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Passt die erstaunliche Entwicklung der Volkswagen-Gruppe noch zur trägen Entwicklung der Aktie?

Foto: Friso Gentsch/Volkswagen

Noch immer wird der Volkswagen (WKN: 766403)-Konzern häufig im Licht des Dieselskandals begutachtet. Entsprechend billig werden die Aktien gehandelt. Dabei wird meines Erachtens übersehen, welche erstaunlichen Leistungen die Markengruppe über die letzten Jahre erbracht hat.

Erstaunlich: Der VW-Konzern ist kaum noch wiederzuerkennen

Früher war Volkswagen vor allem VW. Ergänzend gab es zwar noch Audi und ein paar regionale Marken wie etwa SEAT sowie natürlich die prestigeträchtigen Sport- und Luxuswagen, aber wenn es Wolfsburg schlecht ging, strauchelte der gesamte Konzern. Heute trägt VW mit 2,3 Mrd. Euro im ersten Halbjahr 2019 nicht einmal mehr ein Viertel zum Betriebsgewinn bei. Etwa Skoda und die Nutzfahrzeuge sind ähnlich wichtig geworden.

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Apropos Nutzfahrzeuge: Die kürzlich an die Börse gebrachte Traton (WKN: TRAT0N) kann sich nun weltgrößte Lkw-Allianz nennen. Wo vor wenigen Jahren noch Eifersüchteleien zwischen Scania und MAN ausbremsten, scheint es heute vergleichsweise flüssig zu laufen. Darüber hinaus wurde ein globales Netzwerk mit Sinotruk, Navistar (WKN: 886965) und Hino gebildet, das bei wichtigen Technologien und Bauteilen für Größenvorteile sorgt, die selbst Daimler (WKN: 710000) überflügeln.

Abseits des reinen Fahrzeugbaus hat sich ebenfalls unheimlich viel getan. So wurde zum Beispiel das Segment Power Engineering geschaffen, das auf absehbare Zeit vermutlich ebenfalls an die Börse gebracht wird. Hinzu kommen einige der größten Ladenetze samt eigener Schnellladetechnologie, eine Ökostromtochter, diverse Batterieprojekte und jede Menge ambitionierte Initiativen und Partnerschaften für digital getriebene Mobilitätsdienstleistungen.

Wenn es so weitergeht und sich das eine oder andere davon richtig gut entwickelt, dann könnte es gut sein, dass der Konzern in einigen Jahren mehr als die Hälfte der Gewinne außerhalb des Pkw-Geschäfts macht.

Erstaunlich: Die Konkurrenz zuckt zusammen

Es ist die beeindruckende Profitabilität, die diesen Wandel inmitten aller Herausforderungen möglich macht. Während die mehr als zehnmal so wertvolle Amazon.com (WKN: 906866) für das erste Halbjahr 7,5 Mrd. US-Dollar Betriebsgewinn auswies, waren es bei Volkswagen satte 10 Mrd. Euro. Damit kann nicht nur in neue Geschäftsfelder vorgerückt, sondern auch die Transition des Kerngeschäfts in Richtung Elektromobilität gemeistert werden.

Im Frühjahr 2018 hat die Ankündigung einer Investitionsoffensive im Umfang von 34 Mrd. Euro weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Zum Jahreswechsel wurden noch weitere 10 Mrd. Euro draufgepackt. Dieses Geld kann potenziell nicht nur eine führende Technologieposition erkaufen, sondern auch für Skaleneffekte sorgen, die VW kostenseitig in die Poleposition bringen.

Dass die deutschen Oberklassekonkurrenten parallel ebenfalls ihre Elektroanstrengungen intensivieren, trägt aus meiner Sicht dazu bei, dass die Wettbewerbssituation bisher weitgehend stabil geblieben ist.

Noch vor zwei Jahren hätte ich mit einer massiven Welle von Angreifern gerechnet. Unzählige chinesische Marken schienen auf dem Sprung, um ihre Chance unter den neuen Marktbedingungen der Elektromobilität zu nutzen. Bisher ist jedoch noch nicht viel passiert. Vielmehr hat beispielsweise Borgward seine lokalen Produktionspläne aufgegeben.

Auch an den Börsen zeigen sich Anleger desillusioniert. Praktisch alle Aktien chinesischer Autobauer sind über die letzten Monate stark eingebrochen, einschließlich des ambitionierten Start-ups NIO (WKN: A2N4PB). Was etablierte Konkurrenten aus anderen Regionen angeht, wirken auch diese eher defensiv. General Motors (WKN: A1C9CM) hat sich schon längst aus Europa zurückgezogen, Infiniti wird folgen, Ford Europe ist am Gesundschrumpfen und Jaguar Land Rover befindet sich in einer schwierigen Situation.

Man könnte die Liste noch verlängern, sodass es nicht verwundert, dass Volkswagen Marktanteile gewinnt. Daneben haben auch die IT-Giganten lernen müssen, dass Autos zu bauen ein kompliziertes Geschäft ist. Viele großspurig angekündigten Projekte wurden auf ein vernünftiges Niveau eingedampft.

So wie es aussieht, sind viele derjenigen, die in den Boards von internationalen Investoren und Konzernen über den Einsatz von milliardenschweren Ressourcen entscheiden müssen, skeptischer geworden, was die Erfolgschancen gegenüber etablierten Marktführern wie VW angeht.

Erstaunlich: Herbert Diess hat etwas von Elon Musk gelernt

Das gilt natürlich nicht für Elon Musk. Was ich an ihm am genialsten finde, ist seine Fähigkeit, etwas Großartiges, aber auf den ersten Blick völlig Unrealistisches zu verkünden. Seine kontroversen Aussagen führen stets dazu, dass sofort einige begeistert sind und andere engagiert dagegen argumentieren, warum es so überhaupt nicht funktionieren könne. Tesla (WKN: A1CX3T) genießt so eine mediale Aufmerksamkeit, für die man sonst eine millionenschwere Marketingkampagne fahren müsste.

Hinzu kommt, dass viele Diskussionsbeiträge – egal ob Fan oder Pleitegeier – erstklassige technische Expertise preisgeben. Über den Schlagabtausch der beiden Lager werden daher nicht selten die Grenzen des Möglichen ausgelotet, wovon die Entwickler von Tesla direkt profitieren können.

Etwas Ähnliches hat vor einigen Monaten auch Herbert Diess gemacht, als er die radikale branchenweite Umstellung auf batterieelektrische Fahrzeuge forderte. Er wurde dafür beschimpft und kritisiert, aber auch gelobt und gefeiert. Zweifellos ist dadurch einiges in Bewegung gekommen und der Weg nach vorne ist klarer geworden. Mit begleitenden Maßnahmen wie etwa der Öffnung des Elektrobaukastens für Dritthersteller, der vertieften Kooperation mit Ford (WKN: 502391) und spektakulären Rekordfahrten mit Elektroautos wurde gleichzeitig deutlich gemacht, wie ernst man es meint.

Insgesamt denke ich weiterhin, dass Volkswagen über viele versteckte Potenziale verfügt und deshalb der heftige Abschlag auf den Buchwert wahrscheinlich nicht gerechtfertigt ist. Klar ist aber auch, dass 2020 das Jahr der Wahrheit wird. So sollte einerseits der Absatz im traditionellen Kerngeschäft einigermaßen stabil bleiben und andererseits müssen die Trümpfe Elektrooffensive, Ford-Allianz, Stromgeschäfte und Digitalisierung stechen.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Vorstand von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon und Tesla.

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