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ETFs sind nicht generell besser als Aktienfonds!

Foto: Getty Images

Die Sache scheint glasklar: Aktiv gemanagte Aktienfonds sind viel teurer als passive Indexfonds, die sogenannten ETFs. Und in sehr vielen Fällen schaffen es die Fondsmanager dann nicht einmal, ihren Vergleichsindex zu schlagen.

Warum um Himmels willen sollte dann also irgendjemand in aktiv gemanagte Aktienfonds investieren?

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Der entscheidende Punkt ist in meinen Augen der: Nur weil nicht JEDER Fonds seinen Vergleichsindex schlägt, heißt das nicht, dass überhaupt kein Fonds ihn schlagen kann.

Darum schlagen sich manche Fonds besser als vergleichbare ETFs

Generell gilt das Gleiche wie bei der Frage, ob ein Privatinvestor in Einzelaktien oder in ETFs investieren sollte: Wenn jemand in der Lage ist, Anlageentscheidungen zu treffen, die ihm höhere Renditen bescheren als der Gesamtmarkt das tut, dann sollte er in Einzelaktien investieren. Wenn nicht, dann sind ETFs wohl die bessere Wahl für ihn (oder sie natürlich).

Das Gleiche gilt für Fondsmanager – mit einem kleinen Zusatz: Er muss den Index um so viel Prozent überbieten, dass seine Mehrkosten – in Folge der höheren Gebühren – gegenüber einem Indexfonds dadurch gedeckt sind – mindestens!

Wenn wir mit einem aktiven Aktienfonds also eine bessere Performance als mit einem ETF erzielen wollen, dann kommt es vor allem auf eines an: auf den Fondsmanager und seine Fähigkeiten, in die richtigen Unternehmen zu investieren! Ein Blick in die Vergangenheit kann bei der Analyse des jeweiligen Fondsmanagers helfen.

Klar – natürlich stellt das keine Garantie für die zukünftige Entwicklung des Fonds dar. Doch wer bei einem Betrachtungszeitraum von zehn Jahren den Vergleichsindex klar hinter sich lässt, der versteht höchstwahrscheinlich sein Handwerk – und hatte nicht einfach nur Glück.

Fonds 1: Flossbach von Storch Multiple Opportunities

Bert Flossbach ist einer der bekanntesten Fondsmanager Deutschlands. Sein größter Aktienfonds, der Flossbach von Storch Multiple Opportunities (WKN: A0M430), ist mit einem Fondsvolumen von über 15 Mrd. Euro der drittgrößte hierzulande.

Und die Anleger vertrauten ihm in der Vergangenheit zu Recht – wie ein Blick auf die langfristige Performance zeigt.

Kursperformance (ohne Ausschüttungen)  3 Jahre  5 Jahre  10 Jahre
MSCI All Country World + 29,8 % + 34,2 %  + 120,0 %
Flossbach von Storch Multiple Opportunities + 15,2 % + 41,3 %  + 167,1 %

Quelle: onvista.de, Stand: 26.07.2019

Selbst wenn man den Ausgabeaufschlag von 5 % berücksichtigt: Auf Zehnjahressicht schnitt Flossbachs Fonds deutlich besser ab als der MSCI All Country World-Index. Auch in Interviews oder Videos macht Flossbach auf mich einen äußerst kompetenten und vertrauenswürdigen Eindruck.

Mein Fazit zum Flossbach von Storch Multiple Opportunities fällt daher positiv aus: Ich denke, dass mit diesem Fondsmanager auch zukünftig indexschlagende Renditen möglich sein könnten – trotz höherer Gebühren und Ausgabeaufschlag.

Fonds 2: DWS Deutschland

Der DWS Deutschland (WKN: 849096) ist ebenfalls eine große Nummer unter Deutschlands Fonds – etwas mehr als 5,4 Mrd. Euro werden von Tim Albrecht in diesem Fonds verwaltet. Und der Mann hat in der Vergangenheit einen richtig guten Job gemacht – selbst unter Berücksichtigung des Ausgabeaufschlags hat er den DAX in den letzten zehn Jahren um mehr als 50 % geschlagen.

