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Die Traton-Aktie – ein Kandidat für mein Depot?

Aktien
Foto: Getty Images

Letzten Freitag war es so weit: Volkswagen (WKN:766403) bringt seine Lkw-Sparte Traton (WKN:TRATON) an die Börse! Generell bin ich bei IPOs eher vorsichtig – doch in diesem Fall könnte sich ein genauer Blick lohnen.

Welche drei Gründe in meinen Augen für die Traton-Aktie sprechen, erfährst du, wenn du weiterliest!

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Grund 1: Lkws – ein vielversprechender Markt

Gleich vorneweg: Der Lkw-Markt ist ein zyklischer Markt – eine stagnierende oder rückläufige Weltwirtschaft wirft das nun Folgende auf kurze Sicht komplett über den Haufen – das sollte jedem klar sein, der in diese Branche investiert.

Zunächst einmal hören sich die Prognosen für den weltweiten Nutzfahrzeugmarkt aber ohnehin nicht besonders berauschend an: Das Consulting-Unternehmen Deloitte rechnet zwischen 2016 und 2021 mit einem jährlichen Wachstum von 1,3 %. In den darauffolgenden fünf Jahren soll der Markt mehr oder weniger stagnieren.

Warum behaupte ich dann, dass dieser Markt enormes Wachstumspotenzial bietet?

Das Schlagwort lautet autonomes Fahren! Laut eines Berichts des Deutschen Speditions- und Logistikverbands werden durchschnittlich 50,4 % der Transportkosten durch Personal verursacht – so hart sich das anhört: Lkw-Fahrer sind ein massiver Kostenfaktor.

Ein selbst fahrender Lkw hat das Potenzial, diese Kosten radikal zu reduzieren. Sobald diese Technologie verfügbar ist, gehe ich daher von einer Sonderkonjunktur am Lkw-Markt aus – denn Speditionen mit Fahrern werden autonomen Flotten kostentechnisch klar unterlegen sein.

Laut Deloitte dürften die ersten selbst fahrenden Lkws ab dem Jahr 2025 serienreif sein – zumindest aus technologischer Sicht. Ob sie wirklich so schnell zugelassen werden, wird sich zeigen. Sicher ist in meinen Augen aber, dass diese Technologie kommen wird – und als langfristig orientierter Anleger bin ich bereit, ein paar Jahre darauf zu warten.

Einer der Hauptprofiteure dieser Entwicklung könnte neben Daimler (WKN:710000) – die Aktie befindet sich bereits in meinem Depot – Traton sein.

Grund 2: Tratons starke Marken

Traton besteht aus vier Kernmarken: MAN, Scania, CAMINHÕES E ÔNIBUS und RIO. MAN und Scania sind global aktiv, CAMINHÕES E ÔNIBUS in Südamerika und Afrika und RIO bietet digitale Lösungen im Transportwesen an.

In drei großen Märkten nimmt das Unternehmen eine führende Position ein.

Europa #1, 33 % Marktanteil (MAN/Scania)
Russland #2, 19 % Marktanteil (MAN/Scania)
Südamerika #1, 30 % Marktanteil (MAN/Scania/CeO)

Quelle: Traton Unternehmenspräsentation

Traton hat sich also eine marktführende Position in einigen wichtigen Märkten erarbeitet. Man sollte daher ziemlich gute Voraussetzungen mitbringen, um von der oben genannten möglichen Sonderkonjunktur am Lkw-Markt zu profitieren.

Besonders positiv sticht übrigens Scania heraus – im Jahr 2018 erzielte dieser Bereich eine operative Umsatzrendite von 9,3 %. Zum Vergleich: Beim größten Konkurrenten – Daimler Trucks – fiel die Umsatzrendite im selben Zeitraum mit 7,2 % deutlich niedriger aus.

MAN und CAMINHÕES E ÔNIBUS können hier nicht mithalten, trotzdem fällt das Fazit durchaus positiv aus: Traton verfügt über eine starke Marktposition in drei großen Märkten – ein Punkt, der definitiv für die Traton-Aktie spricht.

Grund 3: Die Aktie sieht günstig aus

Am Tag des IPOs ist die Traton-Aktie erst mal gefallen, am Freitagabend kostete sie 26,50 Euro (der Ausgabepreis betrug 27 Euro). Das entspricht einer Marktkapitalisierung von rund 13,2 Mrd. Euro (Stand: 28.06.2019). Auf Basis des 2018er-Konzernergebnisses nach Steuern und Zinsen ergibt sich hieraus ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 9,4.

Das ist in meinen Augen nicht allzu teuer für ein Unternehmen mit einer starken Marktposition, das in ein paar Jahren möglicherweise auch noch von einer massiven Sonderkonjunktur profitieren könnte.

Deshalb zögere ich mit einem Kauf der Traton-Aktie

Auf den ersten Blick sieht die Traton-Aktie also durchaus attraktiv aus – doch zwei Punkte lassen mich derzeit zögern:

  • VW wird der dominierende Hauptaktionär bleiben.
  • Daimler-Trucks ist deutlich profitabler als die Traton-Gruppe insgesamt.

VW als Hauptaktionär gefällt mir überhaupt nicht, weil ich befürchte, dass der Wolfsburger Großaktionäre im eigenen Interesse agieren wird – und das muss beispielsweise bezüglich der Dividendenpolitik nicht unbedingt das Beste für die Zukunft von Traton sein.

Außerdem ist Daimlers Lkw-Sparte deutlich größer als Traton – und gleichzeitig auch noch profitabler. Die Frage, die ich mir stelle: Warum sollte ich in den zweitbesten Lkw-Hersteller investieren, wenn ich mir auch Aktien von der Nummer eins kaufen kann?

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Thomas Brantl besitzt Aktien von Daimler. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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