The Motley Fool

3 Aktien, die wir derzeit nicht einmal mit der Kneifzange anfassen möchten

Verkehrszeichen: Vorsicht Schleudergefahr
Foto: Public Domain

Wir Fools definieren uns regelmäßig als unternehmensorientierte Investoren. Das heißt unter anderem, dass wir in ausgewählte Aktien von Unternehmen investieren, von denen wir ganzheitlich überzeugt sind. Sprich, das Geschäftsmodell muss stimmen und zukunftsträchtig sein und das Management muss eine klare Vision verfolgen. Auf der anderen Seite muss aber auch die Bewertung in einem gesunden Rahmen sein, sodass langfristig solide Renditen möglich sind.

Nichtsdestoweniger begegnen wir einigen Unternehmen momentan oder auch prinzipiell durchaus mit einer Prise Skepsis. Werfen wir in diesem Sinne einen Foolishen Blick auf drei Aktien, die drei unserer Autoren nicht einmal mit der Kneifzange anfassen möchten.

4 "inflationssichere" Aktien, die man heute kaufen kann! Kein Zweifel, die Inflation steigt sprunghaft an. Investoren sind verunsichert. Geld, das nur auf der Bank liegt, verliert Jahr für Jahr an Wert. Aber wo solltest du dein Geld anlegen? Hier sind 4 Aktien-Favoriten der Redaktion von The Motley Fool, in die du bei steigender Inflation investieren kannst. Wir haben einige der profitabelsten Aktien dieser Generation wie Shopify (+ 6.878%), Tesla (+ 10.714%) oder MercadoLibre (+ 10.291%) schon früh empfohlen. Schlag bei diesen 4 Aktien zu, solange du noch kannst. Gib einfach unten deine E-Mail-Adresse ein und fordere diesen kostenlosen Bericht umgehend an. Fordere die kostenlose Analyse jetzt hier ab.

The (E-Commerce-)Trend is not Ceconomy’s friend

Vincent Uhr: Eine Aktie, die ich persönlich momentan nicht anfassen möchte, ist die von Ceconomy (WKN:725750). Ja, auch ich sehe natürlich, dass die Aktie dieses Elektronikeinzelhändlers allein innerhalb der vergangenen rund sechs Monate um fast 70 % gestiegen ist. Dennoch überzeugt mich das Geschäftsmodell hier momentan einfach gar nicht.

Zu lange hat es der Elektronikeinzelhändler in meinen Augen nämlich versäumt, ein gutes und solides digitales Geschäftsmodell aufzubauen. Damit hat das Unternehmen der klassischen Konkurrenz in Form von Amazon und Co. quasi sämtliche Türen geöffnet, um unseren heimischen Markt erfolgreich zu durchdringen.

Auch der Trend spricht immer mehr gegen Ceconomy. Insbesondere Großelektronik sowie Unterhaltungselektronik wird heute zum Großteil bequem über das Internet bestellt, was trotz des räumlichen Abstands der Onlinehändler zu den Kunden noch viele Vorteile mit sich bringt. Egal ob kostenlose und bequeme Lieferung, Aufbau oder auch Rücknahme – vieles erfolgt bei prominenten Internetadressen sehr im Sinne der Kunden. Das ist ebenfalls ein Aspekt, den Ceconomy scheinbar weiterhin nicht kundenorientiert geregelt bekommt.

Was daher bei Ceconomy in meinen Augen übrig bleibt, ist zwar eine günstige Aktie, die sich innerhalb der vergangenen Wochen und Monate ordentlich erholen konnte, jedoch auch ein Geschäftsmodell, das über kurz oder lang vom E-Commerce vernichtet werden könnte, denn diesem scheint der Einzelhändler wenig entgegensetzen zu können oder zu wollen. Von diesem Mix bin ich alles andere als begeistert, sodass hier nicht einmal eine metaphorische Kneifzange ausreichend für mich wäre.

Heiße Luft: Diese Aktie ist gelinde gesagt zu teuer

Ralf Anders: Ui, ja, Ceconomy ist ein heikler Nebenwert, der einem den letzten Nerv rauben kann. Unter den Blue-Chips wiederum wäre die letzte Aktie, die ich zu den aktuellen Kursen kaufen würde, die von Linde (WKN:A2DSYC). Dabei gibt es eigentlich nicht besonders viel Schlechtes über das Unternehmen zu sagen, im Gegenteil:

Linde ist durch die Fusion mit Praxair wieder der Champion der Gasewelt, agiert weltweit mit hohen Marktanteilen in einem stabilen Wettbewerbsumfeld und kann voraussichtlich von einigen Wachstumstrends profitieren. Dabei denke ich etwa an den wachsenden Bedarf im Gesundheitssektor oder die wichtige Rolle der Industriegasebranche beim Aufbau der Wasserstoffwirtschaft und der Flüssiggasinfrastruktur. Alles schön und gut.

