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Diese 3 Energieaktien eignen sich für den Ruhestand

Wer sich im Ruhestand befindet, dürfte jetzt nicht mehr groß mit dem Aufbau von Vermögen beschäftigt sein, sondern damit, vom Angesparten zu leben. Das bedeutet, dass man sich wahrscheinlich für Aktien interessiert, die eine Mischung aus Sicherheit und Ertrag bieten. Im Moment trifft das sehr gut auf die Großen der Energiewirtschaft zu: ExxonMobil (WKN:852549), Enterprise Products Partners (WKN:915716) und, für die etwas Abenteuerlustigen, Helmerich & Payne (WKN:851292). Schauen wir doch mal, warum genau man sich als Rentner mit diesen Aktien beschäftigen sollte.

1. Der integrierte Riese

Exxon ist mit Abstand die beste Option für konservative Anleger. Es ist eines der größten und am stärksten diversifizierten Energieunternehmen der Welt und verfügt über Anlagen in den Bereichen Upstream (Förderung), Midstream und Downstream (Transport und Raffination). Das Unternehmen hat in den vergangenen 37 Jahren seine Dividende jedes Jahr erhöht, ein Rekord, den keiner seiner direkten Konkurrenten erreichen kann. Und die Aktie bietet eine Dividende von etwa 4,6 %.

Vor dem Kauf sollte man aber bedenken, dass Öl und Erdgas die treibende Kraft hinter den Ergebnissen von Exxon sind. Die nachgelagerten Bereiche, die tendenziell von niedrigen Ölpreisen profitieren, können sinkende Ölpreise bis zu einem gewissen Grad kompensieren, bieten aber keine vollständige Absicherung. Und dann ist da noch die Tatsache, dass die Ölförderung von Exxon seit einigen Jahren rückläufig ist. Das scheint sich jedoch zum Besseren zu wenden, da ein groß angelegtes Bohrprogramm erste Früchte zu tragen beginnt.

Die Bilanz des Unternehmens gehört zu den stärksten im Energiesektor. Die langfristigen Verbindlichkeiten betragen weniger als 10 % der Kapitalstruktur, was für jedes Unternehmen gering ist, egal in welcher Branche. Noch wichtiger ist, dass Exxon es sich leisten kann, weiterhin in das Geschäft zu investieren (der aktuelle Kapitalplan läuft bis 2025) und gleichzeitig seine Dividende zu zahlen – und das selbst wenn die Ölpreise schwach sind.

2. Vorübergehende Verlangsamung

Enterprise Products Partners ist eines der größten Midstream-Unternehmen in Nordamerika. Es hat eine Größe, die nur wenige Wettbewerber erreichen können. Zu den Assets gehören Pipelines, Silos, Verarbeitungsanlagen, Transportmittel und Häfen. Es ist ein wichtiges Bindeglied zwischen dem Ort, an dem Energie produziert, und dem, an dem sie anschließend genutzt wird. Der Schlüssel dazu ist, dass der Großteil des Geschäfts von Enterprise kostenpflichtig ist. Das bedeutet, dass die Energienachfrage weitaus wichtiger ist als die Preise für Öl und Gas und die verschiedenen Produkte, in die sie dann am Ende umgewandelt werden.

Dies führt zu sehr konstanten und verlässlichen Cashflows sowie der Fähigkeit, eine attraktive Dividende zu unterstützen. Die Ausschüttungsrendite des Unternehmens liegt derzeit bei 5,8 %, und die Dividende wurde die letzten 22 Jahre erhöht. Um diese Entwicklung fortzusetzen, hat die Partnerschaft Bauprojekte im Wert von 5 Milliarden USD im Gange. Die Dividende wurde 2018 um das 1,6-Fache abgedeckt. Zur Einordnung: Bereits der Faktor 1,2 gilt im Midstream-Segment als starke Abdeckung.

