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Münchener Rück vs. Henkel: Welche heiße, defensive Dividendenaktie ich jetzt in welcher Situation kaufen würde

Die Aktien der Münchener Rück (WKN: 843002) und von Henkel (WKN: 604840) gehören gleichermaßen zu den bekannteren und eher defensiven Dividendenaktien. Wobei die Auslöser für die defensive Klasse der jeweiligen Aktien durchaus als verschieden bezeichnet werden kann.

So ist das Rückversicherungsgeschäft beispielsweise nicht ganz so krisenresistent wie das Geschäft mit Waschmitteln und anderen Hygieneprodukten. Dennoch strotzen die beiden Dividendenhistorien der jeweiligen DAX-Konzerne unterm Strich vor Konstanz und Zuverlässigkeit.

Aber welche der beiden Aktien könnte gegenwärtig in welcher Situation ein Kauf sein? Ohne dir final die Antwort abnehmen zu wollen, dürfte ein Foolisher Blick auf einige dividendenspezifische Kennzahlen hier durchaus interessante Aspekte offenbaren.

Die aktuelle Dividendenrendite

Wie zum Beispiel die aktuelle Dividendenrendite, die bei beiden DAX-Kandidaten durchaus interessant sein könnte. So zahlte Henkel in diesem Jahr für das vergangene Geschäftsjahr 2018 eine Ausschüttung in Höhe von 1,83 Euro je Stammaktie aus. Eine Dividende, die bei einem aktuellen Kursniveau von 84,55 Euro einer Dividendenrendite in Höhe von 2,16 % entsprechen würde. Durchaus interessant im Kontext unserer weiteren Analysekriterien, aber dazu gleich ein wenig mehr.

Die Münchener Rück zahlte hingegen für das vergangene Geschäftsjahr 2018 zuletzt eine Dividende in Höhe von 9,25 Euro je Anteilsschein aus, was bei einem Kursniveau von 214,70 Euro einer Dividendenrendite von 4,30 % entsprechen würde. Wer daher augenblicklich auf eine höhere Dividendenrendite schielt, könnte bei der Münchener Rück an einer aussichtsreicheren Adresse sein.

Dividendenkonstanz und Dividendenwachstum

Beide DAX-Aktien können zusätzlich zu diesen interessanten Dividendenrenditen mit einer beeindruckenden Konstanz beziehungsweise einem imposanten Wachstum glänzen. So hat die Münchener Rück beispielsweise seit dem Jahre 1969 und somit seit einem halben Jahrhundert die Dividende nicht mehr gekürzt. Und dennoch die eigene Ausschüttung innerhalb der vergangenen Jahre noch gesteigert.

Allein in den letzten zehn Jahren stieg die Ausschüttungssumme von 5,50 Euro je Aktie auf das aktuelle Niveau, was immerhin einem moderaten, aber verlässlichen Dividendenwachstum im einstelligen Prozentbereich pro Jahr entspricht.

Auch Henkel kann mit einigen interessanten Ansätzen glänzen. Der Hygieneprodukte-Fabrikant hält ebenfalls die eigene Dividende seit vielen Jahren konstant. Beeindruckender ist bei diesem defensiven DAX-Kandidaten eher das Dividendenwachstum der vergangenen Jahre.

Allein innerhalb der vergangenen zehn Jahre erhöhte Henkel die eigene Dividende von einer Ausschüttungssumme von 0,51 Euro auf das aktuelle Niveau, was mehr als einer Verdreifachung entsprochen hat. Oder, genau genommen, einer durchschnittlichen Dividendenwachstumsrate von 13,62 % pro Jahr. Ein wirklich rasantes Wachstum.

Je nachdem, ob man daher auf eine höhere aktuelle Dividende schielen möchte oder aber genügend Zeit mitbringt, damit sich bei Henkel möglicherweise weiterhin ein rasantes Dividendenwachstum entfalten kann, kann auch hier jeweils die eine oder andere Wahl die richtige sein. Viel hängt hier von den persönlichen Präferenzen ab.

Das aktuelle Ausschüttungsverhältnis

Um zu guter Letzt noch ein Gespür für das weitere mögliche Wachstum zu bekommen, werfen wir im Folgenden noch einen Blick auf die aktuellen Ausschüttungsverhältnisse. Die Münchener Rück kam im vergangenen Jahr auf einen Gewinn je Aktie in Höhe von 15,53 Euro. Bei der zuletzt gezahlten Dividende in Höhe von 9,25 Euro entspräche das einem Ausschüttungsverhältnis von aktionärsfreundlichen, moderaten fast 60 %, was durchaus noch Raum für weitere Erhöhungen beinhalten könnte.

Henkel kam im vergangenen Jahr hingegen auf einen Gewinn je Aktie in Höhe von 5,32 Euro. Die zuletzt gezahlte Dividende in Höhe von 1,83 Euro entspräche daher momentan einer Ausschüttungsquote von fast 35 %, was noch viel Raum für weiteres Dividendenwachstum beinhalten würde. Selbst wenn Henkel daher weiterhin operativ auf der Stelle treten sollte, können hier weitere, ja, sogar starke Anhebungen der eigenen Ausschüttungen noch drin sein.

Die finale Königsfrage …

Die finale Frage, welche Aktie ich jetzt persönlich interessanter finde, ist unterm Strich daher gar nicht mal so einfach zu beantworten. Wenn ich auf der Suche nach einer stabilen Dividende bin und beim Wachstum einige Abstriche in Kauf nehmen kann, ist mit Sicherheit die Münchener Rück aufgrund der höheren, aktuellen Dividendenrendite für Dividendenjäger die bessere Wahl. Die bisherige Historie ist ein starker Indikator für verlässliche Ausschüttungen. Trotz gewisser Restrisiken, was zukünftige Dividenden anbelangt, scheint hier die Ausschüttungspolitik eine klare Sprache zu sprechen.

Wer seine Dividende hingegen noch über viele Jahre hinweg reifen lassen möchte und glaubt, dass Henkel langfristig weiter wächst und bei der eigenen Ausschüttung das Tempo aufrechterhalten kann, könnte hier langfristig unter diesen Einschränkungen womöglich die bessere Entscheidung treffen.

Bei deutlich zweistelligen Dividendenwachstumsraten ist es schließlich lediglich eine Frage der Zeit, bis die Dividendenrendite des Hygienekonzerns die der Münchener Rück überholt. Das ist lediglich eine Frage der Mathematik.

Welche Aktie daher die bessere Wahl ist, kann so pauschal nicht beantwortet werden. Beide DAX-Dividendenurgesteine scheinen jedoch durchaus interessant und somit einen Foolishen Blick für Dividendenjäger wert zu sein.

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Vincent besitzt Aktien von Henkel und der Münchener Rück. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.