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Amazons Twitch lässt nach wie vor die Konkurrenz weit hinter sich

Quelle: Twitch

Amazons (WKN:906866) Twitch bleibt in den USA laut einer neuen Studie der unangefochtene Marktführer im Bereich Videospiel-Streaming. Twitch machte 72,2 % aller im zweiten Quartal gestreamten Live-Gameplay-Stunden aus, verglichen mit 19,5 % für Alphabets (WKN:A14Y6F) YouTube, 5,3 % für Facebook (WKN:A1JWVX) Gaming und 3 % für Microsofts Mixer.

Amazon erwarb Twitch 2014 für 1,1 Milliarden USD, und die Tochtergesellschaft ist nun mit 3,8 Milliarden USD bewertet. Das sind zwar lediglich 0,4 %  der Marktkapitalisierung von Amazon, aber wird Twitch allmählich zu einem wichtigen Wachstumsmotor für Amazon?

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Wie Twitch Geld verdient

Twitch hat über 15 Millionen täglich aktive Zuschauer, die 95 Minuten pro Tag auf der Website verbringen. 4,1 Millionen Nutzer laden monatlich Inhalte hoch. Twitch generiert Einnahmen vor allem auf drei Arten: Anzeigen, Abonnements und Cheer-Bits.

Nutzer mit Gratis-Accounts können werbefinanzierte Streams ansehen. Um einzelne Streamer zu unterstützen, können sie monatliche Abonnementgebühren zwischen 4,99 und 24,99 USD zahlen, die Werbefreiheit, eine verbesserte Oberfläche (wie Sonderfarben, Badges und Emoticons), spezielle Benachrichtigungen und den Zugriff auf exklusive Streaming-Events ermöglichen. Top-Streamer dürfen auch ihre eigenen Waren bewerben und verkaufen.

Zuschauer, die sich nicht auf monatliche Abonnements festlegen wollen, können auch Cheer-Bits kaufen, um den Channel-Betreibern eine Art Trinkgeld zu geben. Twitch verkauft Bits zu 1,40 USD für 100 Bits, und die Betreiber behalten einen Cent pro Cheer.

Twitch bietet auch ein Twitch Turbo-Abonnement für 8,99 USD pro Monat an, das Anzeigen auf der gesamten Website eliminiert, die Betreiber bis zu 60 Tage statt 14 Tage an Inhalten speichern lässt und kosmetische Chat-Verbesserungen hinzufügt. Amazon bietet auch Twitch Prime an, einen ähnlichen werbefreien Service, der mit Amazon Prime gebündelt ist und es den Abonnenten ermöglicht, die Hälfte ihrer monatlichen Abonnementgebühren an einzelne Streamer zu „verschenken“.

Wie viel Umsatz generiert Twitch?

Amazon gibt nicht bekannt, wie viel Umsatz Twitch generiert, und es ist unklar, ob es überhaupt profitabel ist. Aber zum Zeitpunkt der Übernahme schätzte Vox, dass Twitch einen Jahresumsatz von mindestens 72 Millionen USD erzielte, wobei der größte Teil dieses Umsatzes auf Anzeigen entfiel.

Die Zahl der monatlich aktiven Channel-Betreiber von Twitch hat sich laut TwitchTracker seit 2014 mehr als verdoppelt, und die Zahl der Zuschauer hat sich in dem Zeitraum auf 1,3 Millionen mehr als verdreifacht.

Letztes Jahr gab Twitch bekannt, dass es etwa 500 Millionen USD an jährlichen Werbeeinnahmen generiert hat, und setzte sich ein ehrgeiziges Ziel, diese Zahl auf 1 Milliarde USD zu verdoppeln. Aber das ist immer noch bloß ein Tropfen für Amazon, das in diesem Jahr voraussichtlich 275 Milliarden USD an Umsatz generieren wird.

Twitch dient jedoch immer noch als wertvolle Erweiterung von Amazon Prime, das in den USA über 100 Millionen Kunden hat. Es stärkt das Video-Streaming-Ökosystem, das in Prime Video verwurzelt ist, sowie das Online-Werbegeschäft, das im vergangenen Jahr nach Google und Facebook zur drittgrößten Online-Werbeplattform in den USA geworden ist.

Können Twitchs Rivalen noch aufholen?

Twitch dominiert den Game-Streaming-Markt, weil es den First-Mover-Vorteil hat und die bevorzugte Plattform für die besten Streamer der Branche ist. Aber die Plattform hat noch zwei Schwachstellen.

Erstens wächst sie langsamer als YouTube und Facebook Gaming. YouTube, das kürzlich YouTube Gaming geschlossen und seine Gaming-Funktionen in YouTube integriert hat, wuchs laut Streamlabs im vierten Quartal 2018 jährlich um 21 %. Die Anzahl der aktiven Streamer von Facebook stieg um 23 %, während die Anzahl der aktiven Streamer von Twitch nur um 8 % wuchs.

YouTube und Facebook bieten beide eine größere Auswahl an Videos als Twitch, so dass beide Plattformen Zuschauer weglocken könnten, die daran interessiert sind, neben nur gelegentlichen Videospiel-Streams auch andere Inhalte anzusehen.

Zweitens zeigt der Bericht von StreamElements, dass 75 % der Zuschauer von Twitch von Personen kommen, die die Top 5.000 Kanäle streamen. Daher hat die überwiegende Mehrheit der Streams von Twitch eigentlich kaum Zuschauer – was neue Betreiber frustrieren und auf konkurrierende Plattformen wie YouTube und Facebook setzen lassen könnte.

Wird Twitch zu einem Wachstumsmotor für Amazon werden?

Kurz: Vorerst wohl nicht. Dazu sind bei Amazon der Online-Handel und das Cloud-Geschäft zu mächtig. Aber der Dienst ist nach wie vor in einer wachsenden Nische die Nummer eins und stärkt nebenbei die anderen Geschäfte von Amazon.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet, Amazon, Facebook und Microsoft. Leo Sun besitzt Aktien von Amazon und Facebook.

Dieser Artikel erschien am 15.7.2019 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

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