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Achtung! Wird Bayer etwa zerschlagen? Alles Wichtige zum Einstieg des US-Hedgefonds Elliott bei unserem Chemieriesen

Jetzt kommt endlich Bewegung in eine Sache, die sich schon länger auf dem Schirm der Investoren befindet. Es geht um die Monsanto-Übernahme durch Bayer (WKN:BAY001) und die daraus hervorgegangenen Probleme mit Prozessen wegen der angeblichen krebsverursachenden Wirkung des Unkrautvernichters Glyphosat.

Bayer hat ja bereits erste Anstrengungen unternommen, um das negative Glyphosat-Image abzustreifen. Am 14.06.2019 hatte man in einer Meldung unter anderem bekannt gegeben, nach Alternativen für Glyphosat zu suchen. Dies ist ein erster Schritt in die richtige Richtung und könnte Bayer durchaus weiterhelfen.

Nun gibt es neue Meldungen. Zum einen überdenkt der Bayer-Konzern seine Prozessstrategie und geht auf seine internen Kritiker zu, und zum anderen gab es die Nachricht, dass der aktivistische Hedgefonds Elliott bei Bayer eingestiegen ist. Schauen wir also auf die aktuelle Lage und wie sie sich auf die Bayer-Aktie auswirkt.

Was hat es mit dem Einstieg von Elliott auf sich

Durch den Monsanto-Albtraum hat sich der Börsenwert von Bayer ungefähr halbiert. Die Rechtsrisiken des Monsanto-Bestsellers Glyphosat wurden von Bayer-Chef Werner Baumann dramatisch unterschätzt. Dadurch konnten clevere US-Klägeranwälte mit ihren Klagen Forderungen in zweistelliger Milliardenhöhe generieren.

Eigentlich wollte Bayer durch die Monsanto-Übernahme größer werden und sich so vor einer feindlichen Übernahme schützen, die möglicherweise sogar eine Zerschlagung des Konzerns zur Folge gehabt hätte. Doch der dramatisch gesunkene Börsenwert von Bayer hat nun Finanzinvestoren auf den Plan gerufen.

Der von Milliardär Paul Singer gegründete US-Hedgefonds Elliott ist mit 1,1 Mrd. Euro bei Bayer investiert und hat sich jetzt zu Wort gemeldet. Der Bayer-Aufsichtsrat hat eine Strategie geplant, die die Klagewelle rund um das Pestizid Glyphosat möglichst zügig in den Griff bekommen möchte. Genau dies wurde vom Elliott-Fonds in einer Wortmeldung ausgesucht höflich gelobt.

Doch es gibt eine versteckte Drohung

Das klingt natürlich positiv, doch Paul Singer ist bekannt dafür, mit seinem Hedgefonds alles andere als zimperlich vorzugehen. Und es gelingt ihm immer wieder, mit vergleichsweise geringem Einsatz Vorstände vor sich her zu treiben. Zwei vorangegangene „Opfer“ von ihm sind zum Beispiel ThyssenKrupp (WKN:750000) oder der weltgrößte Bergbau-Konzern BHP Billiton (WKN:850524).

Und schaut man etwas genauer hin, dann findet man im hinteren Teil der Pressemitteilung von Elliott einen Satz, der aufhorchen lässt: „Elliott ist der Ansicht, dass der aktuell niedrige Aktienkurs von Bayer den signifikanten Wert der einzelnen Geschäftseinheiten bzw. die bestehende Wertschaffungsmöglichkeit von mehr als 30 Milliarden Euro nicht widerspiegelt.“

Diese Formulierung lässt sich in der Sprache des Kapitalmarktes als ziemlich unverhohlene Drohung an das Bayer-Management interpretieren, die Glyphosat-Prozesse entweder zügig zu beenden oder die volle Härte der aktivistischen Investoren zu spüren zu bekommen.

Und es ist hier durchaus so, dass in der kühlen Rechnung der Kapitalmarktakteure die einzelnen Teile von Bayer mehr wert sind als das deutlich geschrumpfte Gesamtkonstrukt. Bayer muss also sogar fürchten, aufgespalten zu werden, wenn es nicht gelingt, die aktuellen Probleme rund um Glyphosat zu lösen.

Die Aktie kann profitieren

Die Investoren sehen diese Entwicklung anscheinend positiv und bescherten der Bayer-Aktie nach Bekanntwerden der Elliott-Beteiligung ein kleines Kursfeuerwerk. Sie schloss am 27.06.2019 im Xetra-Handel mit 60,86 Euro 8,70 % höher als einen Tag zuvor.

Jetzt stellt sich die Frage, ob die Aktie von Bayer die Richtung nach oben beibehalten kann oder nicht. Sie musste zumindest nichts vom erhöhten Kursniveau abgeben und ging mit einem Kurs von 60,94 Euro (28.06.2019) ins Wochenende.

Sollte Bayer die Probleme rund um die Glyphosat-Prozesse, angestoßen vom ausgeübten Druck des Elliott-Fonds, in den Griff bekommen, wird es meiner Meinung nach wahrscheinlich auch nicht zu einer Aufspaltung des Konzerns kommen. Und dann sollte auch genug Potenzial in Bayer stecken, um den Aktienkurs langfristig wieder in die oberen Regionen des Aktienhimmels zu heben.

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Andre Kulpa besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.