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Allianz-Vermögensverwalter über ETFs, Fonds, Mischfonds und Co.: Aus passiv lieber aktiv machen?

Foto: Getty Images

Die Börsen zeigen sich gegenwärtig wieder besonders volatil. Vor allem zum Ende des vergangenen Jahres sanken DAX, Dow Jones und Co. doch teilweise recht erheblich, was vornehmlich auf sich eintrübende konjunkturelle Rahmenbedingungen sowie den eskalierenden Handelskonflikt zurückzuführen ist. Sichtweisen, die du mit Sicherheit bereits kennst.

In solchen Situationen ist guter Rat oftmals teuer. Viele sehnen sich nach Vermögensverwaltern, die viel „Skin in the Game“ haben. Also mit Beträgen investiert sind, die unsere privaten Portfolios doch recht häufig übersteigen.

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Erst neulich hat der Chef des Vermögensverwalters Allianz Global Investors ein interessantes Interview über Zinsen, Inflation und die langfristige Perspektive an den Aktien- und Anleihemärkten gegeben. Und, natürlich, auch seiner Berufsgruppe den Rücken gestärkt.

Die Daseinsberechtigung von Mischfonds und Fondsmanagern

Im zugegebenermaßen eher hinteren Teil eines wirklich sehr bemerkenswerten und weitsichtigen Interviews, das wirtschaftspolitisch und börsentaktisch weit über den oft eher schmalen Tellerrand eines gewöhnlichen Vermögensverwalters hinausging, ist irgendwann dann doch die Frage aufgekommen, wieso man als Investor auf Aktivfonds anstatt auf ETFs setzen sollte. Und warum Fondsmanager noch immer eine Daseinsberechtigung haben und welchen Mehrwert Fondsmanager für Kunden liefern können.

In seiner Rolle als Chef-Vermögensverwalter äußerte sich der Allianz (WKN: 840400)-Manager auf diese zwei spannenden Fragen wie folgt:

Um beim Mischfonds zu bleiben: Anleger sollten einen Fonds suchen, der trotz eines Einbruchs an den Aktienmärkten investiert bleibt. Solche Produkte gibt es. Dann machen Sie den Kursanstieg mit, der auf einen Einbruch folgt. Privatanleger steigen typischerweise im Crash wie Ende 2018 aus und investieren jetzt wieder. Wenn ein ETF-Sparer aber erst wieder einsteigt, nachdem die Kurse 30 Prozent gestiegen sind, kann er das nicht wieder reinholen. Bei einem passiven ETF müssen Sie schließlich selbst entscheiden, wann Sie investieren.

Sowie:

Zudem liegt der Wert unserer Arbeit als aktive Manager auch darin, dass unsere Berater die Kunden darin bestärken, trotz eines Einbruchs investiert zu bleiben. Wir halten die Leute bei der Stange.

Um es an dieser Stelle also einmal in aller Kürze zusammenzufassen: Der Mehrwert, den aktiv gemanagte Fonds grundsätzlich zu bieten haben, liegt gemäß dieser Aussagen also darin, dass die Fondsmanager einerseits investiert bleiben und nicht handeln. Andererseits jedoch auch die Kunden darin bestärken, nichts zu tun und nicht zu handeln.

Grundsätzlich in meinen Augen eine doch recht schmale Begründung für die oftmals sehr teuren Gebühren, die viele Aktivfonds im Vergleich zu ETF-Lösungen verlangen.

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Auch wenn dieses Interview, wie gesagt, sehr interessant bezüglich des Zinsniveaus, der Inflation und der derzeitigen Verfassung der Aktienmärkte für alle Investoren gewesen ist, könnte es sich in meinen Augen anbieten, den letzten Aussagen eher nicht zuzustimmen. Sondern stattdessen als Fondsinvestor lieber bei einem ETF-Ansatz zu bleiben und den folgenden zwei Ratschlägen Gehör zu schenken und diese zu verinnerlichen:

  1. Handle nicht! Vor allem nicht im Crash!
  2. Korrekturen gehören dazu. Das ist normal. Also siehe 1) Handle nicht, vor allem nicht im Crash!

Für diese einfache Zusammenfassung des Credos, die letztlich den Mehrwert eines Fondsmanagers ausmachen, wirst du definitiv keinen solchen benötigen, der dir gut zusprechen kann, dir in einer Korrektur allerdings auch nicht weiter behilflich ist. Ein dickes psychologisches Fell gehört an der Börse einfach dazu und sollte ein Mindset sein, das du dir nicht zwingend mithilfe von Gebühren erkaufen musst.

ETFs bleiben die bessere Fondslösung

In meinen Augen bleiben ETFs daher auch weiterhin die langfristig bessere Fondsoption. Mithilfe günstiger, marktbreiter Passivfonds werden viele Investoren, die sich auch von Korrekturen nicht beirren lassen, langfristig eine in etwa marktübliche Rendite erzielen können. Und das sogar zu überschaubaren Gebühren.

Die Qualitäten eines oder mehrerer Fondsmanager zu beurteilen könnte durchaus einige Zeit – in jedem Fall jedoch Gebühren – in Anspruch nehmen. Zeit, die du dir im Endeffekt lieber sparen oder in die eigene Errichtung deines Aktienportfolios investieren kannst. Genauso wie die Gebühren, die in einem ETF ebenfalls möglicherweise besser langfristig aufgehoben sind.

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