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IBMs letzter Bericht ohne Red Hat war wenig aussagekräftig

Der Tech-Konzern IBM (WKN: 851399) legte neulich die Ergebnisse des zweiten Quartals vor. Der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahr zurück, aber die Erträge und Cashflows stiegen trotzdem. Schauen wir uns die Zahlen doch mal genauer an.

Die nackten Zahlen

Kennzahl Q2 2019 Q2 2018 Veränderung
Umsatz

19,2 Milliarden USD

20,0 Milliarden USD

(4 %)

Nettoeinnahmen

2,50 Milliarden USD

2,40 Milliarden USD

4 %

GAAP Einnahmen pro verwässerter Aktie

2,81 USD

2,61 USD

8 %

Quelle: IBM. GAAP = Generally Accepted Accounting Principles.

Was war im letzten Quartal bei IBM los?

  • Die 34 Milliarden USD teure Übernahme des Open-Source-Software-Herstellers Red Hat ging am 9. Juli durch, etwa eine Woche nach Ende des Berichtszeitraums. Der größte Zukauf in der langen Geschichte von IBM wird sich im dritten Quartal auf das Geschäftsergebnis und den Vorjahresvergleich auswirken. Diese Transaktion, die ausschließlich in bar abgewickelt wurde, wirkte sich auf die IBM-Bilanz mit mehr als 20 Milliarden USD an neuen Verbindlichkeiten aus.
  • Die aktienbasierten Kennzahlen von IBM wurden durch die üblichen Rückkauftaktiken des Unternehmens gestärkt. IBM kaufte zurück und zog 3 % seiner ausstehenden Aktien in den letzten vier Quartalen ein. Für das zweite Quartal allein wurde ein Budget für den Rückkauf von Aktien in Höhe von 316 Millionen USD bereitgestellt. Allerdings hat IBM für seine Rückkaufpolitik jetzt erst einmal eine Pause eingelegt, um sich die nächsten Jahre auf die Rückzahlung von Verbindlichkeiten und die Dividendenerhöhung zu konzentrieren.
  • Das Segment „Cloud and Cognitive Software“ verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr ein Umsatzplus von 3,2 % und trug 29 % zum Gesamtumsatz von IBM bei. Die Business Services konnten den Umsatz mit 4,16 Milliarden USD bzw. 22 % des Gesamtumsatzes nahezu konstant halten. Technology Services musste eine Umsatzeinbuße von 7 % hinnehmen, lieferte aber dennoch einen Anteil von 36 % am Gesamtumsatz von IBM. Die Systemverkäufe stürzten um 19 % ab, da die Umsätze mit System-Z-Mainframes zurückgingen – das ist ein zyklisches Geschäft, das erst wächst und dann wieder zurückgeht, da IBM die Produktlinie etwa alle zwei Jahre aktualisiert.
  • Der Free Cash Flow stieg um 28 % und lag bei 2,4 Milliarden USD. Die Kapitalaufwendungen beliefen sich auf 431 Millionen USD und lagen damit unter der Hälfte der 1 Milliarde USD des Vorjahreszeitraums. Ein Immobilienverkauf in Höhe von 270 Millionen USD spielte bei diesem Vorjahresvergleich eine große Rolle, da er sich als negativer Kapitalaufwand erwies.

Was das Management sagte

Finanzvorstand Jim Kavanaugh erklärte, was IBM vom Red Hat Buyout erwartet.

„Diese Akquisition ist ein wichtiger Meilenstein für IBM und einer, der die Cloud-Landschaft erheblich beeinflussen wird. Es ist klar, dass es im nächsten Kapitel der Cloud darum gehen wird, geschäftskritische Arbeit in die Cloud zu verlagern und von der Lieferkette bis zum Kernbanksystem alles zu optimieren. Dies erfordert einen hybriden, multicloud-offenen Ansatz, um Mobilität, Kontinuität beim Management sowie Sicherheit für die Workloads von Konzernen zu gewährleisten.“

Red Hat ist ein führender Anbieter genau dieser Cloud-Computing-Tools.

„Mit der Übernahme von Red Hat werden wir nun die Leistungsfähigkeit und Flexibilität der offenen hybriden Cloud-Technologien von Red Hat mit dem Umfang und der Tiefe der Innovations- und Branchenexpertise von IBM kombinieren„, so Kavanaugh weiter. „Kurz gesagt, IBM und Red Hat werden gemeinsam besser sein, wir werden noch schneller die Kunden in die Cloud holen und damit Werte für IBM schaffen, indem wir Red Hat ausbauen und mehr Software und Services verkaufen.“

Blick nach vorn

IBM wollte zu diesem Zeitpunkt keine Finanzprognose für das nächste Quartal oder das gesamte Geschäftsjahr abgeben, da der riesige Red-Hat-Deal die Zahlen drastisch verändert und das Management noch nicht die Zeit hatte, eine detaillierte Prognose auszuarbeiten. Das Unternehmen will am 2. August ein Update für das Gesamtjahr vorlegen, einschließlich der Auswirkungen von Red Hat. Bis dahin hieß es gegenüber den Analysten lediglich, dass Red Hat für IBM sofort einen Mehrwert für das operative Ergebnis schaffen sollte.

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The Motley Fool shortet Aktien von IBM. Anders Bylund besitzt Aktien von IBM.

Dieser Artikel erschien am 18.7.2019 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.