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Diese 2 Energiegiganten haben zusammen eine 15-Milliarden-Dollar-Wette auf Kunststoffe am Laufen

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Foto: Getty Images

Der Ölgigant Chevron (WKN:852552) und der Raffinerieriese Phillips 66 (WKN:A1JWQU) arbeiten über ihr 50-50-Joint-Venture CPChem schon seit fast zwei Jahrzehnten in der petrochemischen Industrie zusammen. Sie haben damit eines der weltweit größten Petro-Produktionsunternehmen aufgebaut, das 31 Produktionsstätten in fünf Ländern betreibt.

Die beiden konnten dieses Geschäft hauptsächlich organisch durch den Bau neuer petrochemischer Anlagen ausbauen und haben auch erst kürzlich 6 Milliarden US-Dollar in den Ausbau ihrer Infrastruktur an der US-Golfküste gesteckt. Laut einem Bericht von Reuters will man auch den kanadischen Kunststoffhersteller Nova Chemicals für 15 Milliarden US-Dollar kaufen. Dieser Deal würde die Größe des Joint Ventures noch einmal vergrößern und die Präsenz erhöhen – und das Joint Venture wäre damit auch ein ernst zu nehmender Wachstumstreiber für die beiden Energiekonzerne.

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Analyse der Transaktion

Nova Chemicals produziert in mehreren Werken in den USA und Kanada Polyethylenharze (der gebräuchlichste Kunststoff) und expandierbare Styrolkunststoffe (Schaumharze zur Herstellung von Bechern und Behältern). Das Unternehmen befindet sich derzeit im Besitz des Staatsfonds von Abu Dhabi, der es während der Finanzkrise 2009 für lediglich 500 Millionen US-Dollar  gekauft hat. Der Fonds stellte die finanziellen Mittel zur Verfügung, die das Unternehmen für sein Wachstum benötigte. Dadurch konnte es in den letzten zehn Jahren schnell expandieren, da es die Vorteile der Fülle an kostengünstigem Öl und Erdgas in Nordamerika nutzte, beides wichtige Rohstoffe für die Kunststoffherstellung.

Eine Übernahme von Nova Chemicals durch CPChem würde die Präsenz in Kanada erweitern und gleichzeitig die Präsenz im wichtigen Hub der US-Petrochemie an der Golfküste erhöhen. Nova Chemicals betreibt derzeit mehrere Anlagen an der Golfküste und hat kürzlich ein Joint Venture mit zwei weiteren Petrochemieunternehmen unterzeichnet, um einige neue Anlagen in Texas zu bauen. Damit kann das Unternehmen die Vorteile all der günstigen Öl- und Gaslieferungen in die Region noch besser nutzen.

Die Wachstumsstrategie von Nova an der US-Golfküste entspricht auch dem Plan von CPChem. Das Unternehmen hat kürzlich drei neue petrochemische Anlagen in dieser Region im Rahmen eines Expansionsprogramms von 6 Milliarden US-Dollar in Betrieb genommen. Unterdessen erwägen Chevron und Phillips 66 derzeit den Bau einer weiteren neuen Anlage in der Region, die zwischen 5 und 6 Milliarden US-Dollar kosten soll.

CPChem: Das neue Juwel

Chevron verdient den größten Teil seines Geldes mit der Ölproduktion, und Phillips 66 ist in erster Linie eine Ölraffinerie. Im ersten Quartal 2019 trug das Upstream-Geschäft von Chevron 3,1 Milliarden US-Dollar zum Ergebnis bei, während die Downstream-Aktivitäten, zu denen sowohl das Raffinationsgeschäft als auch die Beteiligung an CPChem gehören, nur 252 Millionen US-Dollar Gewinn einbrachten. Das Chemiesegment leistete in diesem Zeitraum einen größeren Beitrag für Phillips 66 und lieferte 227 Millionen US-Dollar vom bereinigten Ergebnis in Höhe von 319 Millionen US-Dollar – dies ist jedoch allein auf die Herausforderungen im Raffineriesektor im Quartal zurückzuführen. Da es sich um einen kleinen Anteil handelt, schenken die meisten Investoren diesem Chemie-Joint-Venture nicht allzu viel Aufmerksamkeit.

CPChem hat jedoch im Laufe der Jahre für diese Unternehmen einen sehr konstanten Beitrag geleistet. Es hilft ihnen, einen Teil der Volatilität in ihrem Primärgeschäft auszugleichen, da die Erträge aus der vorgelagerten Ölförderung und Raffination aufgrund der Schwankungen der Öl- und Gaspreise nie ganz konstant sind. Da die Chemiebranche Öl und Gas benötigt, fungiert dies als natürliche Absicherung gegen die Schwankungen der Rohstoffpreise.

Ein weiterer Vorteil des Petrochemiegeschäfts besteht darin, dass es diesen Energieunternehmen ermöglicht, ihren Gewinn pro Barrel zu maximieren. Chevron zum Beispiel kann das Öl und Gas, das es fördert, aus Orten wie dem Permian-Becken nehmen und diese Produktion schließlich in höherwertige Chemikalien umwandeln. Auch Phillips 66 kann das in seinen Ölraffinerien produzierte Naphtha sowie das in seinen Erdgas-Flüssigkeitsverarbeitungskomplexen hergestellte Propan und Ethan zu Kunststoffen verarbeiten.

Der letzte Vorteil, den CPChem diesen beiden Energieriesen bringt, sind die Wachstumsaussichten. Wie bereits erwähnt, nutzt das Unternehmen die steigende Öl- und Gasproduktion in Nordamerika, um neue petrochemische Anlagen entlang der US-Golfküste zu bauen, die sowohl die Produktion als auch die Rentabilität steigern. Sollte Nova übernommen werden, würde das Unternehmen seine Expansionsfähigkeit erhöhen, da es auch in Kanada sowie in den gasreichen Schieferregionen Marcellus und Utica im Nordosten wachsen kann, in denen Nova gleich mehrere Anlagen betreibt.

Diese Kombination macht durchaus Sinn

Das Interesse von CPChem am Kauf von Nova Chemicals ist nicht überraschend, da es gut zu seiner Strategie der Expansion in Nordamerika passen würde. Die geplante Übernahme würde die Größe deutlich erweitern und gleichzeitig die Wachstumsaussichten verbessern, da Nova und einige seiner Partner derzeit neue Anlagen in Texas aufbauen. Aber selbst wenn CPChem diesen Deal nicht abschließt, wird sich dies nicht wesentlich auf Chevron und Phillips 66 auswirken, da es sich um keinen riesigen Teil der Einnahmen handelt und man bereits an wirklich großen Expansionen arbeitet.

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The Motley Fool besitzt keine der angegebenen Aktien. Matthew DiLallo besitzt Aktien von Phillips 66.

Dieser Artikel erschien am 22.6.2019 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

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