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Drei Gründe, warum ich die Finger von ETFs lasse.

Sie sind derzeit sehr beliebt bei vielen Anlegern. Die Rede ist von den Exchange Traded Funds (ETFs), die weltweit einen Siegeszug feiern. Man könnte meinen, es seien regelrechte Wunderwaffen im Kampf darum, wenigstens dieselbe Rendite wie der zugrunde liegende Index zu erreichen.

Wie hoch ist nun die Bedeutung von ETFs? Im Jahr 2009 waren insgesamt nur 5,4 % des weltweit ausstehenden Vermögens von Investmentfonds in ETFs angelegt. Ende Juni 2018 waren es bereits 13,7 %. Man sieht hier auf jeden Fall eine seit Jahren anhaltende Wachstumsdynamik.

ETFs werden also immer beliebter und mittlerweile höre ich auch Leute, die mit der Börse noch nicht so viel Berührung hatten, Lobeshymnen auf diese passiven Anlagevehikel singen. Auch gelten ETFs in der Bevölkerung als recht sicher und kostengünstig. ETFs sind also zu einem Massenprodukt geworden.

Doch Foolishe Investoren sollten sich nicht mit Geldanlagen der Masse zufriedengeben. Ein Zitat aus einem Buch von Bodo Schäfer macht hier deutlich, was ich meine: „Wenn Sie tun, was alle tun, werden Sie auch nur haben, was alle anderen haben.“

Hier kommen nun drei meiner Gründe, warum ich nicht in ETFs investiere.

1. Man ist mit ETFs kaum besser als der Durchschnitt

Die Performance ist ein wichtiges Kriterium, wenn es um die Geldanlage geht. Und in der Werbung für ETFs wird auch immer gerne aufgeführt, dass man ja mit einer Investition wenigstens die gleiche Rendite wie der zugrunde liegende Index erzielt. Und viele herkömmliche Investmentfonds würden nicht einmal dies schaffen, sodass eine Investition in einen ETF ja nur absolut logisch erscheint.

Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass man nicht besser als der zugrunde liegende Index abschneiden kann. Die mögliche Rendite ist hier also auf die Wertsteigerung des Index beschränkt. Der Anleger begrenzt mit einer Investition in einen ETF quasi selbst seine Anlagechancen. Aber warum sind ETFs dann so beliebt?

Ganz einfach, weil einem durch die Medien suggeriert wird, dass weder viele Fondsmanager, und natürlich so gut wie kein Kleinanleger, den Index mit seinen Investitionen langfristig schlägt. Aber vielleicht sollte man sich an dieser Stelle nicht entmündigen lassen und sich selbst etwas mehr bei der Geldanlage zutrauen. Denn wer will sich langfristig nur mit dem Durchschnitt zufriedengeben.

2. Man investiert auch in die schlechten Werte

Wer einen Teil seines Geldes in DAX-Aktien stecken möchte, würde höchstwahrscheinlich auf Topwerte wie Wirecard (WKN:747206), Adidas (WKN:A1EWWW) oder SAP (WKN:716460) setzen. Auf die Aktien, die auf den hinteren Rängen rangieren, wie zum Beispiel Deutsche Bank (WKN:514000) oder ThyssenKrupp (WKN:750000), würde man wohl eher nicht setzen.

Aber erwirbt man Anteile an einem DAX-ETF, macht man genau das. Ich bin mir nicht wirklich sicher, ob dieser Umstand überhaupt jedem Anleger klar ist. Denn ich persönlich möchte mein hart erarbeitetes Geld nicht unbedingt in solche Werte investiert wissen.

Ein ETF nimmt einem, bedingt durch seine Struktur, einen Index nachzubilden, die Entscheidung, in welche Aktien man investiert, einfach ab. Aber diese Art von „betreutem Investieren“ ist nicht das, was ich bei meiner Geldanlage bevorzuge.

3. Man ist nur indirekt an den Unternehmen beteiligt

Um es einmal klar zu sagen: Mit dem Kauf eines ETF geht man genauso viel Risiko mit seiner Geldanlage ein wie beim Kauf von Einzelaktien! Und das, obwohl man über einen ETF nur indirekt an den Firmen beteiligt ist. Und das ist für mich ein ganz klares K.-o.-Kriterium.

Denn wenn ich mich schon dafür entscheide, das mit einer Anlage in Aktien verbundene Risiko einzugehen, dann möchte ich mich auch als richtiger Aktionär fühlen können. Und dazu gehört, dass man die jeweilige Hauptversammlung besuchen kann, um sein Stimmrecht auszuüben, und auch die Dividenden direkt auf sein Konto überwiesen bekommt.

Nur so kann man übrigens auch die ganze Macht von Dividendensteigerungen für sich allein beanspruchen. Ein Dividenden-ETF schüttet natürlich auch Erträge aus, aber ob man mit ihm im Laufe der Jahre persönliche Dividendenrenditen von 20, 30 oder sogar 50 % erreichen kann, erscheint mir absolut abwegig.

Mein Schlusswort

Es ist jedem natürlich selbst überlassen, wie er sein Geld anlegt. Aber für mich kommen ETFs als Geldanlage nicht infrage. Denn eine Investition in Einzelaktien bietet unschlagbare Vorteile, die ich zu schätzen weiß. Und sie ist mit dem gleichen Risiko verbunden wie eine Anlage in einen ETF. Deshalb zum Schluss mal eine etwas ironisch gemeinte Frage von mir: „Investierst du schon, oder kaufst du noch ETF-Anteile?“

Ist dies die nächste Wirecard?

Wirecard stieg um fast 2.000 %. Jetzt gibt es einen aussichtsreichen „Nachfolger“, der schon bald die Spitze einnehmen könnte. Erst im vergangenen Jahr kam die Aktie an die Börse. Mit +49 % Umsatz-Wachstum (2018) und einer traumhaften Marge von 52 % (vor Steuern und Abschreibungen) fasziniert das Unternehmen die Analysten, während seine Plattform die Internet-Händler in der ganzen Welt mit der besten Performance begeistert und so bereits über 3 Milliarden Menschen erreicht. Wächst hier ein ganz neuer Tech-Gigant heran? Alle Details liest du hier:

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Andre Kulpa besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.