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Der Trump-Crash: 3 Dinge, die langfristige Investoren nun tun sollten

Per Handstreich hat Trump mal wieder gezeigt, dass er jederzeit die Börsen in den Keller schicken kann. Noch kräftigere Verluste als an den US-Märkten waren vor dem Wochenende bei vielen DAX-Aktien zu verzeichnen. Sollten langfristig orientierte Anleger die Gelegenheit zum Nachkaufen nutzen oder lieber nicht in das fallende Messer greifen? Hier sind drei Tipps.

Tipp Nr. 1: Keine Panik

Manchmal habe ich ja das Gefühl, dass der US-Präsident mit Tradern in seinem kriminellen Umfeld gemeinsame Sache macht. Da macht er tagelang Druck auf die Zentralbank, dass sie die Zinsen senken soll, um die Wirtschaft weiter anzufeuern. In Vorfreude auf die Trendwende erreichen dann auch viele Kurse neue Rekordmarken. Aber kurz nachdem die Zinssenkung tatsächlich kommt, feuert Trump wieder den Handelskrieg mit China an. Wer seine Pläne im Vorfeld kannte, der konnte sich in diesen Tagen eine goldene Nase verdienen.

Keine Ahnung, ob da was dran ist. Jedenfalls sieht es gewaltig aus: Über 1.000 Punkte gab beispielsweise der Hang-Seng-Index innerhalb von wenigen Stunden ab und der DAX ist nach seinem Marsch über die Marke von 12.500 nun wieder deutlich unter 12.000 Punkte abgetaucht.

Allerdings sollten wir uns davon nicht allzu sehr beeindrucken lassen. Schließlich beträgt das Minus in beiden Fällen nur einige Prozente. Solche Schwankungen sind eigentlich keine große Sache, wenn man eine längerfristige Perspektive einnimmt. Auf Sicht von fünf bis zehn Jahre lassen sich mit guten Aktien regelmäßig 100 % und mehr Rendite einfahren, sodass die Verluste der letzten Tage nur noch wie kleine Dellen aussehen.

Tipp Nr. 2: Cashquote erhöhen

In Situationen wie diesen, wo das geopolitische Klima immer rauer wird und die Konjunktur auf der Kippe steht, bietet es sich trotzdem an, sein Pulver trocken zu halten und die Feuerkraft zu erhöhen. Das kann zum einen dadurch gelingen, dass du deine Kosten im Griff behältst, um die monatliche Sparrate zu erhöhen. Zum anderen wäre zu überlegen, jetzt einige Risikopositionen aufzulösen, um entspannter beobachten zu können, wie sich das Börsenwetter entwickelt.

Grundsätzlich ist über die kommenden Quartale alles möglich. Trump kann ja nicht nur auf die Märkte draufschlagen, sondern weiß auch genauso gut, was die Wall Street hören will. Unabhängig von ihm sind sich die Experten völlig uneinig, wie es mit der Konjunktur weitergeht. Die Propheten, die nun bereits seit Jahren den großen Crash herbeirufen, geben nicht auf und finden ständig neue Argumente für ihre Thesen.

Für andere Analysten ist jedoch auch nach zehn Jahren Boom noch kein Ende in Sicht. Gerade am Freitag wurden schließlich wieder klasse Zahlen vom US-Arbeitsmarkt vorgelegt und auch die FAZ titelte Ende Juli, dass bei uns „Von Krise keine Spur“ zu erkennen sei. Goldman Sachs (WKN: 920332) hat gerade prognostiziert, dass die Kurse bis Ende 2020 deutlich höher als heute stehen werden. Die aktuelle Verlangsamung sei nur ein kurzfristiges Phänomen und 2021 könne es demzufolge sogar noch besser werden.

Tipp Nr. 3: Watchlist erstellen

Aber auch wenn wir den Goldmännern Glauben schenken wollen, besteht im Moment keine Eile beim Investieren. Das Auf-und-Ab könnte noch einige Zeit anhalten, sodass es über die kommenden Monate wahrscheinlich immer wieder aussichtsreiche Einstiegszeitpunkte geben wird.

Allerdings sollten wir uns vielleicht einmal die Zeit nehmen, eine Liste von Unternehmen aufzubauen, die wir schon immer mal gerne in unserem Depot gehabt hätten, aber uns nie durchringen konnten, zuzuschlagen, weil der Kurs zu teuer erschien. Solche Unternehmen sind meistens die qualitativ besten, weil sie nicht über eine bekannte Marke und eine starke Marktposition verfügen, sondern auch solide wachsen und regelmäßig hohe Gewinne erwirtschaften.

Gerade deutsche Champions wirken aktuell außerordentlich günstig. Gleich fünf DAX-Aktien haben über die letzten drei Jahre mehr als 30 % verloren, darunter Fresenius (WKN: 578560) und Continental (WKN: 543900). Sechs DAX-Aktien notieren derzeit unter Buchwert, darunter Volkswagen (WKN: 766403) und die Lufthansa (WKN: 823212). Elf DAX-Aktien werden bei Boersengefluester mit Dividendenrenditen von über 4 % geführt, darunter BASF (WKN: BASF11) und die Allianz (WKN: 840400).

Das sind nur sechs Beispiele aus dem DAX von Unternehmen, die über die letzten Jahre Milliardengewinne geschrieben haben und ihre jeweilige Branche zumindest in Europa anführen, zum Teil auch weltweit. In der zweiten Reihe finden sich noch stärker fokussierte Marktführer, die gute Chancen haben, auch aus der nächsten Krise gestärkt hervorzugehen.

Tipp Nr. 4: Zeitlich streuen

Ausgerüstet mit Barmitteln und einer aktualisierten Watchlist kannst du die kommenden Entwicklungen entspannt auf dich zukommen lassen. Dabei würde ich weder darauf warten, bis der Trend wieder eindeutig ins Positive dreht, noch frühzeitig überhastet alles an einem Tag investieren, nur weil die Märkte mal wieder 2 oder 3 % zurückgehen.

Vielmehr bietet sich das aktuelle Tal hervorragend dafür an, schrittweise zurückzukommen. So könnten wir im Laufe des Augusts einen Teil der Mittel einsetzen und einige Wochen später einen weiteren. Vielleicht steigen wir im ersten Schritt ein bisschen zu teuer ein, aber wenn wir die Käufe über verschiedene Zeitpunkte verteilen, dann gelingt es fast zwangsläufig, auch beim absoluten Tiefpunkt dabei zu sein.

Die Erfahrung der letzten Jahrzehnte hat gezeigt, dass Rückgänge bei Qualitätsaktien meist nicht lange anhalten. Vielmehr geht es sogar oft ziemlich schnell, bis der Trend wieder nach oben dreht. Darauf würde ich auch für die absehbare Zukunft vertrauen, gerade angesichts der Tatsache, dass viele Aktienkurse bereits jetzt stark zurückgekommen sind. Trump hin oder her: Jetzt besteht eine gute Gelegenheit, um die Qualität deines Depots zu erhöhen und danach auf viele Jahre hinaus Freude daran zu haben.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Fresenius.

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