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5 IPO-Aktien, die du jetzt kaufen kannst

Foto: The Motley Fool.

Wenn ein Unternehmen an die Börse geht, ist es das erste Mal, dass der Durchschnittsanleger die Chance hat, einen kleinen Teil des Unternehmens zu kaufen. Wie ich im Folgenden darlegen werde, ist die Investition in IPOs nicht für jeden geeignet. Aktien von neu börsennotierten Unternehmen können in den ersten Monaten am Markt oft stark ansteigen – oder sinken.

Nehmen wir zum Beispiel Beyond Meat. Das Unternehmen, das pflanzliche Fleischalternativen anbietet, die in Fast-Food-Ketten immer beliebter werden, ging am 2. Mai an die Börse. Die Aktien begannen mit dem Handel zu 25 USD pro Stück. Weniger als zwei Monate später lagen sie bei 200 USD. Das ist verrückt – eine Investition von 15.000 USD war in wenigen Wochen 120.000 USD wert. Wir müssen abwarten, um zu sehen, wo die Aktien auf lange Sicht liegen werden.

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Natürlich sind die ersten Tage nicht immer so rosig. Als Facebook 2012 an die Börse ging, verloren Aktien in weniger als vier Monaten mehr als 50 % ihres Wertes. Das hätte die Anleger vielleicht abschrecken können, was ein großer Fehler gewesen wäre: In den folgenden sechs Jahren stieg die Aktie mehr als 1.000 %.

Wie man sieht, können Aktien unmittelbar nach dem ersten Start des öffentlichen Handels volatil sein. Das kann dazu führen, dass das Halten dieser Aktien nervenaufreibend ist. Tatsächlich haben wir hier bei The Motley Fool bereits ausführlich über die Gefahren von Investitionen am ersten tatsächlichen Handelstag gesprochen: Es kann so volatil werden, dass es am besten ist, ein paar Tage oder Wochen zu warten, um zuzuschlagen.

Und ich bin auch kein großer Fan von „großen“ Käufen von Aktien, die erst kürzlich an die Börse gegangen sind. Dies sind Unternehmen, die in der Regel einfach noch keine Vergangenheit haben. Es geht ja gerade erst los. Wenn man also keine solide These für die Investition sowie eine Reihe von Metriken hat, um diese These zu testen, außerdem nicht die Überzeugung, die Aktie zu halten, ganz gleich, was passiert, dann ist man dafür nicht geeignet.

Aber das bedeutet nicht, dass du die jüngsten Börsengänge ganz verpassen solltest. Da kann ich helfen und auf fünf Aktien eingehen, die seit dem 1. Januar 2017 an die Börse gegangen sind. Ich werde im Einzelnen beschreiben, was das Unternehmen tut, warum ich daran glaube und wie man überprüfen kann, ob das Unternehmen denn auch liefert.

Und: Ich besitze Aktien aller fünf Unternehmen. Ich habe also „skin in the game“, wie es so schön auf Englisch heißt.

Unternehmen IPO-Datum Was genau machen die?
Okta (WKN: A2DNKR) April 2017 Zugang zu Onlinedokumenten für Unternehmen
Roku (WKN: A2DW4X) September 2017 Plattform für alle Streaming-Dienste
MongoDB (WKN: A2DYB1) September 2017 Datenbanken für Unternehmen
Zuora (WKN: A2JHJJ) April 2018 Zahlungslösungen für Unternehmen mit Abo-Modell
PagerDuty (WKN: A2PF9K) April 2019 Tech-Support für Websites und Server

Los geht’s!

Okta: Identitätsmanagement in der Cloud

Die Cloud bzw. das globale Netzwerk von Servern, die mit dem Internet verbunden sind, speichert mehr wichtige Daten, als wir uns je vorstellen können. Und das schiere Volumen solch wichtiger Daten – einschließlich Dingen wie Sozialversicherungsnummern, Testergebnisse von Gesundheitskontrollen und Informationen von Unternehmen – wird weiter zunehmen. Der sichere Zugriff auf diese Daten ist von größter Bedeutung, und genau hier setzt Okta an.

