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Amazon sollte den Prime Day nutzen, um Amazon Key zu vermarkten

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Der für den 15. und 16. Juli geplante Prime Day 2019 ist inzwischen da. Es dürfte das bisher lukrativste Einkaufserlebnis von Amazon (WKN:906866) sein, zumal es das Festival des Konsums in diesem Jahr auf zwei volle Tage ausdehnt.

Die Umfragen deuten darauf hin, dass mehr als drei Viertel aller Prime-Mitglieder planen, in diesem Jahr etwas beim Online-Händler zu kaufen, gegenüber 63 % vor einem Jahr. Doch ein Bereich, der von diesem Verkaufsboom wahrscheinlich nicht betroffen wird, ist die Lebensmittelabteilung von Amazon, insbesondere Obst und Gemüse, da die Verbraucher weiterhin Bedenken haben, ob ihre Lebensmittel frisch geliefert werden.

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Da frische Produkte 49 % des gesamten Umsatzwachstums in den konventionellen Einzelhandelsgeschäften ausmachen, wäre der Prime Day eine gute Möglichkeit für Amazon, den In-Home-Lieferservice Amazon Key stark zu vermarkten.

Zurückgeblieben

Amazon verliert an Boden gegenüber Wal Mart (WKN:860853) in den Lebensmittelkriegen. Während Amazon immer noch führend ist, da fast 63 % der Online-Lebensmittelkäufer im letzten Jahr beim E-Commerce-Riesen eingekauft haben, gewinnt Wal-Mart schnell neue Kunden mit einem Anteil von 37 %, verglichen mit früheren 25 % (Target belegt den dritten Platz mit knapp 16 %). Da diese Zahlen offensichtlich mehr als 100 % betragen, bedeutet dies, dass Online-Shopper von mehr als nur einer Website kaufen, doch Amazon scheint am meisten Kunden zu haben.

Die Lebensmittelkäufer gaben bei Wal-Mart aber auch mehr aus als bei Amazon. Eine Umfrage von Bricks Meet Clicks ergab, dass die Kunden nur 45 US-Dollar pro Bestellung bei Amazon ausgaben, jedoch 116 US-Dollar in Online-Supermärkten wie Wal-Mart.

Jetzt führt Wal-Mart das InHome-Lieferprogramm in drei Städten ein, Kansas City, Missouri; Pittsburgh und Vero Beach, Florida. Die Mitarbeiter liefern und verstauen verderbliche Waren für die Kunden direkt in ihren Kühlschrank. Ohne eine koordinierte Reaktion von Amazon wird Wal-Mart dessen Vorsprung weiter aushöhlen, weshalb eine Prime Day-Offensive sinnvoll wäre.

Die Daten von Phononic, einem Halbleiterhersteller für die Kälteindustrie, zeigen, dass nur 37 % der Verbraucher zuversichtlich oder sehr zuversichtlich sind, dass ein Einzelhändler die Lebensmittel während der Lieferung auf der richtigen Temperatur halten kann. Dies zeigt, dass über 40 % der Verbraucher, die online Lebensmittel eingekauft haben, Probleme damit hatten, verderbliche Waren sicher zu bekommen, oder dass sie befürchten, dass ihnen auf dem Weg etwas passieren könnte.

Kroger (WKN:851544) hat versucht, die Sorgen zu verringern, indem das Unternehmen den Kunden erlaubt, ihre Lebensmittelbestellungen bei einem Walgreens abzuholen. Obwohl dieser Service noch etwas seltsam ist, ist er ein weiterer Weg, um die Zurückhaltung der Verbraucher zu überwinden, ihre Lebensmittel online einzukaufen. Aus diesem Grund hat Phononic festgestellt, dass nur 22 % der Prime-Verbraucher planen, am Prime Day Lebensmittel einzukaufen.

Amazon hat den Schlüssel

Um seinem Namen eine weitere Bedeutungsebene hinzuzufügen, könnte Amazon Key ein wichtiger Differenzierungspunkt sein, der die Waage zu seinen Gunsten kippt, denn der E-Commerce-Riese gehört nach wie vor zu den vertrauenswürdigsten Unternehmen. Die Umfragen von Harris Poll haben Amazon jährlich auf Platz 1 oder 2 in Sachen Vertrauenswürdigkeit eingestuft, während Wal-Mart eher schlecht abgeschnitten hat (in diesem Jahr belegte das Unternehmen Platz 79). Wenn es darum geht, Menschen in dein Haus zu lassen, wird das Vertrauen unerlässlich sein.

Der Service wäre auch eine sinnvollere Nutzung der Ressourcen von Amazon als beispielsweise die Bereitstellung von Drohnen. Obwohl Phononic festgestellt hat, dass über 60 % der Verbraucher ein Paket per Drohne zugestellt bekommen würden, sinkt diese Begeisterung auf nur 26 %, wenn es um frische Produkte oder Fleisch geht.

Die Lebensmittel haben am Prime Day noch nie eine große Rolle gespielt, da die Verbraucher meist Gadgets und Ausrüstung kaufen. Doch letztes Jahr wurden Angebote auf die Mitglieder ausgedehnt, die bei Whole Foods einkauften. Obwohl Amazon feststellte, dass diese Kunden Millionen von Dollar gespart haben, lässt man Millionen mehr potenzielle Einnahmen auf dem Tisch, die durch den Verkauf von Online-Lebensmitteln realisiert werden könnten.

Der Gewinner bekommt alles

Das unterstreicht auch die Bedeutung der richtigen Lieferung von Frischeprodukten. Es gibt ein großes Umsatz- und Gewinnpotenzial für den Einzelhändler, der Lebensmittel an den Verbraucher liefern kann, ohne dass sich der Letztere Sorgen um den Verderb der Produkte machen muss.

Wal-Mart verbessert die Strategie, um die Kunden davon zu überzeugen, dass das Unternehmen Lebensmittel frisch liefern kann. Wenn Amazon den Prime Day nutzt, um auch die Lebensmittellieferungen bewirbt – vor allem, wenn man die Bedenken berücksichtigt – könnte das Unternehmen hier groß absahnen.

Dies ist der vierte jährliche Prime Day von Amazon und es wird der größte aller Zeiten sein. Es wäre ein Fehler, den Lebensmittelbereich erneut zu ignorieren.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einer Amazon-Tochtergesellschaft, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

Dieser Artikel wurde von Rich Duprey auf Englisch verfasst und am 08.07.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Amazon.

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