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Diesel-Sorgen: Große Verluste für Mercedes-Benz’ Muttergesellschaft Daimler AG

Der Automobilhersteller Daimler AG (WKN:710000), die Muttergesellschaft von Mercedes-Benz, ließ verlauten, dass man nach einem Verlust von 1,56 Milliarden EUR im zweiten Quartal 2019 Modelle einstellen und die laufenden Kostensenkungsmaßnahmen intensivieren werde.

Das war jetzt keine große Überraschung, denn Daimler hatte bereits im Juli gewarnt, dass man nach Berücksichtigung der Kosten für den Dieselskandal und der laufenden Rückrufe von Takata-Airbags einen Verlust für das zweite Quartal ausweisen würde.

Es war die vierte Gewinnwarnung von Daimler seit Juni 2018.

Die nackten Zahlen

Kennzahl Q2 2019 Q2 2018 Veränderung   (Rückgang)
Umsatz 42,65 Milliarden EUR 40,76 Milliarden EUR 5 %
Verkaufte Fahrzeuge 821.666 833.005 (1 %)
Einmalzahlungen (4,17 Milliarden EUR) 418 Millionen EUR  –
Einnahmen (Verluste) vor Zinsen und Steuern (EBIT) (1,56 Milliarden EUR) 2,64 Milliarden EUR  –
Nettoprofit (Verlust) (1,2 Milliarden EUR) 1,8 Milliarden EUR  –

Quelle: Daimler AG. Stand 24.7.

Was bedeuten diese Einmalzahlungen?

Trotz eines ordentlichen Umsatzergebnisses ist Daimler im zweiten Quartal in die Verlustzone gerutscht, nachdem man eine Reihe von Einmalzahlungen in Höhe von rund 4,16 Milliarden EUR verkraftet hatte:

  • 2,55 Milliarden EUR für erwartete Prozesskosten im Zusammenhang mit dem Dieselskandal;
  • 1,15 Milliarden EUR für Rückrufkosten, vor allem für die laufenden weltweiten Rückrufe von Airbags des japanischen Herstellers Takata;
  • 459 Millionen EUR für Aufwendungen im Zusammenhang mit einer Sortimentserneuerung im Unternehmensbereich Mercedes-Benz Vans.

So haben sich die Geschäftsfelder von Daimler im zweiten Quartal entwickelt

  • Das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars, das Pkw und SUVs sowie die Marke Smart herstellt und vertreibt, verzeichnete einen EBIT-Verlust von 672 Millionen EUR nach 1,9 Milliarden EUR im Vorjahr und damit einen Anteil an den oben genannten Einmalzahlungen. Der weltweite Absatz sank gegenüber dem Vorjahr um 3 % auf 575.639 verkaufte Fahrzeuge und der Umsatz um 1 % auf 22,3 Milliarden EUR.
  • Der Absatz der Daimler-LKW-Sparte Daimler Trucks stieg im zweiten Quartal um 2 % auf 126.474 Fahrzeuge. Der Umsatz stieg um 14 % auf 10,5 Milliarden EUR und das EBIT um 33 % auf 725 Millionen EUR.
  • Im Nutzfahrzeugbereich von Daimler, Mercedes-Benz Vans, stieg der Absatz gegenüber dem Vorjahr leicht auf 111.118 verkaufte Fahrzeuge. Der Umsatz stieg um 4 % auf 3,7 Milliarden EUR, während das EBIT auf einen Verlust von 2,05 Milliarden EUR heftig anstieg. Im Vorjahr waren es noch 152 Millionen Euro. Dieser Unterschied ist auf die Kosten des Dieselskandals sowie auf die Rückrufkosten zurückzuführen.
  • Der Absatz von Daimler Bussen stieg gegenüber dem Vorjahr um 12 % auf 8.435 verkaufte Fahrzeuge und der Umsatz damit um 18 % auf 1,3 Milliarden EUR. Das EBIT stieg um 61 % auf 106 Millionen EUR.
  • Daimler Financial Services, die eigenständige Finanzierungseinheit des Unternehmens, erwirtschaftete bei einem Umsatzplus von 9 % ein EBIT von 431 Millionen EUR auf 7,1 Milliarden EUR. Die Eigenkapitalrendite lag bei 12,5 % und damit deutlich über dem Vorjahreswert von 2,1 %.

Was das Management dazu sagte

Der neue Daimler-Vorstandsvorsitzende Ola Kallenius sagte, das Unternehmen werde nach dem Verlust im zweiten Quartal noch aggressiver Kostensenkungen vorantreiben:

Unser Ergebnis im zweiten Quartal wurde vor allem durch Sonderzahlungen in Höhe von 4,2 Milliarden EUR belastet. Daher liegt unser Fokus für die zweite Jahreshälfte auf der Verbesserung unserer operativen Leistung und der Generierung von Cashflow. Generell intensivieren wir die konzernweiten Leistungsprogramme und überprüfen unser Produktportfolio, um den zukünftigen Erfolg zu sichern. Gleichzeitig setzen wir unseren Unternehmenswandel konsequent fort.

Ausblick: Überarbeitete Guidance für 2019

Daimler hielt an seiner bisherigen Prognose für Absatz und Umsatz fest und geht weiterhin davon aus, dass der konzernweite Absatz in etwa dem Ergebnis von 2018 (3,4 Millionen Fahrzeuge) entsprechen wird, während der Umsatz 2019 leicht über dem von 2018 (167,4 Milliarden EUR) liegen wird. Mittlerweile rechnet man jedoch damit, dass das konzernweite EBIT “deutlich unter” den 11,13 Milliarden EUR liegt, die man 2018 erwirtschaftet hat.

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The Motley Fool besitzt keine der angegebenen Aktien. John Rosevear besitzt keine der angegebenen Aktien.

Dieser Artikel erschien am 24.7.2019 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.