Kursperformance (ohne Ausschüttungen)  3 Jahre  5 Jahre  10 Jahre
DAX + 21,2 % + 28,8 %  + 137,5 %
DWS Deutschland + 20,4 % + 35,1 %  + 196,5 %

Quelle: onvista.de, Stand: 26.07.2019

Die gute Nachricht für den DWS Deutschland: Nachdem sein Weggang zu Berenberg scheinbar schon beschlossene Sache war, bleibt er nun doch bei der DWS (WKN:DWS100). Aufgrund seiner hervorragend Arbeit – die sich unter anderem in der Performance des DWS Deutschland widerspiegelt – ist Albrecht begehrt.

Wie bei Flossbach von Storch deutet in meinen Augen also einiges darauf hin, dass Tim Albrecht ein hervorragender Fondsmanager ist. Ich traue es ihm daher definitv zu, dass er auch zukünftig den DAX – und damit ETFs, die diesen abbilden – schlagen könnte.

Fonds 3: FIDELITY FUNDS – EMERGING ASIA FUND A

Was den MSCI Emerging Markets-Index betrifft bin ich eher skeptisch, da ich ungern in chinesische Staatskonzerne investiere. Unter den Top Holdings des MSCI Emerging Markets-Index befinden sich gleich mehrere von ihnen – ETFs, die diesen Index abbilden, kommen für mich daher nicht infrage.

Wer trotzdem in die Emerging Markets investieren möchte, der kann sich den FIDELITY FUNDS – Emerging Asia Fund A (WKN: A0NFGN) anschauen – in der Vergangenheit lies er dem MSCI Emerging Markets-Index nicht den Hauch einer Chance.

Kursperformance (ohne Ausschüttungen)  3 Jahre  5 Jahre  10 Jahre
iShares MSCI Emerging Markets UCITS ETF + 27,7 %  + 6,8 %   + 50,1 %
FIDELITY FUNDS – Emerging Asia Fund A + 37,1 % + 41,3 %  + 129,0 %

Quelle: onvista.de, Stand: 26.07.2019

Fidelity ist einer der größten und einflussreichsten Vermögensverwalter der Welt – und gleichzeitig einer der erfahrensten. Außerdem arbeitete einer der besten Fondsmanager aller Zeiten – Peter Lynch – für Fidelity. Er ist dort übrigens noch heute als Berater tätig.

Natürlich garantiert uns das in keinster Weise, dass der Fonds auch zukünftig seinen Vergleichsindex schlagen wird. Aber die Vergangenheit hat gezeigt, dass Fidelity dazu in der Lage ist, hochkarätige Fondsmanager einzusetzen, die hervorragende Ergebnisse für ihre Anleger erwirtschaften.

Ich persönlich würde mir daher definitiv lieber den FIDELITY FUNDS – Emerging Asia Fund A ins Depot legen, statt auf den MSCI Emerging Markets-Index zu setzen.

Fonds, ETFs und der Herdentrieb

Natürlich haben ETFs mit ihren niedrigen Gebühren einen strukturellen Vorteil gegenüber aktiv gemanagten Fonds. Allerdings kann dieser Vorteil durch herausragende, menschliche Fähigkeiten mehr als nur kompensiert werden – das zeigen die drei vorgestellten Fonds deutlich.

Mein Fazit: Im Moment werden ETFs von vielen Anlegern gefeiert – wer einen aktiv gemanagten Fonds kauft, gilt als altmodisch. Doch wie meistens gilt: Man sollte nicht blind dem Herdentrieb folgen! Ja, natürlich sind ETFs ein smartes Anlagevehikel. Aber sie sind nicht automatisch besser als jeder Aktienfonds.

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Thomas Brantl besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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