geheuer, sich lediglich darauf zu verlassen. Zu oft hat man Geschichten von Verzögerungen und Stornierungen gehört und ob der Vertrieb auf längere Sicht gegen die wachsende Konkurrenz erfolgreich sein würde, stand in den Sternen.

Als der Kurs bereits stark zurückgekommen war, riet ich vor einigen Tagen trotzdem noch zum Abwarten. Mit solch einem heftigen Einbruch wie am 13.08.2019 hätte ich trotzdem nicht gerechnet. Die größten Aufträge bringen eben nichts, wenn das Unternehmen nicht in der Lage ist, diese mit auskömmlichen Margen abzuarbeiten. In diesem Jahr steht nun überraschend ein signifikanter Verlust an und Aktionäre werden mit der Aussicht auf Gewinne im nächsten Jahr vertröstet. Hektische Maßnahmen sollen nun das lecke Schiff wieder auf Vordermann bringen.

Zu beobachten ist, dass Konkurrenten, die nicht nur große Zukunftspläne, sondern auch überzeugende Belege ihrer Leistungsfähigkeit vorlegen konnten, sich viel besser entwickelt haben. Das kritische Hinterfragen eines Geschäftsmodells kann manchmal Gold wert sein.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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