Dies ist ein Software-as-a-Service (SaaS)-Unternehmen, das andere Unternehmen dabei unterstützt, zu verwalten, welche Mitarbeiter und Kunden Zugriff auf cloudgehostete Daten haben. Wie man unten sieht, steht die Popularität von Oktas Angeboten nicht infrage – besonders bei Kunden, die bereit sind, mehr als 100.000 USD pro Jahr auszugeben.

Quelle: SEC-Einreichungen. Chart vom Autor

Es ist anzumerken, dass die Zahlen 2019 in dieser Grafik nur die ersten drei Monate des Geschäftsjahres berücksichtigen, das am 1. Februar begann. Seit 2015 ist die Gesamtzahl der Kunden um 39 % pro Jahr gestiegen. Noch wichtiger – und eindrucksvoller – ist die Zahl der Jahresverträge über 100.000 USD, die um 59 % pro Jahr gestiegen sind.

Okta profitiert von zwei sich erweiternden Gräben, die es vor der Konkurrenz schützen. Der erste kommt von hohen „Wechselkosten“. Sobald ein Unternehmen ein Standard-Okta-Tool wie Single Sign-On oder Multifaktor-Authentifizierung einsetzt, verlässt es sich auf den Service. Im Laufe der Zeit nutzen Kunden weitere Okta-Tools, um die Sicherheit der Daten zu gewährleisten und Mitarbeitern und Kunden Zugang zu Daten zu ermöglichen. Insgesamt hat Okta zwölf verschiedene Produkte – allerdings wird diese Zahl sicherlich noch weiter steigen.

Wenn Kunden weitere Okta-Dienste installieren und diese ausgiebiger nutzen, wird es lästig, zu einem Konkurrenten von Okta zu wechseln. Dies könnte nicht nur finanziell kostspielig sein, sondern auch die Umschulung von Mitarbeitern und die erneute Eingabe von Daten erfordern.

Der beste Weg, die immer tiefere Einbettung bei den Kunden zu messen, ist die Kontrolle der dollarbasierten Bindungsrate (DBRR) des Unternehmens. Diese misst den Gesamtumsatz, den eine Gruppe von Kunden von einem Jahr zum anderen ausgibt. Indem wir die Wirkung von Neukunden herausfiltern, bekommen wir eine Vorstellung davon, ob Kunden bei Okta bleiben (DBRR nahe 100 %) oder sogar weitere Dienstleistungen hinzufügen (DBRR über 100 %).

Hier sind die bisherigen Ergebnisse:

Kennzahl 2014 2015 2016 2017 2018 2019*
DBRR 129 % 120 % 123 % 121 % 120 % 121 %

Quelle: SEC-Einreichungen. *DBRR für die vergangenen zwölf Monate

Als ob das noch nicht genug wäre, profitiert Okta auch von „Netzwerkeffekten“: Jeder weitere neue Benutzer macht den Service für bestehende Benutzer stärker. Denn das Unternehmen nutzt das „progressive“ Benutzerprofil, um sicherzustellen, dass die Menschen im Internet auch wirklich die sind, für die sie sich ausgeben.

Diese Art der Profilerstellung erfordert künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen (KI/ML). Dinge wie KI und ML werden viel stärker – und genauer –, je mehr Daten sie haben, aus denen sie lernen können. Jeder weitere Kunde trägt zur Überlegenheit von Okta bei, indem er progressive Benutzerprofile erstellt. Das ist nur eine ausgefallene Art zu sagen, dass sich die Art und Weise, wie Okta Benutzer identifiziert, ständig ändert, wenn mehr Daten gesammelt werden. Das macht es für den Wettbewerb viel schwieriger, weiter aufzuholen.

