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Defensive Dividendenaktien: Was die „Nifty Fifty“ mit den heutigen Bewertungen gemein haben

Defensive Dividendenaktien sind insbesondere in eher krisenbehafteten Zeiten sehr beliebt. Steigt die Volatilität, suchen insbesondere sicherheitsbedürftige und eher kurz- bis mittelfristig orientierte Investoren solche sicheren Häfen. Denn insbesondere die regelmäßigen Ausschüttungen sowie die oftmals verlässlichen Geschäftsmodelle derartiger Unternehmen gelten häufig aus Sicht der Aktienkurse als relativ stabil.

Doch was ist, wenn derartige sichere Häfen bereits ambitioniert bewertet sind? Werfen wir in diesem Sinne einen Foolishen Blick zurück auf ein längst vergessenes Jahrzehnt und schauen, ob es hierzu möglicherweise ein paar Parallelen geben könnte.

Mehr als ein halbes Jahrhundert zurück: die Nifty Fifty

Möglicherweise kennst du den Begriff der sogenannten Nifty Fifty noch nicht. Hinter diesem eigentlich unschmeichelhaften Namen verbirgen sich börsentechnisch einerseits die 1950er-Jahre, in denen viele insbesondere defensive Dividendenaktien bereits ambitioniert bewertet gewesen sind.

Klassische Dividendenperlen, die auch zu dieser Zeit bereits konsequent wuchsen und solide Dividenden ausschütteten, beispielsweise Johnson & Johnson (WKN: 853260) oder auch Coca-Cola (WKN: 850663), waren zu diesem Zeitpunkt mit hohen Bewertungen versehen. Ein Bewertungsniveau, das bei rund 50 Aktien (bei den ebenfalls schicken 50, oder eben Nifty Fifty) zu einer heftigen Korrektur geführt hat.

Das Problem damals: Zu viele Investoren setzten auf jene Aktien, die scheinbar perfekt wirkten und solide wuchsen, was diese Dynamik noch einmal verstärkte. Und das Korrekturpotenzial drastisch erhöhte. Ein Aspekt, der heute aktueller denn je sein könnte.

Der Blick auf aktuelle Bewertungen

Denn auch im Moment sind viele insbesondere defensive Dividendenaktien nicht gerade günstig. Um bei einem Beispiel der Nifty Fifty zu bleiben: Coca-Cola wird bei einem derzeitigen Aktienkursniveau von 52,11 US-Dollar (05.07.2019, maßgeblich für alle Kurse) und einem 2018er-Gewinn je Aktie von 1,51 US-Dollar ambitioniert mit dem 34-Fachen der Gewinne bewertet. Ein Bewertungsniveau, das viele möglicherweise abschrecken könnte oder sollte.

Doch auch hierzulande sind viele Dividendenaktien, insbesondere wenn sie als zuverlässig gelten, in den vergangenen Wochen, Monaten oder auch Quartalen erheblich gestiegen. Nestlé (WKN: A0Q4DC) hat beispielsweise inzwischen ein Kursniveau von über 100 Schweizer Franken erreicht. Allein innerhalb dieses Börsenjahres ist der Aktienkurs von Nestlé somit um über 25 % angestiegen, was für eine defensive Dividendenperle mit einem moderaten Wachstum bemerkenswert ist.

Bei dem derzeitigen Kursniveau von exakt 101,90 Schweizer Franken sowie einem 2018er-Gewinn je Aktie von 3,36 Schweizer Franken beläuft sich auch hier das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf ambitionierte 30 – und könnte auf eine derzeitige Überbewertung hindeuten. Sowie bei vielen weiteren defensiven Dividendenaktien, die ich an dieser Stelle natürlich nicht allesamt einzeln aufzählen kann.

Gib acht, Fool!

Für Foolishe Investoren könnte es sich also anbieten, Vorsicht walten zu lassen. Oder aber mit einer realistischen Einschätzung an solche defensive Dividendenaktien heranzugehen. Wobei das im Endeffekt zwei verschiedene Schritte sein dürften.

Vorsicht könnte sich insbesondere bei der eigenen Aktienwahl anbieten. Denn auch wenn viele insbesondere defensive und dividendenstarke Börsenlieblinge momentan von den Investoren hochgejubelt werden, könnte es noch immer einige spannende und sogar zuverlässige Dividendenperlen geben, die noch vergleichsweise preiswert gehandelt werden. Eine selektivere Wahl könnte daher ein Mittel der Wahl sein.

Wer hingegen auf all die Coca-Colas oder auch Nestlés dieser Welt setzen möchte, sollte sich möglicherweise auf weniger steigende Aktienkurse einstellen. Und vielleicht auch ein gewisses Kurspotenzial in Erwägung ziehen.

Die Nifty Fifty, also die 50er-Jahre, könnten hierbei ein interessantes Mahnmal auch für die aktuelle Entwicklung sein. Ein Vergleich, den man gegenwärtig zumindest in Erwägung ziehen sollte.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Johnson & Johnson und Nestle.