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Nestlés süße Träume: Großer Fehler wie bei Coca-Cola?

Foto: Getty Images

Die Aktie von Nestlé (WKN: A0Q4DC) scheint sich gegenwärtig in einem gewaltigen Wandel zu befinden. Einerseits kursieren immer neue Meldungen rund um die Restrukturierungsmaßnahmen. Hierbei wird quasi auf Sicht des Gesamtkonzerns kein Stein auf dem anderen gelassen, um sich von weniger profitablen Marken und Produktionsstandorten zu trennen. Und um die operative Marge anzuschieben.

Andererseits scheint Nestlé sich jedoch auch aus Sicht des Konzernimages neu definieren zu wollen. Anstelle von ungesunden Nahrungsmitteln versuchen die Schweizer, neue, innovative und insbesondere gesündere Wege zu gehen. Ein Aspekt, der sich in Anbetracht eines sich wandelnden Konsumverhaltens durchaus lohnen konnte.

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In diesem Sinne konnte Nestlé nun neue, spannende Meldungen verkünden. Meldungen, die vielen Investoren und Konsumenten womöglich süße Träume bescheren könnten.

Nestlé definiert bekannte Marke neu

Wie die Schweizer nämlich verkündet haben, scheint man bei einer bekannten und beliebten Marke aus dem Süßigkeitensortiment einige Veränderungen anzustreben. Beim Schokoriegel KitKat möchte der Lebensmittelkonzern künftig versuchen, mit weniger Zucker auszukommen. Beziehungsweise, genauer gesagt, sogar gänzlich ohne Zucker.

Die Süße von KitKat soll künftig von einem Produkt herrühren, das sowieso in der Produktion von KitKat verwendet wird: Kakao. Gewissermaßen ein Abfallprodukt aus dem Herstellungsprozess soll als Süßungsmittel fungieren, was durchaus nach einem interessanten Schritt klingt. Denn letztlich soll durch diesen neuen Süßungsprozess bis zu 40 % weniger Zucker in den künftigen KitKats enthalten sein, was definitiv nicht unerheblich ist.

Nestlé scheint mit diesem Schritt auf die sich wandelnden Gewohnheiten in der Lebensmittelindustrie reagieren zu wollen. Wie mehrere Medien im Kontext dieser Meldung berichten, seien die Umsätze im klassischen, zuckrigen Süßigkeitensegment rückläufig. Mit quasi natürlich gezuckerten und zuckerärmeren Produkten sowie dem Beginn nun bei KitKat möchten die Schweizer auf diese Entwicklung reagieren.

Fraglich, ob das ankommt

Wenn du mich fragst, erscheint es hierbei jedoch fraglich, ob ein solches Produkt mit einem solchen Ansatz bei den Verbrauchern ankommen wird. Nestlé wäre nicht der einzige Konzern in der Lebensmittelindustrie, der mit einem neuen Rezept einen neuen Weg gehen möchte. Allerdings hier vielleicht auch gewaltig danebengreift.

Zur Erinnerung, der Getränkeriese Coca-Cola hat ebenfalls vor einigen Jahrzehnten versucht, auf sich verändernde Gewohnheiten in der Lebensmittelindustrie zu reagieren, indem man an der Rezeptur der Coca-Cola getüftelt hat. Ein Vorhaben, das nicht nur in einem bis heute beispiellosen Protest der Konsumenten endete, sondern zu einer der größten produkttechnischen Pleiten eines Lebensmittels geführt hat.

Nestlé könnte, sofern sich durch diese neuen Pläne der Geschmack auch nur geringfügig ändert, mit KitKat vielleicht eine ähnliche Bruchlandung erleiden. Der berühmte, zum Durchbrechen verdammte Schokoriegel erfreut sich schließlich ebenfalls einer gewissen Beliebtheit und Bekanntheit. Und womöglich reagieren nicht alle Fans der Schokowaffelkreation mit Euphorie auf die Veränderungen.

Ein gewagtes Experiment, aber …

Wenn du mich fragst, könnte das aktuelle Experiment daher durchaus gewagt sein. Die Geschichte so mancher Lebensmittelkonzerne hat bereits gezeigt, dass die Rezepturen klassischer Produkte tabu sein sollten. Nichtsdestoweniger steht Nestlé als oftmals zuckerhaltiger Lebensmittelproduzent gewissermaßen mit dem Rücken zur Wand und muss über kurz oder lang versuchen, neue und gesündere Wege zu gehen.

Investoren sollten diese neuen Schritte dennoch nicht blindlings feiern, sondern schauen, wie derartige Neuerungen ankommen. Ein Erfolg ist insbesondere bei einem neuen Geschmack alles andere als garantiert.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Nestle.

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