Ich glaube, dass für Okta noch viel Luft nach oben ist. Das Unternehmen ist heute Investoren 15 Milliarden Dollar wert, aber dank der zwei starken Gräben und des riesigen Rückenwindes bei der Datenmigration in die Cloud könnten wir den derzeitigen Aktienpreis als spottbillig erachten.

Roku: Mehr als du denkst

Dies dürfte das einzige der fünf Unternehmen sein, das flächendeckend bekannt ist (jedenfalls in den USA) . Das Unternehmen verkauft ein USB-Plugin für 30 USD, mit dem man alle Streaming-Optionen über eine einzige Schnittstelle auf dem TV nutzen kann. Wenn du ein Netflix-Konto hast, Amazon für Videoverleih oder Prime-Streaming nutzt oder einfach nur ein paar Videos auf YouTube sehen willst, kannst du das alles über Rokus Benutzeroberfläche machen.

Auf den ersten Blick scheint das kein sehr großes Geschäft zu sein. Aber hinter den Kulissen passiert viel. Außerhalb dieser USB-Sticks – oder Fernseher, die mit automatisch installierter Roku-Plattform verkauft werden – hat das Unternehmen drei weitere Einnahmequellen:

  1. Wenn sich ein Roku-Benutzer für einen neuen Streaming-Service anmeldet, erhält Roku einen kleinen Teil des Abo-Preises.
  2. Jeder Kauf oder Verleih von Filmen (wie zum Beispiel ein Amazon-Verleih) auf Rokus Plattform trägt zum Umsatz von Roku bei.
  3. Wenn jemand werbefinanzierte Inhalte über Roku sieht, erhält das Unternehmen einen Anteil der Werbung.

Der zweite Punkt auf dieser Liste ist wahrscheinlich der am wenigsten signifikante. Das erste Element auf der Liste mag ebenfalls schwach erscheinen, aber das könnte sich ändern. Roku sollte bis Ende 2019 30 Millionen Kunden erreichen, und Disney wird voraussichtlich noch in diesem Jahr mit einem eigenen Streaming-Service herauskommen, der auf Roku verfügbar ist. Wenn sich eine dieser 30 Millionen Personen für den Disney+-Dienst anmeldet, wird das in der Bilanz von Roku auftauchen, obwohl die Details nicht klar sind, wie groß der Betrag sein wird.

Aber der mit Abstand wichtigste Faktor sind die werbefinanzierten Einnahmen. Wen jemand YouTube oder einen anderen ähnlichen Service auf Roku sieht, bedeutet jede geschaute Stunde Cash für Roku.

Drei wichtige Kennzahlen helfen Investoren dabei, zu sehen, wie gut Roku seine wachsende Nutzerbasis monetarisiert: Gesamt-Accounts, gestreamte Stunden (mehr Stunden bedeuten in der Regel mehr Werbung) und durchschnittliche Einnahmen pro Account.

Kennzahl Q1 2017 Q1 2018 Q1 2019
Accounts (in Millionen) 14,1 20,8 29,1
gestreamte Stunden (in Milliarden) 3,3 5,1 8,9
durchschnittlicher Umsatz pro Account 10.04 USD 15,07 USD 19,06 USD

Quelle: SEC-Einreichung

Das Wichtigste ist hier die Hebelwirkung, die Roku vom Übergang zum Streaming erhält. Während die Kundenkonten zwischen dem ersten Quartal 2017 und dem ersten Quartal 2019 um 106 % wuchsen, stieg die Anzahl der gestreamten Stunden deutlich stärker an: 170 %.

Es ist nicht bekannt, wie viele dieser Milliarden Streaming-Stunden für werbefinanzierte Kanäle aufgewendet wurden. Aber so oder so sammelt Roku Daten über die Sehgewohnheiten, die das Unternehmen dann nutzen kann, um gezieltere Werbung zu schalten. Diese Daten sind reines Gold. Selbst wenn Daten von Benutzern gesammelt werden, die keine werbefinanzierten Programme ansehen, können sie mit denen verglichen werden, die ähnliche Sehgewohnheiten teilen und werbefinanzierte Programme ansehen – was das Targeting robuster macht.

