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iRobot spürt die höheren Zölle schmerzhaft

Nach Marktschluss am vorletzten Dienstag veröffentlichte iRobot (WKN: A0F5CC) seine Zahlen aus dem zweiten Quartal 2019. Zu erkennen waren ein solides Umsatzwachstum, das die Erwartungen des Unternehmens erfüllte, und ein deutlich höherer Gewinn, der auf die Kosteneinsparungen durch das Management zurückzuführen ist.

Aber der Heimroboterspezialist trübte seinen Ausblick für das gesamte Jahr durch Sorgen um die anhaltende Wirkung der Zölle sowie des Handelskriegs zwischen den USA und China. Dadurch sanken die Aktien um mehr als 16 % im nachbörslichen Handel.

Lass uns genauer anschauen, wie die erste Jahreshälfte verlief.

Ergebnisse von iRobot: Die nackten Zahlen

Kennzahl Q2 2019 Q2 2018 Wachstum
Umsatz 260,2 Millionen USD 226,3 Millionen USD 15 %
GAAP-Nettogewinn 7,2 Millionen USD 10,5 Millionen USD (31,4 %)
GAAP-Gewinn je Aktie (verwässert) 0,25 0,37 (32,4 %)

Datenquelle: iRobots Quartalsbericht, GAAP = Generally Accepted Accounting Principles

Was ist während des Quartals mit iRobot passiert?

  • iRobot gibt keine genauen Zahlen bezüglich seiner Erwartungen für einzelne Quartale an. Zwar schenken wir den Erwartungen von Analysten eher wenig Beachtung, aber viele sind mit 0,03 US-Dollar von einem deutlich niedrigeren Gewinn je Aktie ausgegangen – trotz eines höheren erwarteten Umsatzes von 268 Mio. US-Dollar.
  • Auf Nicht-GAAP-Basis, die außergewöhnliche Steuerbelastungen, Übernahmekosten und aktienbasierte Gehälter außer Acht lässt, lag der Nettogewinn von iRobot bei 13,8 Mio. US-Dollar oder 0,48 US-Dollar je Aktie. Das ist weniger als die 0,77 US-Dollar, die das Unternehmen im gleichen Zeitraum im Vorjahr erreichte.
  • Der Umsatz in den USA wuchs um 11,6 % auf 124,5 Mio. US-Dollar.
  • Der internationale Umsatz wuchs um 18,2 % auf 135,7 Mio. US-Dollar.
  • Wie versprochen, brachte iRobot während des Quartals zwei neue Produkte auf den Markt. Dies waren der neue Roomba s9+ Staubsaugerroboter und der Braava Jet m6 Wischroboter. Das Unternehmen plant gegen Ende des Jahres, Terra auf den Markt zu bringen. Das wäre sein erster Mähroboter.
  • Im Juni kaufte iRobot Root Robotics für eine nicht genannte Summe, den Marktführer bei Lernrobotern.

Was das Management zu sagen hatte

Der Vorstandsvorsitzende und CEO von iRobot Colin Angle betonte, dass das Unternehmen ein zweistelliges Wachstum in jeder geografischen Region vorweisen kann. Der große Gewinn wurde durch die Zügelung der Ausgaben im letzten Quartal erreicht.

Angle nannte zudem die letzten Produktneuheiten „wichtige Meilensteine in den Plänen [von iRobot], um seine Führung bei Roomba zu stärken, das Portfolio über Staubsauger hinaus zu erweitern und in den Bereich Smart Home vorzudringen“.

Aber er klagte auch über den Einfluss des anhaltenden Handelskriegs zwischen den USA und China:

„Obwohl wir im zweiten Quartal unser Umsatzziel in den USA erreicht haben, denken wir, dass die direkten und indirekten Auswirkungen des anhaltenden Handelskriegs zwischen den USA und China und die kürzlich verhängten Zölle in Höhe von 25 % das Wachstum des US-Marktsegments in der zweiten Jahreshälfte bremsen, sodass es unter den Erwartungen von Anfang 2019 liegen wird. Aufgrund der Zahlen seit Jahresbeginn und des Einflusses höherer Zölle auf das inländische Wachstum glauben wir, dass es vernünftig ist, unseren Gesamtjahresausblick zu aktualisieren.“

Blick in die Zukunft

iRobot erwartet für 2019 einen Umsatz von 1,20 bis 1,25 Mrd. US-Dollar. Das wäre ein Wachstum von 10 bis 14 % gegenüber dem Vorjahr. Bisher war das Unternehmen von einem Wachstum von 17 bis 20 % ausgegangen. iRobot senkte seinen Ausblick für den operativen Gewinn für 2019. Er soll zwischen 75 und 100 Millionen US-Dollar liegen. (Bisher wurden 108 bis 118 Millionen US-Dollar erwartet.) Der Gewinn je Aktie wird mit 2,40 bis 3,15 US-Dollar angegeben (bisher 3,15 bis 3,40 US-Dollar).

„Selbst wenn wir in einer Umgebung mit höheren Zöllen operieren müssen, wird 2019 ein erfolgreiches Jahr werden mit zweistelligem Umsatzwachstum und einer beeindruckenden Segmentführung weltweit“, sagte Angle. „In Zukunft bleiben wir enthusiastisch hinsichtlich der attraktiven Gelegenheiten, die wir für die Weiterentwicklung unserer wichtigen Punkte unserer Strategie sehen. Sie unterstreichen unsere Anstrengungen, ein nachhaltiges Wachstum und einen nachhaltigen Shareholder Value zu bieten.“

Es sieht also so aus, als ob sich die Situation noch verbessern könnte, wenn die festgefahrenen Verhandlungen zwischen China und den USA erfolgreich sind. In der Zwischenzeit sinkt die Aktie verständlicherweise, wenn man den vorsichtigen Ausblick berücksichtigt.

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Steve Symington hält Aktien von iRobot. The Motley Fool hält und empfiehlt Aktien von iRobot.

Dieser Artikel wurde von Steve Symington auf Englisch verfasst und am 23.07.2019 auf fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.