Enterprise Products Partners’ Verschuldung zu EBITDA via YCharts

Enterprise reduziert seine Wachstumsrate ein paar Jahre lang, damit man mehr Geld in die Eigenfinanzierung des Wachstums investieren kann. Damit dürfte man der Idee vorbeugen, weitere Aktien auszugeben, was ja den bestehenden Wert verwässern würde. Dieser Übergang sollte in ein oder zwei Jahren abgeschlossen sein, dann dürfte das Wachstum wie in der Vergangenheit wieder in den mittleren einstelligen Bereich zurückkehren. Das Beste daran ist, dass Enterprise diesen Übergang vollzieht, ohne die Investoren zu gefährden, und die Leverage am unteren Ende der Peer Group bleibt. Somit ist dies eine weitere gute Option für konservative Dividendenanleger. Aber man muss auch bedenken, dass es bei Kommanditgesellschaften steuerliche Eigenarten gibt.

3. Lust auf ein wenig Abenteuer?

Als nächstes hätten wir eine Investition für Leute mit etwas mehr Risikobereitschaft: Helmerich & Payne. Das Energiedienstleistungsunternehmen schüttet derzeit beeindruckende 5,6 % an Dividende aus und konnte diese schier unglaubliche 46 Jahre lang in Serie erhöhen. Zudem ist die Bilanz grundsolide, die langfristige Verschuldung beträgt nur etwa 10 % der Kapitalstruktur. Und jetzt kommt das „aber“.

Hier besteht die Gefahr darin, dass der Energiedienstleistungssektor stark zyklisch und kapitalintensiv ist. Klar, Helmerich & Payne ist finanziell stark aufgestellt, aber das ändert nichts daran, dass Rohstoffrückgänge tendenziell zu roten Zahlen führen. Tatsächlich hat das Unternehmen noch immer nicht den Öl-Bärenmarkt der Jahre 2014-2015 verwunden, und nur 62 % seiner Anlagen werden derzeit von Kunden genutzt. Das mit Abstand größte Geschäft des Unternehmens ist jedoch der Onshore-Betrieb in den USA (rund 90 % der Flotte). Dieses Unternehmen hat eine Auslastung von 63 %, doch 90 % der technologisch fortschrittlichsten Anlagen des Unternehmens – die, für die die höchsten Preise verlangt werden – sind im Einsatz.

HP Daten via YCharts

Helmerich & Payne konzentriert sich seit langem auf den Besitz und Betrieb von Spitzentechnologie-Bohranlagen. Man arbeitet daran, die Flotte so aufzurüsten, dass mehr Geräte in die so genannte Superspezifikation der hocheffizienten Geräte fallen, die sich zwischen den Bohrplätzen bewegen können, ohne dass sie abgebaut und wieder aufgebaut werden. Der Anspruch des Unternehmens, an der Spitze der Branche zu stehen, ist der Grund, warum seit dem Abschwung 2014-2015 rund fünf Prozentpunkte seines Marktanteils gewonnen wurden und man damit deutlich vor der Konkurrenz liegen kann.

Abschwünge tun natürlich weh, aber Helmerich & Payne hat bisher bewiesen, dass man die Höhen und Tiefen der Energiedienstleistungsbranche bewältigen kann. Allerdings stellen sich die Anleger in schwierigen Zeiten die Frage, ob die Dividende des Unternehmens denn auch überleben kann. Das ist eine berechtigte Frage, aber wenn man bereit ist, dem Management Vertrauen für die Dividende zu schenken, könnte Helmerich & Payne eine gute Dividendenaktie für aggressivere Investoren sein.

Zeit für genaue Recherche

Diese drei starken Energieunternehmen bieten solide Renditen und eine beeindruckende Vergangenheit bei der Ausschüttung der Dividenden. Alle drei Aktien bieten andere Stärken, wobei Helmerich & Payne eindeutig das größte Risiko birgt. Aber wenn du im Ruhestand bist und von Dividenden leben willst, dann sind Exxon, Enterprise und sogar Helmerich & Payne es wert, genau angeschaut zu werden. Wer weiß, vielleicht landen sie ja am Ende bei dir im Depot.

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The Motley Fool empfiehlt Aktien von Enterprise Products Partners. Reuben Gregg Brewer besitzt Aktien von ExxonMobil.

Dieser Artikel erschien am 24.7.2019 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.