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Der bessere Kauf: VARTA- versus Voltabox-Aktie

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Wer am Energiespeichertrend partizipieren will, muss nicht unbedingt die Fühler nach Fernost ausfahren. Mit Aktien wie Voltabox (WKN: A2E4LE) und VARTA (WKN: A0TGJ5) gibt es auch hierzulande interessante Optionen. Ist VARTA noch immer die aussichtsreichere Aktie oder dreht sich nun das Blatt? Der nachfolgende Vergleich zeigt, auf was nun zu achten ist.

VARTA versus Voltabox II

Kurz nach ihren jeweiligen Börsengängen vor zwei Jahren hatte ich die beiden Unternehmen schon einmal in ein Duell geschickt. Damals sah ich VARTA knapp vorne, riet aber auch bei ihr zum Abwarten. Heute wissen wir, dass die VARTA-Aktie sich nach einigen Anlaufschwierigkeiten zu einem der Stars an der Frankfurter Börse entwickelt hat, während Aktionäre von Voltabox nicht viel Freude hatten.

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Die Tatsache, dass die eine Aktie nun deutlich billiger zu haben ist (-60 % seit Oktober 2017, Stand 07.08.) und die andere viel teurer (+250 % im gleichen Zeitraum) geworden ist, sorgt für ein neues spannendes Duell. Während VARTA damals weniger als zweimal so viel wert war, ist es jetzt mehr als 16-mal so viel.

Die Gründe für VARTAs Erfolg

Zwischenzeitlich ist eine Menge passiert. VARTA hat alles gezeigt, was Investoren lieben: Wachstum, steigende Margen, Innovationen, eine aussichtsreiche Übernahme und spannende Investitionsprojekte. Wenn das zugekaufte Verbraucherbatteriegeschäft erst einmal in den Konzern integriert ist, dann wird er ein fast komplettes Spektrum anbieten können, von der kleinsten Knopfzelle bis zum riesigen industriellen Speichersystem.

Bisher beschränkt sich VARTA bei Lithiumakkus noch auf kleine Zellen etwa für Kopfhörer. Hier haben VARTAs Produktentwickler einen Volltreffer gelandet, weshalb die Produktionskapazitäten mit Hochdruck ausgeweitet werden. VARTA profitiert hier beispielsweise davon, dass Chiphersteller wie Dialog Semiconductor (WKN: 927200) zuletzt extrem stromsparende Lösungen vorgestellt haben, die ausdauernde batteriebetriebene Sensorprodukte ermöglichen.

Mittelfristig gibt es darüber hinaus konkrete Pläne, an der Seite von Ford (WKN: 502391) in die Massenfertigung von größeren Zellen für die Elektromobilität einzusteigen. Gelingt dieser Schritt, dann könnte sich VARTA recht schnell zu einem Milliardenunternehmen entwickeln. Noch ist dies jedoch Zukunftsmusik.

Die Gründe für Voltabox’ „Misserfolg“

Das Hauptargument für ein frühes Investment in Voltabox war der außergewöhnlich hohe Auftragsbestand, der mittelfristig hohe Wachstumsraten versprach. Da das Unternehmen sich dabei allerdings auf nur eine Handvoll Kunden verließ, machte mich etwas skeptisch, vor allem was die langfristigen Aussichten angeht.

Operativ enttäuscht hat Voltabox jedoch nicht. Im Mai wurde ein Umsatzwachstum von 150 % gemeldet und neue Absatzmärkte vom kleinen E-Trottinett bis zum großen Elektrobus versprechen weitere Expansion. Auch ein kleiner Gewinn stand unterm Strich in der Quartalsbilanz. Der geplante Jahresumsatz von rund 110 Mio. Euro entspricht nun etwa einem Drittel des Werts bei VARTA (2016 waren es nur 15 Mio. Euro gegenüber 214 Mio. Euro bei VARTA).

Die Produktentwicklung wurde konsequent vorangetrieben, um die starke Position im Intralogistikbereich zu behaupten und gleichzeitig neue Anwendungsbereiche wie etwa Hafen- oder Kommunalfahrzeuge zu erschließen. Im Kern läuft es also ziemlich gut. Als Negativpunkte sind hingegen die abgesagte Anleihe-Emission und der Rückzug bei einer angekündigten Übernahme im zweiten Halbjahr 2018 zu nennen.

Muss man sich gegebenenfalls Sorgen um die Liquidität machen? Immerhin ist der Barmittelbestand, zwar zum Teil durch Lageraufbau begründet, innerhalb von drei Monaten von 28 auf 13 Mio. Euro abgeschmolzen. In dieses Bild passen auch die Bilanzierungsfehler des Hauptaktionärs Paragon (WKN: 555869), die vor einigen Monaten bekannt wurden. Das Vertrauen in den Konzern hat deutlich gelitten. Die 2022 fällige Anleihe notiert aktuell (07.08.) mit 84,50 Euro weit unter Buchwert.

Welche Aktie besser ist

VARTA ist also zweifellos in der Erfolgsspur, während Voltabox zwar auch eine operativ beachtliche Entwicklung genommen hat, aber mit gewissen Unregelmäßigkeiten zu kämpfen hat. Die Frage ist allerdings, ob VARTA gleich 16-mal besser ist. Um eine Bewertung von über 3 Mrd. Euro zu rechtfertigen, sollten die Gewinne aus meiner Sicht mittel- bis langfristig das Niveau von 200 bis 300 Mio. Euro erreichen.

Für dieses fantastisch gelaufene Jahr werden jedoch lediglich etwa 40 Mio. Euro erwartet und ob das zugekaufte Consumer-Batteries-Geschäft gleich gewinnsteigernd wirkt, ist fraglich. 100 Mio. Euro Gewinn kann ich mir gut vorstellen auf Sicht von drei bis fünf Jahren. Für deutlich mehr wird wohl guter Erfolg bei der Elektromobilität erforderlich sein.

An dieser Front ist Voltabox bereits weiter und profitiert weiterhin vom überzeugenden Auftragsbuch. Rein von den präsentierten Zahlen her würde ich aktuell ganz klar das kleinere Unternehmen bevorzugen.

Um die 190 Mio. Euro Marktkapitalisierung zu rechtfertigen, würde es nach meiner Einschätzung genügen, wenn irgendwann Gewinne von über 20 Mio. Euro herausspringen. Dank des guten Ausblicks für die restlichen Monate soll der Betriebsgewinn dieses Jahr rund 10 Mio. Euro ausmachen und wenn Voltabox auch im kommenden Jahr stark wachsen kann, dann dürften auch die Margen weiter steigen. Das Ziel sollte also mittelfristig erreichbar sein, wenn nichts Gravierendes dazwischenkommt.

Diese Aktie gehört also dank der attraktiven Chancen auf die Watchlist. Trotzdem sollten uns die Unregelmäßigkeiten und die knappe Liquiditätsausstattung von Voltabox und Paragon zu denken geben. Das größte Risiko bei VARTA hingegen besteht in der nun doch sehr anspruchsvollen Bewertung. Somit lautet das Fazit wie bereits vor zwei Jahren: Abwarten.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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