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Warum Waymo gerade mit Nissan und Renault einen Vertrag unterzeichnet hat

Foto: Getty Images

Waymo, das Unternehmen, das früher als Google Self-Driving Car Project bekannt war, expandiert weltweit. Renault SA (WKN:893113) und Nissan Motor (WKN:853686), zwei Automobilhersteller, die seit langem in einer „Allianz“ tätig sind, haben gemeinsam mit Waymo einen Vertrag unterzeichnet, um gemeinsam die Entwicklung einer Reihe von selbstfahrenden Geschäftsmodellen und Fahrzeugen zu erforschen.

Es ist ein faszinierender Schritt für alle drei Unternehmen. Hier erfährst du, was wir darüber wissen.

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Worum geht es bei der Vereinbarung?

Hier ist der entscheidende Satz aus der Pressemitteilung der drei Unternehmen vom 20. Juni:

Die Renault-Groupe, Nissan Motor Co. und Waymo, die in ihren jeweiligen Bereichen führend sind, haben eine Exklusivvereinbarung für einen anfänglichen Zeitraum geschlossen, um alle Aspekte der selbstfahrenden Mobilitätsdienstleistungen für Passagiere und Lieferungen in Frankreich und Japan zu erforschen.

Die drei Unternehmen sagten, dass sie zusammenarbeiten werden, um den Markt – und die potenziellen regulatorischen Hindernisse – in Bezug auf verschiedene Arten von selbstfahrenden Transport-as-a-Service-Geschäften zu untersuchen. Die Partnerschaft beginnt in Frankreich und Japan, wo sich Renault und Nissan für einen begrenzten Zeitraum exklusiven Zugang zur Technologie von Waymo gesichert haben. Das Projekt könnte mit der Zeit auf andere Märkte (doch nicht auf China, sagten die Parteien) erweitert werden.

Die Unternehmen bezeichneten die Vereinbarung als „ersten Schritt“ zu einer möglichen langfristigen Partnerschaft. Mein Gedanke ist, dass dieser Deal hauptsächlich eine Vereinbarung ist, um Renault und Nissan exklusive Rechte zu geben, während die drei Parteien daran arbeiten, herauszufinden, wie ein größerer, langfristiger Deal aussehen könnte.

Was hat Waymo davon?

Waymo, die Tochtergesellschaft des Google-Mutterunternehmens Alphabet (WKN:A14Y6F) (WKN:A14Y6H) im Bereich selbstfahrende Fahrzeuge, hat bereits Verträge mit mehreren etablierten Autoindustrieunternehmen abgeschlossen, darunter Fiat Chrysler Automobiles (WKN:A12CBU), Jaguar Land Rover, der Taxi-Dienst Lyft (WKN:A2PE38) und der Gebrauchtwagenriese AutoNation (WKN:880953). Doch dieser Deal mit Nissan und Renault ist der erste, der sich ausdrücklich auf Märkte außerhalb der Vereinigten Staaten ausrichten sollte.

Wir sollten auch beachten, dass – im Gegensatz zu Waymos Geschäften mit Fiat Chrysler und Jaguar – dieser Deal keinen Vorschlag enthält, dass Nissan oder Renault Fahrzeuge für Waymos selbstfahrenden Taxiservice bauen werden. (Das bedeutet nicht, dass sie es nicht tun werden, nur, dass es zurzeit keine Vereinbarung gibt, dies zu tun.)

Waymos CEO John Krafcik sagte, dass die Größe und internationale Reichweite der Renault-Nissan-Allianz dies zu einer „idealen Gelegenheit“ für Waymo mache, die Technologie auf eine „globale Bühne“ zu bringen.

Was haben Nissan und Renault davon?

Es ist allgemein angenommen, dass zwei Arten von Technologien – elektrische Antriebe und autonome Antriebssysteme – die Automobilindustrie in den nächsten Jahrzehnten komplett umkrempeln werden. Etablierte Automobilhersteller haben sich bemüht, mit Unternehmen zusammenzuarbeiten, die bei der Entwicklung dieser Technologien gut vorangekommen sind.

Es steht außer Frage, dass Renault und Nissan über ein fundiertes Fachwissen im Bereich Elektrofahrzeuge verfügen. Die batterieelektrischen Fahrzeuge Nissan Leaf und Renault Zoe gehören seit einigen Jahren zu den meistverkauften Elektrofahrzeugen der Welt. Doch die Allianz scheint kein starkes Entwicklungsprogramm für selbstfahrende Autos zu haben, und das ist etwas, wo sie mit ziemlicher Sicherheit unter Druck geraten.

Dieser Deal mit Waymo verschafft ihnen etwas Spielraum. Zumindest für eine kurze Zeit haben Renault und Nissan Zugang zu einer potentiell selbstfahrenden Lösung erhalten, während sie die potentiellen Märkte für autonome Taxis und Lieferfahrzeuge in ihren Heimatländern austesten.

Gibt es einen Nachteil für eine der Parteien?

Für Nissan und Renault könnte die Zusammenarbeit mit Waymo ein buntes Erlebnis sein. Sie erhalten zwar Zugang zu der besten selbstfahrenden Technologie, doch das hat seinen Preis: Waymo wird mit ziemlicher Sicherheit die Daten kontrollieren, die von  Transport-as-a-Service-Unternehmen erzeugt werden, und diese Daten werden mit ziemlicher Sicherheit ein sehr wertvolles Gut sein.

Ich kann keine größeren Nachteile dabei für Waymo erkennen.

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Suzanne Frey, eine Führungskraft bei Alphabet, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (A- und C-Aktien).

Dieser Artikel wurde von John Rosevear auf Englisch verfasst und am 20.06.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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