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Wird Tesla bald die Pickup-Sparte dominieren? Ford hat was dagegen

Ford Motor (WKN: 502391) hat neulich verkündet, dass ein batteriegetriebener Prototyp des Modells F-150 Pickup Zugwaggons mit einem Gewicht von über 450 Tonnen gezogen hat. Natürlich gab das Unternehmen zum Beweis auch gleich Fotos und Videos heraus.

Das mag ein PR-Stunt gewesen sein, war aber eben auch als klare Warnung an den Kollegen aus dem Silicon Valley zu verstehen: Ford wird die Pickup-Truck-Sparte verteidigen, selbst wenn die Welt sich in Richtung E-Mobilität bewegt.

Fords Idee und Umsetzung

Ford nutzte einen E-Prototypen, um mehrere Eisenbahnwaggons zu ziehen. Hier das Video dazu:

Wir sehen hier zwei Tests. Im ersten hat Ford 42 Exemplare des aktuellen F-150 Pickups aufgestellt und dann seinen Prototyp-Elektro-Truck (der genauso aussieht wie ein herkömmlicher F-150) benutzt, um zehn Eisenbahnwaggons (mit einem Gewicht von etwa 450 Tonnen) zu ziehen. Im zweiten Test wurden dann die 42 Pickups verladen. Damit stieg das Gesamtgewicht auf knapp 600 Tonnen. Und der E-Pickup-Truck zog die Ladung erneut.

Der E-Pickup wurde von der Chefingenieurin des F-150 gefahren, Linda Zhang. Ford verkündete keine Details zum Antrieb oder zur Batterie und sagte auch nicht, wann die Serienversion auf den Markt kommen wird. (Das Unternehmen hat bereits gesagt, dass man mehrere Elektrofahrzeuge in der Entwicklung hat, die in den nächsten Jahren auf den Markt kommen sollen, u. a. ein F-150.)

Klare Ansage an Tesla

Aber was sollte dieses Projekt? Schauen wir uns dazu doch mal diese Tweets von Teslas (WKN: A1CX3T) CEO Elon Musk an.

Musk ist ja bekanntermaßen kein zurückhaltender Mensch. Auch deswegen hat Tesla es geschafft, eine Fanbasis aufzubauen. Aber Tesla hatte es bislang noch nicht mit einem Rivalen wie Ford zu tun – ein Konzern, mit dem man mindestens mithalten muss, wenn man eine Chance haben will, Pickups im großen Stil zu verkaufen. (Es wird erwartet, dass Tesla seinen Pickup frühestens 2021 auf den Markt bringt.)

Ford benannte den Konkurrenten nicht direkt, aber zwischen den Zeilen dürfte die Absicht klar werden. Die erste Zeile der Pressemitteilung, in der die PR-Aktion angekündigt wird, lautet folgendermaßen: „Als Amerikas führender Truck-Hersteller lassen wir Taten sprechen, nicht Worte.“

Hier noch ein Beitrag von Ted Cannis bei Medium, Fords globalem Vorsitzenden für E-Mobilität:

Es geht los. Keine Spielchen. Es geht hier nicht um Compliance. Wir haben unzählige Stunden in Forschung und Tests gesteckt, damit wir ein E-Fahrerlebnis bieten, das Kunden begeistert – und das überlegen ist. Wir werden tolle Pläne zu den Ladeeinheiten haben, damit man stets überall gut ankommt, mit Leichtigkeit und Gelassenheit. Aber dazu bald mehr.

Sie dürfen gespannt sein. Da wird sich viel bewegen.

Ich verfolge Ford nun schon seit einigen Jahren und aus der Erfahrung kann ich sagen: Ford würde den Mund nicht so voll nehmen, wenn man nicht auch in der Lage wäre, diese Behauptungen zu untermauern.

Ford bei Trucks nicht unterschätzen

Vor etwa vier Jahren sagte mir Fords damaliger CEO Mark Fields, dass das Unternehmen kein Interesse daran habe, bei E-Fahrzeugen oder autonomen Fahrzeugen unbedingt als Erster auf den Markt zu kommen. Stattdessen, sagte er, wolle Ford seine Technologie dann an den Markt bringen, wenn das Unternehmen – und seine Kunden – bereit dazu seien.

Musks voller Mund mag Ford früher als geplant zum Handeln gezwungen haben, aber der Autobauer lässt kaum Zweifel daran, dass ein elektrischer F-150 beim Marktstart ein sehr, sehr wettbewerbsfähiges Produkt sein wird. Wer bislang sicher war, dass Tesla mit seinem Pickup einfach mal so den Markt übertölpeln wird, sollte sich noch mal einige Gedanken über diese These machen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla. John Rosevear besitzt Aktien von Ford. Dieser Artikel erschien am 22.7.2019 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.