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Lufthansa, Vonovia und Henkel: Die Verlierer von heute, die Gewinner von morgen?

Weiter geht’s! Nachdem wir erst vor wenigen Tagen einen Blick auf ein paar Gewinner von heute geworfen und überlegt haben, ob diese möglicherweise auch die Gewinner von morgen sein könnten, wenden wir uns nun dem Tabellenkeller zu.

Denn in einem zugegebenermaßen äußerst kurzfristigen Zeitraum stehen derzeit die Aktien der Lufthansa (WKN: 823212), von Vonovia (WKN: A1ML7J) und von Henkel (WKN: 604840) am unteren Ende des DAX, was definitiv bemerkenswert ist.

Lass uns daher keine weitere Zeit verlieren, sondern schauen, was diese Papiere in den vergangenen Handelstagen bewegte. Und überlegen, ob hier nun echte Chancen lauern.

Die Probleme von Vonovia

Eine erste Aktie, die in den vergangenen sieben Tagen ordentlich Federn lassen musste, ist zunächst die von Vonovia. Mit dem Immobilienunternehmen ging es in diesem Zeitraum von 46,25 Euro auf das derzeitige Kursniveau von 43,05 Euro (Schlusskurs 21.06.2019, maßgeblich für alle Kurse) bergab. Immerhin ein Minus von stattlichen 6,93 %.

Der Grund für diesen Einbruch dürfte recht schnell erklärt sein. In Berlin tobt noch immer der Enteignungswahn, und viele Mieter und inzwischen auch Politiker, die ihr Fähnchen nach dem Wind richten, wollen auf dieser Welle mitreiten. Das belastet selbstverständlich viele Wohnungsunternehmen, die hier tätig sind, neben der Deutsche Wohnen eben auch Vonovia, Deutschlands noch immer größtes Wohnungsunternehmen.

Inzwischen wurde in Berlin zudem bereits eine Mietpreisbremse beschlossen, nach der Wohnungsunternehmen ab Januar in den kommenden fünf Jahren keinerlei Mieterhöhungen vornehmen können, was natürlich das Wachstum einschränken dürfte.

Investoren mit Weitblick könnten hier dennoch einen Blick riskieren. Denn auch dieses Politikum wird zu irgendeinem Zeitpunkt vermutlich wieder verschwinden und die für Berlin gültige 5-Jahres-Frist auslaufen. Zudem sollte man bedenken, dass Berlin nicht der einzige Markt ist, in dem Vonovia aktiv ist. Möglicherweise könnte daher gerade jetzt ein spannender Zeitpunkt sein, um mit einer langfristigen Perspektive auf die Aktien von Vonovia zu blicken.

Die Turbulenzen der Lufthansa

Auch die Fluggesellschaft Lufthansa hatte in den vergangenen Handelstagen mit reichlich Gegenwind zu kämpfen. So sank der Aktienkurs der Kranich-Airline in den vergangenen sieben Handelstagen von 15,61 Euro auf derzeit noch 14,83 Euro, was immerhin einem weiteren Minus von 5 % entspricht. Auf Sicht der vergangenen 14 Tage beläuft sich das Minus hier übrigens auf über 16 %, was eindrucksvoller unterstreicht, wie sehr sich die Lufthansa-Aktie derzeit in Turbulenzen befindet.

Der Grund für diese negative Entwicklung ist auch hier eigentlich recht schnell und einfach beschrieben. Zur Mitte dieses Monats verkündete das Management der Lufthansa, dass man angesichts des weiterhin hohen Wettbewerbs seine Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr korrigieren müsse.

Statt wie zuvor mit einer Gewinnspanne zwischen 3,0 und 2,4 Mrd. Euro rechne man nun lediglich noch mit einer Spanne zwischen 2,4 und 2,0 Mrd. Euro, was natürlich nicht unerheblich ist.

Dennoch unterstreicht die Lufthansa mit diesen Zahlen, dass man auch weiterhin profitabel bleiben kann, trotz der aktuellen Turbulenzen. Die Bewertung war hingegen bereits im Vorfeld ziemlich – vielleicht sogar lächerlich – preiswert und ist nun noch einmal weiter abgesackt. Möglicherweise könnte auch das trotz der aktuellen Schwierigkeiten ein interessanter Mix für einen langfristigen Turnaround sein.

Die Wehwehchen von Henkel

Weitere kleinere Turbulenzen hatte die Aktie von Henkel zu verkraften. Mit dem Persil- und Prilhersteller ging es in einer eigentlich recht freundlichen, vergangenen Handelswoche von 86,89 Euro auf lediglich noch 84,71 Euro bergab. Immerhin ein Rückgang von 2,5 % in den vergangenen sieben Tagen.

Über die Gründe für diesen weiteren Rückgang lässt sich nicht sonderlich viel sagen. Henkel hatte in den vergangenen Monaten insgesamt keine sehr einfache Zeit, sondern musste einen Knick in der bisherigen moderaten Wachstumsspur verkünden. Ein kosmetischer Fehler, der mithilfe von Investitionen ins Marketing jedoch wieder ausgebügelt werden könnte – was jedoch gegenwärtig ein wenig auf die Margen und die Ergebnisse drückt.

Langfristig könnte Henkel jedoch noch immer eine spannende Wahl sein. Immerhin winkt hier gegenwärtig eine doch relativ stabile Dividendenrendite von knapp über 2 %. Zudem kommt Henkel bei einem 2018er-Gewinn je Aktie in Höhe von 5,32 Euro lediglich auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15,9, was vergleichsweise preiswert ist. Möglicherweise könnte das, zumindest sofern Henkel in die Wachstumsspur zurückfindet, ebenfalls eine interessante Ausgangslage für eine langfristige Aufholjagd sein.

Der Blick auf die Verlierer kann sich lohnen!

Wie wir daher unterm Strich sehen, kann sich der Blick auf die Verlierer durchaus lohnen. Einige dieser Aktien könnten das Zeug haben, in naher oder ferner Zukunft wieder in den Vorwärtsgang zu schalten. Zudem besitzen viele der hier und heute vorgestellten Papiere nach wie vor funktionierende Geschäftsmodelle.

Möglicherweise ist es daher gar kein verkehrter Schachzug, solche zuletzt eher gemiedenen Aktien in den Vordergrund zu rücken. Zumindest ein analytischer Blick dürfte hier gewiss nicht wehtun.

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Vincent besitzt Aktien von Henkel. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.