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Vivint Solar oder Tesla – welche Aktie ich jetzt kaufen würde

Foto: Getty Images

Vivint Solar (WKN: A12AWB) und Tesla (WKN: A1CX3T) wollen mit grünen Technologien die Welt verbessern – ein absolut begrüßenswerter Ansatz! Als Investoren sollten wir uns allerdings nicht von grünen Gefühlen leiten lassen, wenn wir ordentliche Renditen erzielen wollen.

Deshalb habe ich mir die Frage gestellt: Welche Öko-Aktie ist heute ein besserer Kauf – die Tesla-Aktie oder die Vivint-Solar-Aktie?

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Das macht Vivint Solar

Vivint Solar verkauft beziehungsweise vermietet oder verleast seinen Kunden in den USA Solarpanele für deren Dächer – und zwar das „Rundum-sorglos-Paket“: Von der Auslegung über das Angebot bis hin zur Installation und der Inbetriebnahme erledigt Vivint Solar alles, was für den Aufbau und Betrieb einer Photovoltaikanlage notwendig ist.

Genau darin sieht das Unternehmen auch seine Stärke: Das „Alles-aus-einer-Hand-Prinzip“ bietet laut Unternehmensangaben ein in diesem Bereich einzigartiges Kundenerlebnis und einen sehr hohen Qualitäts- beziehungsweise Servicestandard.

Zusätzlich verkauft man Batteriespeicher, Ladestationen für E-Autos und Systeme für das Energiemanagement. Kurz gesagt: Vivint Solar bietet alles rund ums Thema „Sonnenstrom für Privathaushalte“ – Schwerpunkt ist hierbei die positive Kundenerfahrung.

Eine in meinen Augen nicht uninteressante Kombination! Lass uns nun einen Blick darauf werden, was Tesla alles macht.

Und das macht Tesla

Zum einen baut Tesla natürlich Elektroautos – das brauche ich dir an dieser Stelle nicht extra zu erzählen. Seit der Übernahme von SolarCity im Jahr 2016 ist Tesla aber auch Anbieter von Solarmodulen, Batterien und Montagedienstleistungen – und damit ähnlich aufgestellt wie Vivint Solar.

Ich finde auch diese Konstellation ziemlich spannend, da sich elektrifizierte Fahrzeuge in meinen Augen ziemlich gut mit Stromerzeugungs- und Speicherlösungen ergänzen und beides letztlich der gleichen Vision folgt: die Welt ein bisschen grüner machen.

Nun haben wir also zwei interessante Geschäftsmodelle vor uns – doch eine negative Gemeinsamkeit trübt das Gesamtbild beider Unternehmen.

Zwei Horrorbilanzen im Duell

Beiden weisen nämlich eine exorbitant hohe Verschuldung auf – alle gängigen Bewertungskennzahlen bezüglich der Bilanz stehen heute eindeutig auf rot.

Vivint Solar  Tesla
Verhältnis Umsatz/Zinszahlungen       4,4   32,4
Verhältnis langfristige Schulden/Cash       5,5    2,6
Eigenkapitalquote     15,6 %  16,6 %

Quellen: Unternehmensangaben, Stand: 31.12.2018

Normalerweise verwende ich nicht das Verhältnis von Umsatz zu Zinszahlungen, sondern setze den Gewinn in diese Formel ein. Das Problem: Beide Unternehmen erzielten 2018 keinen Gewinn – nicht mal einen operativen.

Also habe ich halt den Umsatz hergenommen. Wie beim Gewinn gilt: Je höher das Verhältnis von Umsatz zu den bezahlten Zinsen ist, desto weniger stark fallen die Zinszahlungen ins Gewicht. Es gilt also: Ein höheres Verhältnis ist besser als ein niedriges.

Ein Blick auf unsere beiden Unternehmen zeigt: Während bei Tesla das Ganze noch halbwegs in Ordnung zu sein scheint, ist dieser Wert bei Vivint Solar brutal niedrig.

Ehrlich gesagt kann ich mich nicht erinnern, jemals bei einem Unternehmen einen derart niedrigen Wert gesehen zu haben – bereits bei der ersten Bilanzkennzahl schrillen bei mir also alle Alarmglocken auf. Und es wird nicht besser …

Während bei Tesla die langfristigen Schulden „nur“ 2,6-mal so hoch sind wie der Cashbestand, beträgt dieser Wert bei Vivint Solar 5,5. Eindeutiges Fazit: Vivint Solar hat einen Haufen Schulden, aber sehr, sehr wenig Cash.

Die Eigenkapitalquote – also der Anteil der Konzernbilanz, der aus Eigenkapital besteht (der Rest sind logischerweise Schulden) – ist bei beiden mit rund 16 % extrem niedrig.

Fazit: Sowohl Tesla als auch Vivint Solar schieben einen gigantischen Schuldenberg vor sich her – wobei der von Vivint Solar noch ein gutes Stück größer ist als der von Tesla.

And the Winner is …

Würde ich mich heute für eine der beiden Aktien entscheiden müssen, so würde ich ohne eine Sekunde zu zögern die Tesla-Aktie kaufen. Und das hat nicht unbedingt etwas mit der besseren Bilanz zu tun – ich finde nämlich beide schrecklich.

Aber im Gegensatz zu Vivint Solar wächst Tesla rasant – der kalifornische Autobauer hat seinen Umsatz von 2017 auf 2018 mehr als verdoppelt. Gleiches Bild 2019: Im ersten Quartal legte der Umsatz von Tesla um 37 % verglichen mit dem Vorjahreszeitraum zu.

Ganz anders die Lage bei Vivint Solar. Von 2017 auf 2018 konnte man den Umsatz um mickrige 8,3 % steigern. Und 2019 läuft kein bisschen besser – im Gegenteil: Im ersten Quartal 2019 konnte man ein Umsatzplus von gerade mal 1,6 % verglichen mit dem Vorjahreszeitraum vermelden.

Praktisch kein Wachstum in Kombination mit einem horrenden Schuldenberg: Es gibt derzeit wohl kaum eine Aktie, um die ich einen größeren Bogen machen würde als um die von Vivint Solar – von daher gibt es keinen Zweifel: Für mich ist die Tesla-Aktie der klare Gewinner in diesem Duell.

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Thomas Brantl besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla.

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