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USA und China mit G20-Annäherung: Rallye-Auslöser oder Störfeuer?

Foto: Getty Images

Die USA und China haben es also getan. Im Rahmen des aktuellen G20-Gipfels haben sich die beiden Handelskonfliktparteien wieder etwas angenähert. Zumindest berichten das derzeit viele beobachtende Medien, doch zu den Inhalten dieser Annäherung gleich ein wenig mehr.

Viele Investoren dürften sich nun allerdings vor allem Folgendes fragen: Was sind die Auswirkungen dieser vermeintlichen Annäherung? Werden die nun verkündeten Zeichen der Entspannung für eine Erleichterungsrallye an den Börsen sorgen? Oder wird ein lediglich kurzfristiger Friede als Störfeuer verpuffen und viele Indizes weiterhin ein Spielball des immer weiter eskalierenden Konfliktes bleiben?

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Was wir wissen und wie die Parteien es bewerten

Soviel wir derzeit wissen, haben die nun begonnenen Gespräche zwischen China und den USA durchaus so einiges bewirkt. Trump habe erklärt, dass man weitere Sanktionen gegen Huawei zunächst unterlassen wolle. Zudem sei die Ausdehnung der Exportzölle von US-amerikanischer Seite ebenfalls zunächst vom Tisch. Zumindest bis weitere konstruktive Gespräche folgen.

Besonders brisant hierbei: China schien bei diesem Treffen keinerlei Zugeständnisse zu machen, weshalb der chinesische Präsident hier insgeheim als kleinerer Sieger der aktuellen handelspolitischen Schlacht gewertet wird. Wobei Donald Trump dennoch von einem ausgezeichneten Treffen sprach und betonte, dass man auf einem richtigen Weg sei.

Nichtsdestoweniger gilt es hier zu betonen, dass sämtliche Zugeständnisse, die Trump gemacht hat, zunächst vorläufiger Natur sind. Insbesondere das weitere Sicherheitsrisiko Huawei wolle man bei weiteren Gesprächen erst einmal ungelöst lassen und sich dieses Problem bis zum Schluss aufsparen. Ein Schritt, der für die Anfänge der Gespräche hilfreich sein könnte, allerdings eine große Baustelle für eine langfristige Lösung bleiben könnte.

Kurzfristig hui, langfristig pfui?

In meinen Augen scheint diese Annäherung zwar zunächst ein positives Zeichen zu sein. Die beiden zuletzt immer weiter auf Eskalationskurs befindlichen Konfliktparteien haben sich zumindest wieder ein wenig angenähert. Das könnte durchaus für eine gewisse Spannung an den Börsen sorgen. Und möglicherweise für eine kleine Erholung.

Nichtsdestoweniger sollten alle langfristig orientierten Investoren dennoch kritisch hinterfragen, wie viel Frieden hier unterm Strich erreicht worden ist. Trump könnte beispielsweise, sofern er begreift, dass er im Endeffekt lediglich zu Zugeständnissen bereit gewesen ist, kurzfristig wieder einen härteren Ton einschlagen. Einfach nur, um US-amerikanische Stärke zu beweisen. Das könnte schnell zu einem signifikanten Rückschritt führen.

Zudem sind wichtige Probleme, wie eben Huawei, langfristig noch nicht gelöst. Auch gibt es bislang keinerlei Lippenbekenntnis, wonach man die Zölle wieder abbauen wolle. Lediglich die Aussicht auf weitere Gespräche scheinen hier zunächst Auslöser einer möglichen Gegenbewegung zu sein. Durchaus dünn, wenn man den bisherigen Verfahrensgang bedenkt.

Rational gesehen …

… könnte natürlich eine Einigung im Sinne beider Konfliktparteien liegen. Sowohl in China als auch in den USA scheint es gegenwärtig eher Verlierer der aktuellen Konfliktsituation zu geben. Ein Umstand, auf den auch Trump hinwies, indem er erklärte, es habe auch US-Unternehmen gegeben, die nicht glücklich über die aktuelle handelspolitische Situation seien.

Allerdings sollten Investoren noch immer hinterfragen, wie ernst es ein eher impulsiver US-Präsident Trump mit der Rationalität nimmt. Konstanz scheint in seiner bisherigen politischen Karriere eher Mangelware zu sein.

Auf einen Turnaround zu spekulieren, nur weil es hier eine kleinere Annäherung gegeben hat, könnte daher der falsche Weg sein. Denn, bedenke, politische Börsen haben oftmals kurze Beine. Vor allem in einer Zeit, in der Trump US-Präsident ist, scheint das gültiger denn je zu sein.

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