Es mag den Anschein haben, dass sich Roku an einem unsicheren Ort in der Wertschöpfungskette befindet: Man selber hat relativ wenige Inhalte, dient stattdessen einfach als Ort für den Zugriff auf alle Inhalte. Aber es ist ein mächtiger Aggregator der Zuschauer. Streaming-Dienste wissen, dass sie durch die Bereitstellung ihrer Dienste auf Roku einen sofortigen Zugriff auf 30 Millionen Zuschauer erhalten. Niemand sonst kann das anbieten.

Ein so großer Vorsprung führt zu Netzwerkeffekten: Streaming-Dienste stellen ihre Inhalte auf Roku wegen der Benutzer, und Benutzer wählen Roku wegen der Verfügbarkeit aller Dienste – und der günstigen einmaligen Zahlung von 30 USD für die Plattform.

Roku ist immer noch nur 12 Milliarden USD wert. Mit dem massiven Trend zum Streaming und einer starken Position als Aggregator, der von Netzwerkeffekten profitiert, ist Roku meiner Meinung nach zu den heutigen Preisen eine ausgezeichnete Investition.

MongoDB: Organisation aller Arten von Daten

Daten, Daten, Daten! Das Thema ist überall und Daten sind extrem wertvoll. Die Fähigkeit, diese Daten zu speichern, zu suchen und zu analysieren, ist von entscheidender Bedeutung: Unternehmen, die das können, nutzen eine große Chance.

In den letzten 20 Jahren wurden diese Daten in sogenannten „Structured Query Language (SQL)-Datenbanken“ organisiert. Im Klartext bedeutet dies, dass die Daten in Spalten und Zeilen gespeichert wurden.

Aber jetzt sind die Daten viel komplizierter. Sie befinden sich in Dokumenten und vielen anderen Medien. MongoDB ist Marktführer bei der Organisation, Analyse und Bereitstellung der Suche in diesen NoSQL-Datenbanken (nicht nur SQL).

Das Unternehmen startete mit dem kostenlosen Download seiner Produkte. Durch Upgrades erhielten die Benutzer Zugriff auf weitere Tools zur Organisation und Nutzung von Daten.

Mitte 2016 veröffentlichte das Unternehmen dann MongoDB Atlas, eine vollständig verwaltete Cloud-Datenbank, die für alle großen Cloud-Anbieter verfügbar ist: Amazon Web Services, Alphabets Google Cloud-Plattform und Microsofts Azure.

Nach weniger als drei Jahren trägt Atlas bereits mehr als ein Drittel zum Umsatz des Unternehmens bei. Das Wachstum war schlicht erstaunlich.

Quelle: SEC-Einreichungen. Gerundet auf die nächste volle Zahl. Chart vom Autor

Jetzt kommt’s: Atlas wächst bis zum Ende des ersten Quartals des Geschäftsjahres 2020 immer noch um mehr als 300 % pro Jahr! Ebenso wichtig ist, dass die Zahl der Jahresverträge mit Wert im sechsstelligen Bereich bis Ende April um 52 % gegenüber dem Vorjahr auf 598 stieg.

Auch MongoDB hat gleich mehrere Gräben. Wenn Unternehmen MongoDB zur Speicherung ihrer Daten nutzen, werden die Wechselkosten sehr hoch. Niemand will sich die Mühe der Datenmigration machen oder das Risiko des Verlusts wichtiger, geschäftsrelevanter Daten in Kauf nehmen. Darüber hinaus kann MongoDB kontinuierlich neue Produkte (wie eben Atlas) basteln und hinzufügen, die leicht an Bestandskunden verkauft werden können.

Man profitiert auch von Netzwerkeffekten, allerdings nur in geringerem Maße. Je mehr Kunden MongoDB nutzen, desto mehr Daten hat man über den Einsatz solcher Produkte. Die Konkurrenz hat diese Daten nicht, und das ermöglicht es dem Unternehmen, innovativ zu bleiben und neue Produkte anzubieten.