Aber nachdem wir ein Unternehmen auf seine Qualität hin abklopfen, folgt im zweiten Schritt der prüfende Blick auf das Preis-Leistungs-Verhältnis und das ist aus meiner Sicht ziemlich übel. Man muss es sich vorstellen: Ein relativ konservativer Konzern, der im Wesentlichen Standardware liefert (sprich reine Gase) und aktuell noch hohe Integrationskosten bewältigen muss, ist beim Kurs von 182 Euro (15.07.2019, maßgeblich für alle Kurse) wertvoller als jeder andere europäische Industriekonzern.

Gerade den Vergleich zu BASF (WKN:BASF11) oder Siemens (WKN:723610) finde ich irritierend. Der eine gilt als der führende Chemiekonzern und ist praktisch in jeder Hinsicht viel größer und auch in seinem Kerngeschäft ähnlich dominant. Der andere gilt als der führende Technologiekonzern und stattet nicht nur weltweit einen großen Teil der Kraftwerke, Fabriken und Krankenhäuser aus, sondern ist nebenbei auch noch einer der umsatzstärksten und profitabelsten Softwarekonzerne Europas, welcher das Thema Industrie 4.0 entscheidend vorantreibt.

Trotzdem bringen die beiden mit 55 bzw. 85 Mrd. Euro deutlich weniger auf die Waage als Linde (99 Mrd. Euro). Das kann ich beim besten Willen nicht verstehen. Meine Vermutung ist, dass das Zusammenspiel von Aktienrückkaufprogramm und der Aufnahme in bei ETF-Anlegern begehrte Indizes den Kursauftrieb begünstigt. Früher oder später dürfte jedoch angesichts der eher trüben konjunkturellen Aussichten Ernüchterung einkehren – und dann sollte der Rakete der Treibstoff ausgehen.

Was meinst du, Tom? Hast du noch eine Aktie gefunden, die du dir im Leben nicht ins Depot legen würdest?

Rocket Internet und das schnelle Geld

Thomas Brantl: Selbstverständlich habe auch ich eine Aktie, die ich nicht einmal mit der Kneifzange anfassen würde – und zwar ist das die Aktie von Rocket Internet (WKN:A12UKK). Wer meinen Beiträgen folgt, der weiß: Ich habe einen äußerst langfristigen Anlagehorizont und genau das erwarte ich auch von den Unternehmen, in die ich investiere.

Bei Rocket Internet habe ich das Gefühl, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Hier zählt nur das schnelle Geld, indem man Start-ups möglichst schnell pusht und gewinnbringend an die Börse drückt. Jüngstes Beispiel: die Home24-Aktie.

Im Juni 2018 ging der Onlineshop für Möbel an die Börse, Einstandskurs 28,50 Euro. Heute, ein gutes Jahr später, notiert die Aktie bei 3,38 Euro – was für ein Desaster! Fader Beigeschmack: Im Börsenprospekt war von schnellem Wachstum die Rede – 30 % oder mehr Umsatzwachstum stellte Home24 seinen potenziellen Investoren für 2018 in Aussicht.

Das machte sich so kurz vor dem Börsengang natürlich gut im Börsenprospekt. Die Realität sah allerdings anders aus: Lediglich 13 % mehr Umsatz waren es am Ende. Gewachsen war allein der Verlust. Im Quartal vor dem Börsengang ist das Unternehmen tatsächlich 30 % gewachsen. Laut Manager Magazin lag dies allerdings vor allem an einem teuren Werbedeal mit ProSiebenSat1, der genau rechtzeitig vorm Gang aufs Parkett für (einmalig) steigende Umsätze sorgte.

Kleine Randnotiz: Am Tag des Börsengangs von Home24 hielt Rocket Internet über 30 % der Home24-Aktien. Heute sind es laut finanzen100.de nur noch 18,8 %.

Nun, man mag vom Börsengang der Home24 SE unter den Fittichen von Rocket Internet halten, was man will. Für mein Empfinden zeigt dieser Fall jedoch ziemlich eindeutig, dass Rocket Internet alles andere als ein langfristig denkendes Unternehmen ist.

Denn wer so agiert, der will weder dauerhaft großartige Unternehmen aufbauen noch irgendeinen Mehrwert mit seinen Produkten schaffen. Kein besonders langfristiger Ansatz, wenn du mich fragst – und genau deshalb kommt mir ein solches Unternehmen sicher nicht ins Depot.

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Ralf Anders besitzt Short-Derivate auf Linde und partizipiert über ein von ihm betreutes Indexzertifikat an der Aktienentwicklung von Siemens. Thomas Brantl besitzt keine der genannten Aktien. Vincent besitzt keine der genannten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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