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Beiersdorf: Ein ideales Kriseninvestment mit Potenzialen – was für einen Kauf aber noch fehlt

Dividenden sind etwas Großartiges für längerfristig denkende Investoren, besonders wenn sie regelmäßig gezahlt werden, hoch rentiert sind und im Laufe der Zeit auch noch kontinuierlich steigen.

Viel wichtiger als eine hohe Dividende ist aber die Stetigkeit der Dividendenzahlungen und nach Möglichkeit das Wachstum. Ich würde lieber eine niedrig rentierende Dividendenaktie kaufen als eine mit einer sehr hohen Rendite, die aber mittel- bis langfristig gekürzt werden muss.

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Krisensicheres Investieren ist wohl das Schlagwort, das auf diese Strategie zutrifft. Für sicherheitsorientierte Investoren macht es durchaus Sinn, einen Blick auf Aktien zu werfen, die aus dem nicht zyklischen Konsumgütersektor stammen.

Eine interessante Aktie aus diesem Bereich ist die von Beiersdorf (WKN: 520000). Sie gehört zu den 4 Topdividendenaktien, die ich in der nächsten Rezession kaufen würde. Lasst uns im Folgenden mal anhand des Wachstums prüfen, ob das Unternehmen für einen Fool aktuell ein gutes Investment sein könnte.

Beiersdorf hat zwei Standbeine

Der Hamburger Konsumgüterriese Beiersdorf ist in den beiden Bereichen Consumer und Tesa tätig und entwickelt, produziert und vermarktet Körperpflegeprodukte unter bekannten Marken wie Nivea und Eucerin. Darüber hinaus gehören selbstklebende Produktlösungen zum Konzern-Know-how.

Consumer-Bereich dominiert das Unternehmen

Im Geschäftsjahr 2018 wurden Umsatzerlöse in Höhe von 7,2 Mrd. Euro erzielt. Insgesamt verblieb ein Jahresüberschuss von 745 Mio. Euro.

Die Consumer-Sparte stellte im Geschäftsjahr 2018 mit einem Umsatzanteil von 81,4 % den Löwenanteil des Gesamtumsatzes dar und dominierte damit die Konzernstrategie. Organisch wuchs dieser Bereich mit 5 % im Geschäftsjahr 2018 gar nicht mal schlecht. Auf einen besseren Wert kam hier die Tesa-Sparte, die organisch im Umsatz um 6,8 % zulegen konnte.

Beide Sparten waren dabei ähnlich profitabel, gemessen an der EBIT-Marge. Diese setzt das Ergebnis vor Zinsen und Steuern in Relation zum Umsatz – der Wert lag im Geschäftsjahr 2018 bei 15,1 % für den Consumer-Bereich und bei 15,7 % für den Tesa-Bereich.

Wachstum bleibt auch im ersten Quartal stark, Tesa-Sparte schwächelt

Im ersten Quartal 2019 zeigte sich der Tesa-Bereich allerdings etwas schwächer. Die Consumer-Sparte konnte hier organisch um 6,8 % zuzulegen, die Tesa-Sparte jedoch nur um 2,2 %. Das gesamte organische Wachstum des ersten Quartals 2019 belief sich auf 6 % für den Konzern.

Trotz der guten Zahlen des ersten Quartals 2019 erwartet der Vorstand für das Gesamtjahr 2019 nur einen organischen Umsatzzuwachs von 3 bis 5 %. Die EBIT-Marge soll einen Wert von 14,5 % erreichen. Zum Vergleich: Im Vorjahr 2018 wurde hier noch eine Kennzahl von 15,4 % erreicht.

Mit Übernahmen zu mehr Wachstum

Mit seinen Schönheits- und Hautpflegeprodukten findet sich der Beiersdorf-Konzern ganz klar in einem Wachstumsmarkt, der auch anorganisch erobert wird. So erwarb Beiersdorf mit der Marke Coppertone einen Geschäftsbereich von Bayer (WKN: BAY001), der Sonnenschutzprodukte herstellt. Mit der Übernahme könnte Beiersdorf seine Präsenz auf dem nordamerikanischen Markt stärken.

Auch wenn der übernommene Geschäftsbereich in Relation zum Consumer-Geschäftsbereich von Beiersdorf relativ klein erscheint, ganz klein ist diese Übernahme jedoch nicht: Im Geschäftsjahr 2018 soll sich der Umsatz von Coppertone auf rund 213 Mio. US-Dollar belaufen haben.

Die Konzernbilanz des Hamburger Kosmetikkonzerns würde hingegen weitere Übernahmen problemlos zulassen. Als langfristiges Fremdkapital wurde im Geschäftsjahr 2018 ein Wert von 874 Mio. Euro ausgewiesen. Dem stand ein Eigenkapital von 5,7 Mrd. Euro gegenüber.

Fazit

Für Dividendeninvestoren, die keine großen Risiken eingehen möchten, könnte sich die Beiersdorf-Aktie als ein solides Investment darstellen. Eine Dividende wurde über einen langen Zeitraum gezahlt (die Aktie gehört zu den drei ältesten Dividendenzahlern des DAX), jedoch leider nicht erhöht. Zuletzt lag die Dividende bei 0,70 Euro je Aktie. Die Dividendenrendite ist ebenfalls schwach.

Besonders positiv hervorzuheben ist, dass das Unternehmen nahezu frei von langfristigen Finanzverbindlichkeiten arbeitet. Das gibt dem Management viel Spielraum, um an einer wirksamen Wachstumsstrategie zu arbeiten. Die zuletzt getätigte Übernahme des Coppertone-Geschäfts kann als ersten Schritt in diese Richtung gesehen werden.

Ob das Unternehmen aber langfristig das Wachstum auf ein zweistelliges Niveau heben kann, muss der Vorstand noch beweisen. Erst dann wäre die aktuelle Bewertung der Aktie aus Sicht eines Fools wohl gerechtfertigt.

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Frank Seehawer besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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