Ich glaube, dass die ständig wachsende Bedeutung der Analyse von Datenmassen diese Aktie zu einem langfristigen Gewinner machen wird.

Zuora: Die Rechnungsstellung wird in der Abo-Wirtschaft komplizierter

Mit Zuora haben wir das erste Unternehmen auf der Liste, das die Wall Street nicht beeindrucken konnte. Seit dem Börsengang im vergangenen Jahr sind die Aktien um mehr als 20 % gesunken.

Bevor wir analysieren, warum das der Fall ist, gehen wir einen Schritt zurück. Tien Tzuo, Gründer und CEO von Zuora, war einst leitender Angestellter des ursprünglichen SaaS-Unternehmens salesforce.com. Dort erkannte er, wie riesig das Abo-Geschäftsmodell werden würde. Es bindet Kunden in langfristige Beziehungen zu Unternehmen, die viel tiefer gehen als ein Einmalkauf es jemals tun könnte.

Doch obwohl dieses differenzierte Geschäftsmodell attraktiv war, gab es auch Hindernisse. Etwa die Buchhaltungspraktiken eines Unternehmens so zu ändern, dass der Umsatz während der Laufzeit eines Vertrages in akzeptabler Weise erfasst wird. Das kann in der Buchhaltung enorme Probleme verursachen.

Und da kommt das SaaS-Angebot von Zuora ins Spiel. Kunden nutzen Zuora Billing oder Zuora RevPro, um diese Aufgaben zu erledigen und einen besseren Einblick in ihr Unternehmen zu erhalten. Die gesamte Software entspricht den Regeln des Financial Accounting Standards Board und löst so die meisten Probleme.

Wie man sieht, hat Zuora so immer mehr Kunden mit Jahresverträgen im Wert von mehr als 100.000 USD ranholen können.

Quelle: SEC Einreichungen. Chart vom Autor

Und was das Plateau angeht: Die Zahl 2019 in dieser Grafik stellt nur Daten im Wert von einem Quartal dar. So wie es aussieht, ist die Zahl dieser Großkunden von 242 Ende 2015 auf 546 Ende März 2019 gestiegen.

Doch das lief nicht alles reibungslos. Das Umsatzwachstum hat sich drastisch verlangsamt – von 60 % im ersten Quartal des Unternehmens als Aktiengesellschaft auf 22 % heute. Allerdings habe ich bereits analysiert, warum dies ein wenig irreführend ist: Die Neukunden sind alles, was langfristig denkende Investoren wirklich interessieren sollte. „Service“-Einnahmen, die mit der Einrichtung von Kunden einhergehen, sind sehr margenschwach und nur insofern wichtig, als sie einen wertvollen Service bieten, der Kunden anspricht. Der Gesamtprozentsatz der Serviceerlöse variiert stark von Quartal zu Quartal, je nachdem, ob neue Kunden innerhalb eines bestimmten Zeitraums von drei Monaten hinzugekommen sind.

Quelle: SEC-Einreichung. Chart vom Autor

Allerdings zeigt selbst das Wachstum der Abonnements Anzeichen für einen recht starken Rückgang. Hier muss man sich überlegen, wie schwierig Zuoras Aufgabe wirklich ist. Denn MongoDB muss Unternehmen nicht davon überzeugen, dass Daten wichtig sind, und Okta muss Unternehmen nicht davon überzeugen, dass die Sicherheit von Identitäten wichtig ist.

Das ist bei Zuora nicht der Fall. Unternehmen sind von Natur aus vorsichtig. Das Geschäftsmodell vollständig zu ändern, um sich auf ein Abo-Modell zu konzentrieren, ist nichts, was man einfach mal so macht. Es kann zwar sein, dass die meisten Unternehmen dieses Format in naher Zukunft übernehmen werden, aber das bedeutet nicht, dass sie davon begeistert sind.

