The Motley Fool

Wird die Deutsche Bank nach der Schrumpfkur wieder 60 Milliarden Euro wert sein?

Foto: The Motley Fool

Trotz aller Umbaumaßnahmen der vergangenen Jahre ist die Deutsche Bank (WKN: 514000) meilenweit von den Top-Instituten entfernt. Nun sollen radikale Einschnitte die Kosteneinsparungen bringen, die das Management für notwendig hält, um endlich wieder eine angemessene Eigenkapitalrendite generieren zu können.

Eine Marktkapitalisierung von 60 Mrd. Euro scheint bis 2022 möglich zu sein. Ein Erfolg für Konzern und Aktie ist allerdings alles andere als garantiert.

3 Aktien, die jetzt von der Digitalisierung der Welt profitieren Das Coronavirus verändert nachhaltig die Welt, in der wir leben. Die Digitalisierung der Welt ist nicht mehr aufzuhalten und erfährt aktuelle eine massive Beschleunigung. The Motely Fool hat jetzt 3 Unternehmen identifiziert, die von diesem Mega-Trend in 2020 und den kommenden Jahren stark profitieren werden. Für uns Kerninvestments der neuen, digitalen Welt 2.0. Fordere die kostenlose Analyse jetzt hier ab..

Hier kommt eine Menge zusammen

Milliarden-Boni trotz Verlusten, eine unglückliche Liaison mit Donald Trump, immer wieder Strafzahlungen, komplexe Informationstechnik und ergebnislose Fusionsverhandlungen: Die Liste könnte man sicherlich noch verlängern, sodass es nicht verwundert, dass die Aktie nicht von der Stelle kommt. In einer Boomphase, wo es einigen Konkurrenten gelang, ihren Wert zu vervielfachen, verlieren Aktionäre der Deutschen Bank praktisch kontinuierlich Vermögen.

Dividenden gibt es auch keine mehr. Neben den hausgemachten Problemen lasten ja auch noch solche Sachen wie anhaltende Negativzinsen und strengere Regulierung auf der Branche, gerade in Europa. Zudem graben innovative Fintechs kontinuierlich am Fundament der etablierten Bankhäuser. In Anbetracht dieser Umstände ist Konzernchef Christian Sewing nun zum Schluss gekommen, dass einschneidendere Maßnahmen notwendig sind, als ursprünglich geplant. 18.000 Stellen sollen nun zügig abgebaut werden. An ausländischen Standorten, wo dies relativ problemlos möglich ist, mussten viele Mitarbeiter bereits ihre Koffer packen.

Ambitionierte Ziele

Die Planung sieht vor, dass nach Abschluss der Schrumpfkur die laufenden Kosten um rund 6 Mrd. Euro niedriger ausfallen. Ertragsseitig soll die Lage hingegen weitgehend stabil bleiben, sodass ab 2022 vor Steuern ein Vorsteuergewinn mindestens in gleicher Höhe anfallen soll. Sewing gibt sich überzeugt, dass das machbar sei, und gab zu verstehen, dass sogar noch mehr drin sei, wenn die Restrukturierung besonders gut läuft.

Nachhaltige Gewinne über 6 Mrd. Euro hört sich jedenfalls gut an. Wenn das klappt, dann ließe sich doch eigentlich kaum noch rechtfertigen, dass die Bank weit unter Buchwert notiert. Dieser lag Ende März bei 64 Mrd. Euro und eine Bewertung im Bereich des zehnfachen Vorsteuergewinns ist nicht unrealistisch, auch wenn derzeit tendenziell niedrigere Multiples aufgerufen werden.

Letztlich will das Bankhaus also wieder in die kontinentaleuropäische Top-Liga aufsteigen, dorthin, wo derzeit Konkurrenten wie Banco Santander (WKN: 858872) und BNP Paribas (WKN: 887771) thronen. Schaut man sich das desolate Bild an, dass die Deutsche Bank über die letzten Jahre abgegeben hat, fällt es schwer, daran zu glauben, zumal Rückenwind vom Marktumfeld her meines Erachtens kaum zu erwarten ist.

