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Soll Facebook Libra kippen und stattdessen einfach Square kaufen?

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Foto: Facebook

Die neulich verkündete Einführung von Libra durch Facebook (WKN:A1JWVX) hat überall auf der Welt die Alarmglocken schrillen lassen. Facebook plant die Integration der Open-Source-Kryptowährung in Calibra, ein mobiles Wallet, über das man in Messenger und WhatsApp zahlen können soll.

Facebook sagt, dass Libra für jene 1,7 Milliarden Menschen auf der Welt große Probleme lösen wird, die derzeit keine Bankverbindung haben. Die Regulierungsbehörden warnen hingegen, dass die Plattform für Geldwäsche und andere illegale Transaktionen genutzt werden könnte. Die jüngsten Datenschutzprobleme von Facebook, die am Ende zu einem Vergleich mit der Federal Trade Commission in Höhe von 5 Milliarden USD führten, geben ebenfalls Anlass zur Sorge über die Sicherheit von Calibra.

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Darum die Frage: Wäre es für Facebook nicht einfacher, das Projekt Libra einfach komplett zu streichen und stattdessen ein bereits etabliertes digitales Zahlungsunternehmen zu kaufen? Jim Cramer von CNBC, der sagte, dass die Krypto-Pläne von Facebook „mehr schaden als nützen“, schlug vor, Square (WKN:A143D6) für 70 Milliarden USD zu kaufen, „das Zahlungsnetzwerk von Square weltweit groß zu ziehen“ und Square Cash in Facebook Cash zu verwandeln. Das ist schon ein mutiger Vorschlag – aber macht er auch Sinn?

Warum der Kauf von Square Sinn ergeben könnte

Square hat die Branche mit mobilen Bezahl-Apps für Smartphones und Tablets ganz schön durcheinandergewirbelt. Die Hardware von Square war billiger und einfacher einzurichten als die bisher herkömmlichen POS-Geräte, und dank der Cloud-basierten Apps konnten Unternehmen wichtige Kundendaten sammeln und analysieren.

Square erweiterte sein digitales Ökosystem um zusätzliche Dienstleistungen, darunter Caviar und Zesty Food Services, Square Capital Lending Unit, Instant Deposit Plattform für Verkäufer, E-Commerce Service Plattform Weebly und branchenspezifische App-Pakete wie Square for Restaurants und Square for Retail.

Für die Verbraucher startete Square die Cash App, eine Peer-to-Peer-Zahlungs-App, die mit Venmo von PayPal (WKN:A14R7U) konkurriert. Square bietet auch eine physische Debitkarte, eine Geldkarte, die an die App angebunden ist. Square Cash verarbeitete im vergangenen Jahr laut Cornerstone Advisors 30,8 Milliarden USD an Zahlungen, verglichen mit 64,2 Milliarden USD auf Venmo. Laut Nomura Instinet hat Square Cash Venmo jedoch bei den Gesamtdownloads im vergangenen Sommer übertroffen und Square behauptet, dass die App ihre Nutzerzahl auf 15 Millionen im Jahr 2018 mehr als verdoppelt hat.

Das gesamte Ökosystem von Square verarbeitete 2018 84,7 Milliarden USD an Zahlungen und verzeichnete damit seit 2017 ein Wachstum von 30 %. Daher würde der Kauf von Square Facebook eine starke Zahlungsinfrastruktur zur Verfügung stellen, um seine Fintech- und E-Commerce-Bemühungen voranzutreiben – dazu gehören Peer-to-Peer-Zahlungen über Messenger und WhatsApp, Posts, über die man direkt kaufen kann, In-App-Transaktionen auf Instagram sowie Shopping-Videos auf Facebook Live.

Facebook könnte auch die Merchant-Services von Square in seinen Geschäftsseiten und Ad Services bündeln, was die Plattform zu einem geschlossenen One-Stop-Shop für Unternehmen macht. Außerdem würde Facebook auch im Markt für Kryptowährungen Fuß fassen mit der Bitcoin-Funktion der Cash App. Über die können Nutzer Bitcoin direkt kaufen und verkaufen. Wenn sich der Preis von Bitcoin stabilisiert, könnte die Integration dieser Zahlungen in WhatsApp oder Messenger dazu beitragen, dass Facebook genau die Nutzergruppe ohne Bankverbindung erreicht, die man mit Libra erreichen will.

Warum Facebook Square wohl doch nicht kaufen wird

Die Synergien zwischen den beiden Unternehmen sind leicht zu erkennen, aber eine Übernahme könnte aus zwei Gründen schwierig sein: Rentabilität und Bewertung.

Square ist auf GAAP-Basis nicht konsequent profitabel. Man war 2018 nur in einem Quartal profitabel, was auf einen einmaligen Gewinn aus dem Börsengang von Eventbrite zurückzuführen ist. Im ersten Quartal 2019 verzeichnete man einen Nettoverlust von 38 Millionen USD, verglichen mit einem Verlust von 24 Millionen USD im Vorjahr und man erwartet, dass man in diesem Jahr weiterhin unrentabel bleibt.

Ein Verlust von 38 Millionen USD ist im Vergleich zu den 22,1 Milliarden USD, die Facebook im vergangenen Jahr an Nettoeinnahmen erzielt hat, winzig, aber Facebook steht bereits unter erheblichem Ertragsdruck durch behördliche Bußgelder, Rechtskosten, Investitionen in Datenschutz und Sicherheit sowie die Expansion in Märkte mit niedrigeren Margen. Die Wall Street erwartet, dass die Einnahmen von Facebook in diesem Jahr um 6 % sinken werden und der Kauf eines unrentablen Unternehmens wie Square dürfte die Einnahmen erstmal nicht steigern.

Square hat derzeit eine Marktkapitalisierung von 34 Milliarden USD, was etwa dem 15-fachen der bereinigten Umsatzprognose entspricht (die Transaktions- und Bitcoin-Kosten sowie abgegrenzte Umsatzanpassungen ausschließt). Diese Bewertung ist nicht billig, aber sie ist im Vergleich zu der Prognose von 43 % Wachstum angemessen.

Allerdings würde sich ein wachstumsstarkes Unternehmen wie Square wahrscheinlich nur sehr teuer verkaufen. Cramers Vorschlag von 70 Milliarden USD, mehr als doppelt so viel wie die aktuelle Marktkapitalisierung, würde Square mit dem über 30-fachen des bereinigten Umsatzes in diesem Jahr bewerten. Nur mal so zum Vergleich: Paypal wird zu weniger als dem 8-fachen der Verkäufe gehandelt – aber es wird auch erwartet, dass nur 16 % Umsatzwachstum in diesem Jahr geschaffen werden.

Facebook beendete das letzte Quartal mit 45,2 Milliarden USD an liquiden Mitteln und marktfähigen Wertpapieren, sodass es einen großen Teil des Geschäfts mit Aktien oder Krediten finanzieren müsste. Der Kauf von Square würde den Jahresumsatz von Facebook nur um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz steigern und die Einnahmen belasten – also wäre das die Mühe vielleicht nicht wert.

Kurzes Fazit

Eine Akquisition von Square durch Facebook ist durchaus eine faszinierende Idee, aber es macht nicht genug Sinn, um sich vollen Ernstes damit zu beschäftigen. Squares mangelnde Rentabilität, seine hohe Bewertung und Facebooks Probleme mit der Bilanz deuten darauf hin, dass solch ein Deal nicht so schnell zustande kommen wird.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Facebook, PayPal Holdings und Square. Leo Sun besitzt Aktien von Facebook und Square. Dieser Artikel erschien am 19.7.2019 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

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