Zuora muss die Werbung dazu selbst durchführen. Und basierend auf den Kommentaren während der letzten Telefonkonferenz mit Analysten scheint es, als hätten neuere Außendienstmitarbeiter Schwierigkeiten, Neukunden zu gewinnen. Nun, solche Probleme sind Teil einer Investition in Unternehmen, die unsere Geschäftswelt verändern. Manchmal ist Geduld mit der Art und Weise, wie sich der Prozess entwickelt, notwendig. Ich denke, hier trifft das zu.

Für langfristig denkende Investoren denke ich immer noch, dass es sich lohnt, ein wenig Kapital – sagen wir 1 bis 2 % deines Portfolios – für das Unternehmen zu verwenden. Die Aktien sind bereits abgerutscht und das Unternehmen hat derzeit einen Wert von nur 1,8 Milliarden USD – bei weitem das kleinste Unternehmen auf dieser Liste.

Die Kunden bleiben bei Zuora, wenn sie denn erst mal da sind. Daher denke ich, dass es sich lohnt, heute einen kleinen Bestand von Aktien im Depot liegen zu haben. Wenn der Übergang zur Abo-Wirtschaft noch mehr an Fahrt gewinnt, dürften die Aktionäre gut belohnt werden.

PagerDuty: Echtzeithilfe bei wichtigen Problemen

Letztlich haben wir hier eines der unbekanntesten Unternehmen am Markt: PagerDuty. Das Unternehmen ist eine Idee des Gründers und Chief Technology Officers Alex Solomon.

Als Solomon bei Amazon arbeitete, bekam er mit, dass, wenn Fehler im Amazon-Code auftraten, die Mitarbeiter zu jeder Zeit „angepiept“ werden, um das Problem zu lösen. Auch in der Nacht. Oftmals hätten nur ein oder zwei Personen alarmiert werden müssen, aber das wurde dann erst nach vielen Stunden klar.

Und so startete er PagerDuty mit dem Ziel, alle Signale, die Server senden, zu sammeln, einen Weg zu finden, genau zu identifizieren, wo Probleme waren, und nur die Personen zu benachrichtigen, die auch tatsächlich benachrichtigt werden mussten.

Seitdem ist das Angebot des Unternehmens gewachsen: Inzwischen verkauft das Unternehmen fünf verschiedene Dienstleistungen. Wie man sieht, sind diese bei Kunden beliebt, die bereit sind, ein Minimum von 100.000 USD pro Jahr dafür zu zahlen.

Quelle: SEC Einreichungen. Chart vom Autor

Aber hier ist die wirklich große Sache: PagerDuty steht noch ganz am Anfang. Erst vor wenigen Monaten ging das Unternehmen an die Börse. Die Unternehmen legen ihren Mitarbeitern rapide neue Accounts an.

Das hat zu einer auf dem Dollar basierenden Netto-Retentionsrate geführt, die wirklich bemerkenswert ist.

Quelle: SEC Einreichungen. Chart vom Autor

Wie bei den anderen SaaS-Unternehmen sorgen auch hier hohe Switching-Kosten und der Netzwerkeffekt für große Vorteile. Im Gegensatz zu den anderen Unternehmen ist der Netzwerkeffekt hier jedoch besonders stark. Es ist recht komplex, alle Signale, die PagerDuty über die Leistung der Onlinedienste eines Unternehmens sammelt, zu durchsuchen. Und wenn ein Problem einmal identifiziert wurde, kann es einige Zeit dauern, bis man die richtigen Ansprechpartner gefunden hat und das Problem auch löst.

Die KI und ML von PagerDuty sind entscheidend für diese Dienste. Und weil das Unternehmen extrem schnell wichtige und große Kunden hinzufügt, bekommt es auch irre viel Daten hinzu, die sich KI und ML dann einverleiben, was wiederum die Leistung des Systems verbessert.