Das wird kein Selbstläufer

Auf alle Fälle muss man feststellen, dass Eigenkapital, das über Jahre hinweg nicht rentiert, hinterfragt werden muss. CEO Sewing und seine Vorgänger hatten jahrelang Zeit, um die Aktionäre davon zu überzeugen, dass die in der Bilanz aufgeführten Werte tatsächlich da sind. Aber die Schere zwischen Buch- und Börsenwert ist zuletzt sogar noch weiter auseinandergegangen.

Die Experten von kapitalstarken Finanzdienstleistern wie etwa der Allianz (WKN: 840400) hatten ebenfalls ausgiebig Gelegenheit, um die Vermögenswerte der Deutschen Bank einzuschätzen. Da diese nun für weit unter 20 Mrd. Euro erworben werden könnten, ergäbe sich bei einer Übernahme ein sensationeller Buchgewinn von über 40 Mrd. Euro. Warum wurde diese einmalige Chance von niemandem wahrgenommen?

Die Antwort könnte darin liegen, dass die Bilanz weiterhin Schwachstellen aufweist. Die Entlassung eines erheblichen Teils der Belegschaft weist ja auch darauf hin, dass einige Geschäftsbereiche keinen Mehrwert für den Konzern erbringen. Im Gegenteil nennt das Management eine miserable Kosten-Ertrag-Relation von 144 % für die zur Abwicklung ausgelagerten Teile. Daher würde ich damit rechnen, dass das erhoffte Gesundschrumpfen zunächst auch weitere Abschreibungen nach sich ziehen wird.

Zu schön, um wahr zu sein

Grundsätzlich finde ich es ja gut, dass das Management weiter Risiken abbauen und sich vor allem auf die großen Stärken rund um Vermögensmanagement, Unternehmenskunden, Finanzierung und Währungen konzentrieren will. Auch diverse Digitalinitiativen wie etwa die Geschäftskundenbank FYRST mit ihrem innovativen Leistungsumfang oder die offene Finanzmanagement-Plattform BluePort gehen in die richtige Richtung.

Wenn alles so läuft, wie der Boss sich das vorstellt, dann dürften leidgeprüfte Aktionäre mittelfristig endlich wieder etwas zu feiern haben. Hier scheint es die Chance auf eine Vervielfachung zu geben. Aber der Schein könnte trügen, nach allem, was wir bisher erlebt haben. Die eingeleitete Radikalkur mag nun das richtige Mittel sein, aber vermutlich wird sie nicht ohne unerwünschte Nebenwirkungen bleiben.

Buffetts Mega-Milliardenwetten zum Nachahmen

Bis zu 130 Mrd. US-Dollar investiert Investorenlegende Warren Buffett in nur ein einziges Unternehmen. Das zeugt von riesigem Vertrauen in das Zukunftspotential.

Buffett hat so einige Mega-Milliardeninvestments in seinem Portfolio. Wir haben sie näher analysiert, und angesehen, inwieweit sie sich zum Nachahmen eignen.

Du kannst alle Details und unsere Tipps dazu erfahren, indem du unseren kostenlosen Spezialreport hier anforderst.

Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Diese Aktien empfehlen wir jetzt zum Kauf

Die Post-Corona Ära: Die neue Normalität +++ Worauf du dich jetzt einstellen solltest +++ Wo die Redaktion des Stock Advisor Deutschland jetzt die größten Kaufchancen sieht+++Die 3 besten Kennzahlen für deinen Sicherheits-Depotcheck+++

Welche Aktien haben jetzt die besten Chancen , in der Post-Corona Ära zu bestehen und davon zu profitieren?

Wir sind fest davon überzeugt, dass Investoren langfristig belohnt werden, wenn sie jetzt bewährte Foolishe Kriterien beachten.

Teste jetzt 30 Tage lang Stock Advisor Deutschland und erhalten sofortigen Zugriff auf alle aktuellen Kaufempfehlungen und Inhalte!

Klick hier für alle Details!