Im Kern glaubt PagerDuty, eines Tages eine Art „Wetterbericht“ für das Internet anbieten zu können. Soll heißen: Es kann alle Daten, die es von seinen Kunden sammelt, überwachen und diese nutzen, um genau vorherzusagen, wo und wann es zu Betriebsunterbrechungen kommen könnte. Aber weil es das einzige Unternehmen mit Zugriff auf die Daten ist, ist es auch das einzige, das einen solchen Service anbieten kann.

Schwer zu wissen, wann genau PagerDuty über genügend Daten verfügen wird, um einen solchen Bericht anbieten zu können. Die größte zu beobachtende Kennzahl wäre die Anzahl der Kunden mit Verträgen, die mehr als 100.000 USD im Jahr wert sind. Diese würden vermutlich die meisten Daten liefern. Selbst wenn ein solches Zukunftsprodukt erst in zehn Jahren kommt, könnte es lukrativ sein.

Man stelle sich vor, dass nur eine Wetterstation auf der Welt genaue Wettervorhersagen liefern kann. Natürlich wäre diese eine Station extrem gefragt und profitabel. Mit dem Kauf von Aktien von PagerDuty, glaube ich, hat man eine sehr gute Möglichkeit, von einer solchen großen Chance zu profitieren.

Ein letztes Wort zur Investition in neu gelistete Unternehmen

Wie ich eingangs sagte, habe ich alle fünf Unternehmen in meinem eigenen Portfolio. Aber bei keiner Aktie davon habe ich sehr viel Geld lockergemacht, um eine große Anzahl von Aktien zu kaufen. Börsengänge sind naturgemäß volatil.

Und SaaS-Aktien wie die hier vorgestellten werden sehr hoch bewertet. Damit meine ich: Das durchschnittliche S&P-500-Unternehmen wird zu etwa dem 2,2-fachen Umsatz gehandelt. Die fünf hier vertretenen Unternehmen werden im Durchschnitt zu etwas mehr als dem 20-fachen Umsatz gehandelt.

Auf der einen Seite macht das Sinn: Dies sind alles kleine Unternehmen, die viel schneller wachsen als die reiferen Mitglieder des S&P 500, sodass Investoren bereit sind, mehr für Aktien zu zahlen, weil sie eben auch mehr Wachstum erwarten. Das SaaS-Geschäftsmodell bedeutet auch, dass im Laufe der Zeit mehr Umsatz als Gewinn gehalten wird als in traditionellen Geschäftsmodellen. Aber auch wenn es um so hohe Bewertungen für ganze Sektoren geht, tappen wir im Dunklen.

Deswegen habe ich im Laufe der Zeit kleine Positionen gekauft und Aktien hinzugefügt, wenn jedes Unternehmen Fortschritte gezeigt hat, dass meine ursprüngliche These sich als richtig erwiesen hat. Heute machen diese fünf einen relativ kleinen Teil – 13 % – meines investierten Geldes aus.

Wenn ich weiter recht habe, wird es eine geeignete Zeit geben, um weitere Anteile zu kaufen. Wenn ich falsch liege und die Aktien fallen, werde ich froh sein, dass ich nicht alles gesetzt habe.

Ich rate bei IPOs zu diesem bewährten Prinzip.

Buffetts Mega-Milliardenwetten zum Nachahmen

Bis zu 130 Mrd. US-Dollar investiert Investorenlegende Warren Buffett in nur ein einziges Unternehmen. Das zeugt von riesigem Vertrauen in das Zukunftspotential.

Buffett hat so einige Mega-Milliardeninvestments in seinem Portfolio. Wir haben sie näher analysiert, und angesehen, inwieweit sie sich zum Nachahmen eignen.

Du kannst alle Details und unsere Tipps dazu erfahren, indem du unseren kostenlosen Spezialreport hier anforderst.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet, Amazon, Facebook, Microsoft, MongoDB, Netflix, Okta, Roku, Salesforce.com und Zuora. Brian Stoffel besitzt Aktien von Alphabet, Amazon, Facebook, MongoDB, Netflix, Okta, PagerDuty, Roku und Zuora.

Dieser Artikel erschien am 14.7.2019 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

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